Fünf Punkte, die es bei der Planung eines Server-Aktualisierungszyklus zu beachten gibt

Wann ist es an der Zeit, die Server im Rechenzentrum zu erneuern? Leistungsfähigere Server und Virtualisierung sind Schlüssel in diesem Gedankenspiel.

In jedem Rechenzentrum steht in regelmäßigen Zeitabständen ein Aktualisierungszyklus für Server und andere kritische Hardware an. In diesem Rahmen können Organisationen modernere Geräte mit höherer Zuverlässigkeit und neuen Funktionen bereitstellen, die letztlich dabei helfen sollen, Einsparungen zu realisieren.

Traditionell fanden Aktualisierungszyklen im Schnitt etwa alle fünf Jahre statt. Dieser Rhythmus hat sich allerdings in den letzten rund zehn Jahren deutlich beschleunigt. Ist es jetzt Zeit, dass Sie Ihre Server aktualisieren? Die Antwort darauf ist nicht ganz einfach. Aber es gibt eine Reihe wichtiger Faktoren, die eine frühere System-Aktualisierung rechtfertigen können.

Halten Sie Ausschau nach Servern, die neue Funktionen ermöglichen. Ziehen Sie eine Server-Aktualisierung in Betracht, wenn eine neue Serie oder ein neues Modell Funktionalität ermöglicht, die mit den vorhandenen Servern nur schwer oder gar nicht realisierbar war. Immerhin war Virtualisierung von Servern noch vor ein paar Jahren überaus belastend für die CPUs, bis schließlich Erweiterungen wie Intel VT oder AMD V auf den Markt kamen. Die Entwicklung hin zu Servern mit CPUs, die Virtualisierung unterstützen, hat damit zu extremen Performance-Steigerungen virtueller Maschinen (VMs) geführt.

Diese Fähigkeiten werden allerdings nicht allein durch Fortschritte im Bereich der Prozessoren vorangetrieben. In virtuellen Umgebungen ist der Arbeitsspeicher ein entscheidendes Server-Merkmal. Ein großer Arbeitsspeicher ist ausschlaggebend für ein höheres Konsolidierungsniveau. Zudem hat die Zuverlässigkeit des Arbeitsspeichers Auswirkungen auf die Zuverlässigkeit sämtlicher VMs, die auf dem jeweiligen Server laufen. So kann moderner Arbeitsspeicher heute Code zur Korrektur von Fehlern enthalten, der die Ausbreitung von Multibit-Fehlern in einem einzigen Memory-Baustein über einen ganzen Memory-Bereich verhindert. Weitere neue Features sind das Hinzufügen von Reserve-Arbeitsspeicher (Memory-Sparing), bei dem zusätzlicher Arbeitsspeicher für den Fall des Versagens eines Arbeitsspeicher-Geräts vorgehalten wird. Eine weitere Funktion ist die fehlertolerante Memory-Spiegelung, bei der die Inhalte des Arbeitsspeichers über mehrere Geräte (ähnlich wie bei RAID 1) verteilt werden.

Für die Zukunft ist außerdem die Unterstützung neuer Chip-Sets zu erwarten, die zusätzliche Speichertypen verwalten können, höhere I/O- und Bus-Geschwindigkeiten bieten und mehr.

Bewerten Sie die Wirtschaftlichkeit von Leasing oder Miete von Systemen. Viele Unternehmen ziehen es vor, Eigentümer ihrer Server zu sein. Es gibt jedoch auch eine Reihe verschiedener Leasing- oder Mietoptionen. Sie ermöglichen es Organisationen, modernere und leistungsfähigere Hardware zu ordern und dabei aus Anschaffungsinvestitionen laufende Betriebskosten zu machen. In ähnlicher Weise bieten Händler unter bestimmten Bedingungen alternative Zahlungsmodelle (wie zum Beispiel Niedrigzins-Finanzierungen).

