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Linux oder Windows – Warum nicht beide Betriebssysteme nutzen?

Sowohl Windows als auch Linux bieten spezifische Vor- und Nachteile. Im Parallelbetrieb können die Stärken beider Plattformen kombiniert werden.

Für Unternehmen wird Linux immer wichtiger, steht aber nach wie vor meist im Schatten von Windows. Dabei werden für Linux-Distributionen nur selten Lizenzgebühren fällig, damit wäre es aus finanzieller Sicht egal, ob 100 oder 1.000 Linux-Instanzen zum Einsatz kommen. Zudem gibt es auch für ältere Hardware oft noch gut funktionierende Treiber.

Dabei ist Linux aber keineswegs perfekt, vor allem mit Blick auf den Support. Bei kostenlosen Linux-Distributionen steht man bei Problemen meist alleine da und kann lediglich bei der Community um Rat fragen. Eine Alternative hierzu bieten kostenpflichtige Linux-Distributionen, die dann den Support durch den Linux-Anbieter mit einschließen.

Die meisten Linux-Anwendungen sind Open-Source-Software und teilweise auch kostenfrei erhältlich. Manche Anwendungen sind aber schlicht gar nicht für Linux erhältlich, etwa Microsoft-Applikationen wie Outlook. Bei allen Vor- und Nachteilen von Windows und Linux bietet es sich daher an, die Stärken beider Betriebssysteme zu kombinieren und einfach beide zu nutzen.

Welche beiden Linux-Dateitypen gibt es?

In Linux bestimmt der Installationsdateityp mit darüber, mit welcher Distributionsart von Linux man überhaupt arbeitet. Der erste Dateityp ist Debian beziehungsweise APT-basierende Pakete (darunter Zorin, Ubuntu, Xubuntu und einige weitere). Der zweite Dateityp fasst auf Red Hat basierende Pakete zusammen, darunter Fedora und CentOS. Der große Unterschied zwischen beiden Distributionsarten liegt in den enthaltenen Programmen und darin, wie sie Metadaten komprimieren. Debian verwendet .deb, Red Hat dagegen .rpm.

Bereits 1998 wurde der Application-Manager advanced apt-get für Unix und Linux veröffentlicht, um die Integration von Anwendungen in Debian-Systemen zu ermöglichen. Hier kommen .deb-Dateien zum Einsatz und der Application-Manager kann bei der Auflösung von Softwareabhängigkeiten unterstützen. Man kann apt-get sogar anpassen, um Red Hats Package Manager mit apt-rpm zu steuern.

In Debian oder Ubuntu Linux ist apt-get grundsätzlich ein Befehl. Die Struktur von apt-get lautet sudo apt-get install [Paketname]. Die sudo-Zeile gewährt apt-get vorübergehende Administratorenrechte.

Windows und Linux parallel nutzen

Die Einrichtung eines Dual-Boot-Szenarios ist die beste Idee, wenn Anwender Linux für einige Aufgaben und Windows für andere Aufgaben verwenden möchten. Wird Linux installiert, so erkennt das Betriebssystem in aller Regel, das Windows bereits installiert ist. Beim Hochfahren erhält man dann die Möglichkeiten, entweder Windows und Linux zusammen oder nur Linux alleine zu starten.

Eine weitere Möglichkeit wäre die Installation in einer virtuellen Maschine (VM), was ideal ist, wenn Anwender nur einige wenige Linux-Anwendungen ausführen möchten. Wenn eine virtuelle Maschine erst einmal mit Oracle VirtualBox oder VMware Player eingerichtet ist, kann eine Linux-ISO-Datei installiert werden, die anschließend wie eine Windows-App funktionieren wird.

Die Installation eines Betriebssystems verbraucht aber in jedem Fall Speicherplatz auf dem Laufwerk, der nicht immer zur Verfügung steht. In diesem Fall ist es auch möglich, Linux von einem USB-Stick aus zu starten. Dieser Ansatz empfiehlt sich vor allem, wenn man Linux erst testen und ausprobieren will, bevor man eine komplette Installation in Betracht zieht.

Vor der Installation sollte zunächst ein Backup des entsprechenden Laufwerks angefertigt werden, da während der Installation das Laufwerk formatiert wird und Partitionsdaten verändert werden. Anschließend kann über ein Tool zum Erstellen von USB-Installation wie zum Beispiel Rufus die Linux-Distribution der Wahl installiert werden. Der USB-Stick sollte hierzu mindestens noch ein GB Speicher bieten und keine wichtigen Daten mehr enthalten.

Über das Installations-Tool können Dateisysteme, Clustergrößen und Partitionierungsschemata konfiguriert werden. Beim Booten vom USB-Stick wird dann statt Windows Linux gestartet, allerdings wird ein USB-basiertes Betriebssystem immer langsamer ausgeführt werden als eine normale Installation.

Sowohl Windows als auch Linux haben ihre ganz spezifischen Vorteile. Der Parallelbetrieb beider Betriebssysteme ermöglicht es, sich die Stärken beider Plattformen zunutze zu machen.

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