Windows System Control Center (WSCC) bündelt Sysinternals- und Nirsoft-Tools

Windows System Control Center bietet eine Sammlung aller Nirsoft- und Sysinternal-Tools in einer Oberfläche. So gelingt der schnelle Einstieg.

Neben den bekannten Sysinternals-Tools von Microsoft  gibt es eine weitere, sehr mächtige Tool-Sammlung von Nirsoft. Wer beide Tool-Sammlungen zusammen nutzen will, kann sich das Windows System Control Center (WSCC) herunterladen. Dieses bietet eine optimale Schnittstelle für alle Nirsoft- und Sysinternal-Tools und lässt sich über eine grafische Benutzeroberfläche bedienen.

Darüber hinaus bietet das Windows System Control Center auch Zugriff auf die meisten in Windows integrierten Systemwerkzeuge, Administratoren stehen damit zusammengenommen mehr als 250 Tools zur Verfügung. Unten ist eine Momentaufnahme der WSCC-Benutzerschnittstelle mit den Datei- und Laufwerks-Tools der Sysinternals zu sehen.

Übersicht über die Oberfläche des Windows System Control Center

WSCC bietet Zugriff auf einzelne Werkzeuge in einer hierarchischen Ansicht und mit einer effizienten Filterung.

Windows System Control Center ist kostenlos, Nutzer müssen lediglich einer Freeware-Lizenz zustimmen. Dafür leistet das Tool aber ziemlich viel. So können Administratoren entscheiden, welche Dienstprogramme für Benutzer zugänglich gemacht werden sollen. Auf diesem Weg können Sie also die Tools selbst auch geübten Benutzern oder Support-Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Beim Start zeigt das Windows System Control Center Kontrollkästchen an, mit denen Sie auswählen können, welche Tools WSCC anzeigen und welche es ausblenden soll. Dadurch können Administratoren Bereiche ignorieren, die sie nicht interessieren, und sich auf das konzentrieren, was sie tatsächlich nutzen wollen.  Standardmäßig zeigt die Oberfläche alle Artikel an. Sie müssen also die Toolbereiche abwählen, die Sie nicht nutzen wollen.

Überblick über das Windows System Control Center

Das Tool sucht automatisch nach Updates für alle Windows-Downloads, die in der Sammlung integriert sind. Da eine Standard-Installation 264 Elemente enthält, ist das ein sehr effizienter Punkt für die Automatisierung und um sicherzustellen, dass Sie auch immer mit den neuesten Tools arbeiten. Es dauert weniger als fünf Minuten, um alle Programme der Sammlung auf einem sauberen Windows zu installieren.

Wenn Sie den Knopf für ein Kommandozeilen-Utility anklicken, öffnet sich automatisch ein eigenes WSCC-Befehlszeilenfenster für das Tool. Sie müssen also nicht zuvor erst noch manuell eine Eingabeaufforderung öffnen. Das ist daher wichtig, weil die meisten Tools Befehlszeilen-Werkzeuge sind. Beachten Sie, dass einige Befehle nur funktionieren, wenn Sie diese mit dem "Als Administrator ausführen" aus dem NirCmd Dienstprogramm starten.

Die Kommandozeile des WSCC.

Benötigt ein Tool aus der WSCC-Sammlung eine Befehlszeile, öffnet sich automatisch ein neues Fenster.

Wenn Sie bereits Erfahrung mit den Sysinternals haben, haben Sie mit Sicherheit oft die Situation gehabt, dass Sie bestimmte Tools in einer Kommandozeile öffnet mussten oder beispielsweise cmd.exe mit Administratorrechten ausführen mussten. WSCC kümmert sich um all das automatisch für Sie. Abbildung 2 zeigt, wie das WSCC-Fenster aussieht, wenn Sie das Sysinternals-Datenträger-Mapping-Tool DiskExt.exe starten.

Wann immer ein Werkzeug oder ein Dienstprogramm sich in einem eigenen Fenster öffnet, startet Windows System Control Center das Tool oder Dienstprogramm für Sie. Sie können dann wie gewohnt mit dem Programm und seinen verschiedenen Funktionen interagieren. Abbildung 3 ist ein Screenshot des Sysinternals-Diskview-Dienstprogramms, das Farbcodierung verwendet, um visuelle Informationen zu einem bestimmten Datenträger anzuzeigen. Die Farben werden in der Legende erläutert.

Die grafische Ansicht von Festplatten mit DiskView

Diskview zeigt die Struktur von Festplatten für eine erste visuelle Analyse.

 

Farb-Legende von DiskView in WSCC.

In der Legende erfahren Sie, für welchen Status welche Farbe verwendet wird.

Wenn Sie alle Utilities eines bestimmten Typs anzeigen wollen – Sysinternals, NirSoft oder native Windows-Programme – klicken Sie einfach auf das Ordner-Level-Symbol im linken Fensterbereich, und schon erhalten Sie eine alphabetische Liste aller passender Werkzeuge in diesem Bereich. Das kann nützlich sein, wenn Sie sich nicht daran erinnern, welches Werkzeug Sie genau verwenden wollen, oder wie einzelne Tools heißen oder was deren Funktion ist.

Es gibt auch ein Suchfeld in WSCC im oberen Bereich. Sie können dieses nutzen, um Downloads für Windows nach Namen oder Funktionsnamen zu finden, wenn Sie nicht wissen, wo Sie mit der Suche beginnen müssen, um ein bestimmtes Tool zu finden.

