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Statistische Prozesssteuerung (SPC) in SAP ERP anwenden

Das Tool statistische Prozesssteuerung in SAP ERP kann schnell feststellen, wenn ein Prozess in Gefahr ist und droht, außer Kontrolle zu geraten.

Logistik- und Supply-Chain-Planer sind immer bestrebt, reibungslos funktionierende Business-Funktionen aufrecht zu erhalten und Produktionsstörungen zu vermeiden. Dabei kann das Werkzeug statistische Prozesssteuerung (SPC) hilfreich sein. SPC ist ein Tool zur Prozessverbesserung, das in der Komponente Qualitätsmanagement im SAP-ERP-System zur Verfügung steht. Produktionsplaner können das Tool einfach in bestehende Produktionsprozesse integrieren.

Betrachten wir als Beispiel ein Unternehmen, das Backwaren produziert. Einer der kritischen Prozessparameter, den man in diesem Fallbeispiel beachten und genau überwachen sollte, ist die Temperatur. Eine geringere als die gewünschte Temperatur führt zu nicht ausgebackenen Backwaren und eine höhere Temperatur zu überbackenen oder gar verbrannten Produkten. Dies wäre eine Verschwendung, ist teuer und stellt eine Störung der Supply Chain dar.

Statistische Prozesssteuerung (SPC) kann dazu beitragen, schnell festzustellen, wenn ein Prozess außer Kontrolle geraten ist oder in Gefahr ist, dass er außer Kontrolle gerät. Unternehmen müssen ohnehin normale oder Routinestörungen (als Dispersionen bekannt) von Geschäftsprozessen überprüfen und vorbeugende Maßnahmen etablieren.

Abbildung 1: Statistische Prozesssteuerung (SPC) in SAP ERP

Allerdings haben sie normalerweise kein präventives Messinstrument für Störungen zur Verfügung. Wenn hingegen SPC eingesetzt wird und ein Prozessparameter in eine unkontrollierte Situation abzugleiten beginnt, kann der Mitarbeiter, der den Prozess beaufsichtigt beziehungsweise managt, unverzüglich Maßnahmen zur Bereinigung der Situation einleiten.

Abbildung 1 ist ein Beispieldiagramm aus dem SAP-SPC-Tool. Die Grafik zeigt eine Konzentration von Datenpunkten auf der linken Seite, die sich für den betrachteten Prozess noch im normalen Bereich befinden.

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Dann steigen die Werte auf einen ungewöhnlich hohen Punkt an, der bei 165 liegt. An dieser Stelle hat jemand korrigierende Maßnahmen eingeleitet und der Wert fällt wieder auf 94 zurück - womit wieder der Normbereich erreicht ist.

Unternehmen können den Umfang von SPC erweitern, und das Tool nicht nur in ihre Produktionsprozesse integrieren, sondern auch in die Einkaufs- und Verkaufsprozesse.

Im Beschaffungsprozess zum Beispiel könnte ein zu überwachender Prozessparameter die physikalische Festigkeit einer Stahlschiene sein, die das Unternehmen beschafft hat.

Die physikalische Festigkeit aller Stahlschienen müssen innerhalb bestimmter Toleranzgrenzen liegen und beim Überschreiten dieser Grenzen kann das SPC-Tool die notwendigen Warnungen abgeben, um Störungen in der Produktion und in der Lieferkette zu minimieren.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2015 aktualisiert

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