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VMware Integrated OpenStack 2.5: vSphere-Integration statt neue Funktionen

VMware Integrated OpenStack 2.5 setzt auf eine tiefere vSphere-Integration statt auf neue Funktionen. Das Update auf Mitaka folgt mit VIO 3.0.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass VMware seine OpenStack-Plattform VMware Integrated OpenStack (VIO) vorgestellt hat, nämlich erst zwei Jahre zur VMworld 2014. VIO ist ein neues IaaS-Angebot (Infrastructure as a Service), das vSphere Enterprise für eine bessere Integration zwischen virtuellen Maschinen und der Private Cloud erweitert. Vor kurzem hat VMware mit VMware Integrated OpenStack 2.5 die nächste VIO-Version angekündigt, die mit einigen neuen Funktionen aufwarten wird.

VMware Integrated OpenStack basiert auf dem Upstream-Release von OpenStack, für den alle sechs Monate eine neue Version veröffentlicht wird. Die OpenStack Foundation hat sich für diesen schnellen Release-Zyklus entschieden, um mit der hohen Geschwindigkeit Schritt halten zu können, mit der aus der OpenStack Community heraus neue Funktionen und Module entwickelt werden.

VMware-Kunden soll dieser schnelle Release-Zyklus aber ein Stück weit erspart bleiben, indem sich VMware entschieden hat, seine OpenStack-Implementation mit jedem x.0-Release, wie beispielsweise VMware Integrated OpenStack 2.0, auf die dann jeweils aktuelle Code-Basis des OpenStack-Upstream-Projekts zu aktualisieren. Jede x.5-Version dagegen, wie also jetzt VIO 2.5, soll kein Update der Code-Basis enthalten, sondern vor allem neue Funktionen integrieren.

Mit VIO 2.0 wurde die Code-Basis also von OpenStack Icehouse auf OpenStack Kilo aktualisiert, die auch die Grundlage von VIO 2.5 bildet. Erst mit VIO 3.0 soll dann das Update auf OpenStack Mitaka erfolgen. OpenStack Liberty wird dann wie zuvor schon OpenStack Juno überspringen.

Bessere vSphere-Integration mit VMware Integrated OpenStack 2.5

VIO 2.5 enthält also keine neuen OpenStack-Module, sondern konzentriert sich vielmehr auf die bessere Integration mit bestehenden VMware-Produkten, um den Schritt von einer vSphere-Umgebung hin zur OpenStack-Cloud einfacher zu machen. VMware Integrated OpenStack wird zum Beispiel nicht mehr nur für Kunden mit vSphere Enterprise Plus erhältlich sein, sondern auch in der vSphere Standardlizenz enthalten sein – vorausgesetzt, Kunden haben auch VMwares SDN-Produkt (Software-defined Networking) NSX gekauft.

Mit dieser Option fehlen zwar auch vSphere-Funktionen wie zum Beispiel Distributed Resource Scheduling (DSR) zum Ressourcen-Management, aber VMware-Kunden mit dieser vSphere-Lizenzierung dürften entsprechende Features auch bisher nicht vermisst haben. Durch diese Öffnung von VIO für breitere Kundenschichten hofft VMware, auch Kunden ohne typischen Virtualisierungs-Hintergrund anzusprechen.

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Ein weiterer Fokus von VIO 2.5 ist die Automatisierung. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine hausgemachte Konkurrenz zur Automatisierung mit VMware vRealize. Stattdessen steht die Automatisierung einfacherer und feingliedrigerer Aufgaben im Vordergrund, die im Zusammenhang mit bestehenden Workloads auftreten. Beispielsweise das Cloning virtueller Maschinen oder die Workload-Migration oder auch eine einfachere Benutzeroberfläche für Templates.

Hierfür nutzt VMware die gleichen Programmierschnittstellen wie für vSphere, wodurch das Nova Cloning auf die vSphere-Schicht zugreifen kann, um dort virtuelle Maschinen zu klonen und in VIO zu importieren. Auf einem tieferen Level war die Integration des API-Sets ein sehr wichtiges Designziel von VIO 2.5, weil sich so ein einheitliches Framework bietet, was das Entwickeln zusätzlicher Tools wesentlich erleichtert.

Ressourcenpools, die es in vSphere-Umgebungen bereits gibt, werden jetzt auch in VMwares neuer OpenStack-Distribution integriert, genauso wie eine verbesserte Unterstützung  für das Scheduling und die Anwendung von Affinitätsregeln. Beides dient der besseren DRS-Integration auf der vSphere-Plattform. Im Ergebnis wird es damit einfacher, mit VIO bestimmte Workloads auf bestimmten Hosts auszuführen.

Ebenfalls neu ist die Möglichkeit zu All-in-One-Deployments, mit denen Kunden Machbarkeitsstudien durchführen können und alle OpenStack-Komponenten auf eine virtuellen Maschine ausgeführt werden. Für eine minimale OpenStack-Umgebung waren dagegen bisher sieben VMs nötig. Mit diesem Schritt senkt VMware die Einstiegshürde und hofft so, dass mehr Interessenten erste Erfahrungen mit der Technologie gewinnen. Bestimmte Funktionen, wie zum Beispiel High Availability, sind mit solchen Konfigurationen aber natürlich nicht abbildbar.

Es ist deutlich zu sehen, wie VMware die Funktionen der darunterliegenden vSphere-Infrastruktur nutzt, um so VIO 2.5 besser in Szene zu setzen. Zu nennen sind hier sicherlich der ausgereifte Hypervisor, die fortgeschrittenen Automatisierungs-Tools, das Management-Interface oder auch bestimmte Storage-Funktionen. Auf dieser Grundlage spielt VIO problemlos in der gleichen Liga mit wie OpenStack-Plattformen anderer Hersteller, etwa von Red Hat oder Mirantis.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2016 aktualisiert

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