So nutzen Sie die NirSoft Utilities mit Windows System Control Center

Der Nutzen der Windows Sysinternals ist gut dokumentiert, während die Möglichkeiten von Nirsoft ebenfalls sehr weitreichend sind, aber noch nicht so umfangreich dokumentiert wurden. Der Vorteil von WSCC liegt nun darin, dass Sie, unabhängig von Ihrem Kenntnisstand über die Nirsoft-Tools, das Werkzeug nutzen können, das am besten für die Aufgabe passt. WSCC verfügt dazu neben den Sysinternals-Tools auch über 200 zusätzliche Nirsoft-Tools. Niroft beschreibt die Tools mit den folgenden Kategorien:

  • Passwort-Recovery-Dienstprogramme: Kennwortwiederherstellung von E-Mail-Programmen, Instant-Messaging-Programmen und Einwahlkonfigurationen für virtuelle private Netzwerke (VPN) und Internet-Zugang. Es ist auch möglich, Windows-Anmeldeinformationen abzurufen, anzuzeigen, versteckte Passwörter im Klartext anzuzeigen und Netzwerk-Passwörter mitzuschneiden. Darüber hinaus können Sie PST-Datei-Passwörter und Kennwörter für geschützte Speicher verwalten.

Übersicht über die einzelnen Tools in Windows System Control Center.

Windows System Control Center präsentiert zahlreiche Hilfsprogramme für die Nutzer.

  • Netzwerk-Monitoring-Tools: Netzwerkfreigaben, drahtlose Netzwerkdetails und Bluetooth-Aktivität anzeigen. Administratoren können auch TCP-und IP-Pakete erfassen, TCP-und UDP-Verbindungen überprüfen, Netzwerkadapter auslesen und Download-Geschwindigkeiten überprüfen.
  • Internet-bezogene Anwendungen: Diese können die IP-Adresse anzeigen, Suchmaschine-Seiten auslesen und Videodateien aus dem Browser-Cache anzeigen. Benutzer können Flash-Videos von Webseiten erfassen, Screenshots von Webseiten machen und die DNS-Einträge anzeigen lassen. Es gibt auch Tools für die Verwaltung von Cookies und dem Browser-Verlauf im Internet Explorer.
  • Befehlszeilenprogramme: WSCC verwendet ein angepasstes Befehlszeilenfenster, das das NirSoft NirCmd-Dienstprogramm verwendet.
  • Desktop-Utilities : Suche nach Dateien, Ordnern und doppelten Dateien. Dazu gehört auch eine Alternativ für die Windows-Einstellungen Programme und Funktionen, Maus-Steuerungen für die Lautstärkeregelung und ein alternativer Dateimanager.
  • Freeware System-Tools: Sie können eine Vielzahl von kostenlosen Windows-Dienstprogrammen für die Verwaltung von Produktschlüsseln, Shell-Erweiterungen im Datei-Explorer und Autostart-Programmen nutzen. Es gibt auch Tools für USB-Geräte, Geräteverwaltung, geladene Treiber und vieles mehr.
  • Tools für Microsoft Outlook: Mit WSCC können IT-Profis Outlook AutoComplete-Dateien verwalten und reparieren, Anhänge im Outlook-Posteingang anzeigen und extrahieren und Outlook-Postfächer verwalten.

Es gibt also eine riesige Menge an wirklich guten Tools von Nirsoft. Ich verwende seit Jahren Nirsofts USB-und Bluetooth-Utilities, und ich habe mich gelegentlich aus der Not heraus mit den Tools für die Kennwortwiederherstellung beschäftigt. Diese Werkzeuge sind in der Regel einfach zu bedienen und definitiv einen Versuch wert.

Mit Windows System Control Center native Windows-Tools nutzen

Für native Windows-System-Tools hat das Windows System Control Center nichts wirklich Neues zu bieten, aber die Integration des NirCmd-Dienstprogramms für den Befehlszeilenzugriff ist nützlich, und eine einheitliche Benutzeroberfläche (UI) ist durchaus bequem. Werfen wir also abschließend einen kurzen Blick auf die Elemente, die im Bereich der Windows-Verwaltungstools zu finden sind.

Native Windows System-Tools in der WSCC-Ansicht.

Alter Wein in neuen Flaschen ? Die WSCC UI verpackt einige bekannte Tools in seinem Layout neu.

Das Tool bietet aber keine vollständige Liste aller vorhandenen Programme. Zum Beispiel befindet sich  die Datenträgerverwaltung (diskmgmt.msc) im Bereich "Datei-und Disk". Außerdem ist in den Optionen bei Systeminformationen der Ressourcenmonitor nicht zu finden (perfmon /rel).

Alles in allem aber bietet WSCC eine weitere Möglichkeit, viele Windows-Dienstprogramme, welche die meisten Admins und Power-User regelmäßig nutzen, zu verwenden. Sie sollten das Windows System Control Center für sich selbst testen, um zu sehen, ob das Programm für Sie nützlich ist.

Es gibt verschiedene Versionen des WSCC mit unterschiedlichem Funktionsumfang. Viele IT-Profis installieren dabei einfach die Standard-Version. Für Admins, die die Werkzeuge portabel nutzen wollen, gibt es auch eine portable Version, die auf einem USB-Stick oder einer SD-Speicherkarte installiert werden kann. Auf diesem Weg können Sie die Tools auch auf mehreren Computern nutzen.

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