Tipps zur DCIM-Auswahl: Datenflut in nützliche Informationen umwandeln

Heutige DCIM-Tools bieten oft viel zu viele Daten. Gute DCIM-Lösungen bündeln diese Datenflut zu übersichtlichen und verwertbaren Informationen.

Gute DCIM-Software (Data Center Infrastructure Monitoring) sollte idealerweise ein wertvolles Tool sein, mit dem sich operative Vorgänge und Warnbenachrichtigungen für bevorstehende Probleme verwalten lassen – das Ganze natürlich mit so wenig Nutzereingaben wie möglich. DCIM kann darüber hinaus aber natürlich noch viel mehr bieten, wenn man damit umzugehen weiß.

Alle DCIM-Tools haben eines gemeinsam: Daten. Aber ein DCIM-Produkt, das wirklich alle erhältlichen Daten aufbereitet, bietet wahrscheinlich schon viel zu viele Informationen.

Eigentlich kann niemand wirklich definieren, was DCIM ist oder DCIM auch erschöpfend erklären. Warum? Weil jedes Tool anders ist und weil sich vor allem auch Data-Center-Umgebungen stark voneinander unterscheiden. Jede Information, die über grundlegende Alarmbenachrichtigungen hinausgeht, geht eigentlich schon zu weit. 

Eine derartige Informationsflut richtet sich an große Operations-Teams mit genug Personal, um aus den vielfältigen Daten sinnvolle Informationen herauszuziehen. Rechenzentren sind komplexe Einrichtungen, die durchaus von DCIM-Lösungen profitieren können, solange nur das richtige Tool für die jeweilige Umgebung ausgewählt wird.

Bevor es DCIM-Software gab, waren Rechenzentrumsbetreiber schon froh, wenn sie über steigende Temperaturen oder den Ausfall einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) informiert wurden. Heutzutage liefern Server, Kühlung, USVs, Stromverteiler und jede Menge anderes Equipment eine Unmenge an Messdaten über jedes noch so kleine Betriebsdetail. Es ist ohne Zweifel wichtig, Energieeffizienz und Verfügbarkeit unserer Rechenzentren mit diesen Daten zu verbessern. Anbieter und Hersteller denken aber offenbar, da 256 so eine schöne Zahl sei, müsse man auch jedes mögliche Bit für die Datenmessung nutzen – ob es Sinn ergibt oder nicht. Es wäre ein Leichtes, an dieser Stelle mit der Bemerkung zu schließen, dass „zu viel Informationen“ die passende Beschreibung für DCIM sei.

Aber stimmt das eigentlich überhaupt? Wir können ohne Probleme zu viele Information aus einem DCIM-System herausziehen, als dass man diese noch vernünftig verarbeiten kann. Aber kann man überhaupt je zu viele Informationen haben? An diesem Punkt sollte man auf den wichtigen Unterschied zwischen Daten und Informationen eingehen. Jede einzelne Transaktion im Data Center liefert DCIM-Daten, daraus lassen sich schließlich grafisch aufbereitet Informationen mit Ratschlägen gewinnen.

Genau das sollte ein DCIM-Tool ermöglichen. Zusatzpakete, die mehr als die üblichen Daten erfassen und beispielsweise auch Asset-Tracking bieten, können durchaus nützlich sein, aber das sollte nicht der hauptsächliche Grund für die Anschaffung eines bestimmten Produktes sein. Ein gutes DCIM-Tool sollte die Berge an Performance-Daten in aussagekräftige Management-Informationen umwandeln, mit denen sich komplexe und dynamische Umgebungen besser verwalten lassen. Was gute DCIM-Software ausmacht ist genau diese Fähigkeit, danach sollte man bei der Auswahl einer DCIM-Lösung suchen.

Was macht das richtige DCIM-Tool aus?

Wenn die wichtigste Aufgabe einer DCIM-Lösung nicht das Sammeln von Informationen, sondern deren Aufbereitung in nützliche Informationen ist, was macht Informationen dann letztlich nützlich?

Die richtigen Monitoring-Informationen hängen letztlich vom jeweiligen Data Center ab, die Frage wäre also, was genau überwacht werden muss und welche Daten hierzu vorhanden sind. Zudem kommt es natürlich darauf an, wer das Tool nutzt und wartet.

Jede DCIM-Software bietet standardmäßig eine grafische Benutzeroberfläche. Der Hauptbildschirm sollte dabei so logisch aufgebaut sein, dass wirklich jeder Nutzer sofort einen guten Überblick über die Lage bekommt, ohne weitere Erklärungen zu benötigen. Falls das nicht möglich ist, dann ist das DCIM-Tool schlicht nicht gut aufgebaut und sollte auch nicht in die engere Wahl kommen. In einem Notfall muss einfach jeder auf den ersten Blick sehen können, wo das Problem liegt, auch wenn er das Tool bereits seit längerer Zeit nicht genutzt oder kein intensives Training erhalten hat.

Ein gutes DCIM-Tool sollte außerdem einfach zu verstehende Trends auf Basis der Daten generieren können, und wird idealerweise sogar Alarmbenachrichtigungen ausgeben, noch bevor kritische Systemkomponenten ausfallen.

Die Wartung der DCIM-Bereitstellung sollte auch kein Vollzeitjob sein. Die Personaldecke ist in den meisten Rechenzentren sowieso bereits zu dünn. Wenn ein DCIM-Tool zu viel Zeit und Ressourcen in Anspruch nimmt, dann ist es kein gutes Investment mehr. Wartungszeiten gehören natürlich zu jedem DCIM, letztlich können hierfür aber auch zu komplexe DCIM-Systeme die Ursache sein.

Ein robustes DCIM-Tool sollte modular aufgebaut sein. Damit kann man genau die Komponenten nutzen, die man braucht. Sobald man mit der Nutzung besser vertraut ist, kann man immer noch evaluieren, ob zusätzliche Module sinnvoll wären, im Kostenrahmen liegen und Komplexität und Wartung nicht zu sehr erhöhen.

Folgen Sie SearchDataCenter.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im August 2015 aktualisiert

Erfahren Sie mehr über Data-Center-Betrieb

- GOOGLE-ANZEIGEN

ComputerWeekly.de

Close