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Überblick über die Service-Bereitstellung mit dem Azure Resource Manager

Der Azure Resource Manager ist das Microsoft-Tool der Zukunft für die Service-Bereitstellung mit Azure. Ein Überblick über die wichtigsten Begriffe.

Microsoft ist im Public-Cloud-Bereich einer der größten Konkurrenten von Amazon und bietet in diesem Segment ebenfalls eine breite Palette von Infrastruktur- und Anwendungsdiensten. Allerdings kann die Breite des Azure-Portfolios komplex wirken, wenn IT-Spezialisten Multi-Tier-Anwendungen entwerfen, konfigurieren und bereitstellen müssen, die mehrere Cloud-Dienste nutzen. Der Azure Resource Manager als primäres Werkzeug für die Verwaltung von Services und Anwendungen auf Azure dient dazu, diese Aufgaben zu vereinfachen.

Im Normalfall greifen Anwender über die grafische Benutzeroberfläche Azure Web Management auf den Azure Resource Manager zu. Allerdings kann die Nutzung einer grafischen Benutzeroberfläche auch entfallen, wenn die Automatisierung über die Kommandozeilenschnittstelle von Azure und die  PowerShell erfolgt.

Durch den gesamten Lebenszyklus einer Anwendung hindurch spielt der Azure Resource Manager drei Schlüsselrollen:

  • Beschreibung und Entwurf. Der Azure Resource Manager ermittelt alle Ressourcen und Dienste von Azure, die eine bestimmte Anwendung nutzt, sowie die Beziehungen und untereinander bestehenden Abhängigkeiten von Komponenten und die lokalen Zuweisungen von Ressourcen an Gruppen, die verschiedenen Anwendungen, Nutzern, Arbeitsgruppen oder Kostenträgern zugeordnet sind.
  • Provisionierung: Mit dem Azure Resource Manager können Anwender Ressourcen in einer oder in mehreren Regionen von Azure bereitstellen, unter denen in Kürze auch Private Clouds auf Basis von Azure Stack sein können. Herfür kommen vorgefertigte Konfigurationen und Richtlinien zum Einsatz, die mehrere Bereitstellungstypen für eine bestimmte Anwendung umfassen können, so wie etwa für Produktion, Test oder Entwicklung.
  • Steuerung und Administration: Der Azure Resource Manager agiert als zentrales Repository für Service-Designs und -Bereitstellung unter Azure, was bedeutet, dass alle Änderungen an der Hauptkonfiguration durch einen Anwender automatisch auf alle bereitgestellten Instanzen angewendet werden. Zum Beispiel nutzt der Azure Resource Manager rollenbasierende Zugriffskontrollen (RBAC), um Zugriffsrechte auf Basis der Tätigkeiten von Anwendern oder deren Organisationseinheit zu segregieren.

Durch Integration kann der Azure Resource Manager RBAC-Rechte an bestehende Nutzer und Gruppen im Active Directory anbinden. Wie Active Directory unterstützt auch Azure Resource Manager die hierarchische Vererbung von Zugriffsrechten, so dass eine Rolle, die einer übergeordneten Gruppe zugewiesen ist, ihre Zugriffsrechte auch an die darin liegenden untergeordneten Nutzer und Gruppen erteilt.

Ähnlich wie ein Package oder Build Management System entkoppelt der Azure Resource Manager durch die Unterstützung von Vorlagen für Azure die logischen Dienstbeschreibungen von den spezifischen bereitgestellten Instanzierungen. Vorlagen ermöglichen Entwicklern und Operations-Teams die Nutzung deklarativer Beschreibungen von Azure-Diensten und -Konfigurationen, um komplexe, voneinander abhängige Anwendungsarchitekturen zu beschreiben.

Vorlagen für Azure werden in der JSON-Syntax geschrieben und bestehen aus vier grundsätzlichen Elementen:

  • Parameter: Dies sind Werte, die zur Anpassung einer Bereitstellung und zur Beschreibung von Attributen wie der Laufzeitumgebung (Entwicklung, Test oder Produktion), Versionen, Bereitstellungsregion, Servernamen oder Netzwerkkonfiguration genutzt werden.
  • Variable: Wie in jeder Programmiersprache beinhalten Variablen jegliche Werte, die innerhalb der Vorlage konsistent angewendet werden sollen. Ändern Anwender die Variable einmalig, so erhält jede Ressource, die diese Variable nutzt, einen neuen Wert.
  • Ressourcen: Diese sind das Herz einer Vorlage und beschreiben die Sammlung bereitgestellter Azure-Dienste, einschließlich deren Konfiguration und Eigenschaften, die durch Parameter oder Variablen bestimmt werden.
  • Outputs: Sie beschreiben jegliche Daten, die von einer Bereitstellung zurückgeliefert werden, so wie etwa URI und URL für REST APIs oder ein Verbindungs-String für eine Datenbank.

Anwender können Vorlagen für Azure durch Ausdrücke und Funktionen erweitern. Üblicherweise evaluieren Anwender diese zum Zeitpunkt der Bereitstellung und nutzen sie, um die angepasste Konfiguration bestimmter Eigenschaften in Vorlagen zu automatisieren.

Ein fundiertes Verständnis des Azure Resource Manager ist ein wichtiger Bestandteil einer effektiven und effizienten Bereitstellung Cloud-basierter Anwendungen auf Azure. Wie jede neue Software bringt der Erstkontakt mit dem Azure Resource Manager eine eher steile Lernkurve mit sich, doch diese Anstrengungen machen sich später um ein Vielfaches bezahlt, da so Fehler, Sicherheitslücken und Verwaltungs-Overhead ausgemerzt werden können.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2016 aktualisiert

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