Manche Unternehmen zögern, die Aktualisierungszyklen ihrer Hardware zu verkürzen. Sie sind nicht gewillt (oder in der Lage), die erforderlichen Finanzmittel entsprechend öfter für die Anschaffung bereitzustellen. Außerdem wollen sie sich nicht noch häufiger mit Themen wie dem Recycling oder der Entsorgung der alten Hardware beschäftigen. Leasing- oder Mietverträge in neuen Formen können hier die Kapital-Belastung senken und gleichzeitig Probleme mit der Entsorgung zum Ende des Lebenszyklus lösen.

Suchen Sie nach Servern, die zusätzliche Computer-Technologien ermöglichen. Server-Virtualisierung hat eine Revolution im Bereich des Prozessor-Designs und der Rechenfähigkeiten vorangetrieben. Sofern die verfügbaren Mittel ein höheres Konsolidierungsniveau gestatten, können derartige Projekte sowie Initiativen zur Desktop-Virtualisierung von kürzeren Aktualisierungszyklen sehr profitieren,. Der Einsatz von Servern mit Intel E7-2803 Xeon-Prozessoren ermöglicht beispielsweise 6 Kerne und 12 Threads pro Prozessor. Eine Aktualisierung dieses Servers auf Intel E7-8870-Prozessoren bietet jedoch gleich 10 Kerne und 20 Threads pro Prozessor. Diese Möglichkeiten lassen sich zunehmend ausweiten, indem neue Server mit zwei oder vier Prozessor-Steckplätzen beschafft werden.

Denken Sie über Verbesserungen im Bereich der System-Aufstellung und -Kühlung nach. Für überfrachtete Rechenzentren oder Einrichtungen, die sich mit Temperatur-Problemen plagen, kann sich die schnellere Aktualisierung der Server-Technologie lohnen. Denn neue Server bieten zumeist mehr Möglichkeiten bei gleichzeitig kleinerer Bauform. So könnte beispielsweise dieselbe Rechenleistung, die aktuell in Ihrem 4U-Rack-Server steckt, auch in einem 1U-Server bereitgestellt werden.

Der Umstieg auf weniger Geräte und kleinere Formfaktoren kann den Betreibern von Rechenzentren eine Neuverteilung der Server-Hardware auf vorhandenem Rackspace ermöglichen. Dies kann zu einer Verbesserung der Luft-Strömungsprofile für die Kühlung und zur Vermeidung von Geräte-„Hotspots“ beitragen. Dadurch sinken die Kosten für die Kühlung, insbesondere dann, wenn Sie Punkt-Kühlgeräte einsetzen und so Betriebstemperaturen erreichen, wie sie die Standards der American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers (ASHRAE) empfehlen. Das Eliminieren von Hitze-Staus erhöht die Zuverlässigkeit des Systems, was zu einer Verringerung von Ausfall-Zeiten und Dienst-Unterbrechungen führt.

Suchen Sie nach rentablen Möglichkeiten zur Senkung des Stromverbrauchs. Die Stromkosten bilden inzwischen einen wesentlichen Anteil der Betriebskosten eines Rechenzentrums. Deshalb wird jede Initiative zur Senkung der Stromkosten positive Auswirkungen auf die finanzielle Situation des Unternehmens haben. Bedenken Sie in diesem Zusammenhang auch den Effekt, der sich mittels Server-Konsolidierung erzielen lässt. Durch den Austausch älterer, weniger leistungsfähiger Server durch neuere und leistungsfähigere Systeme kann ein Unternehmen dieselbe Rechenleistung mit einem Bruchteil der früheren Geräte-Zahlen erreichen. Eine geringere Menge physischer Geräte benötigt weniger Strom – eine betriebliche Einsparung, die sich in jedem Monat positiv bemerkbar macht. Der Wechsel zu leistungsfähigeren Servern der neuesten Generation kann unter Umständen so viel Energie einsparen, dass die technische Aktualisierung damit finanziell bereits abgedeckt ist.

Einer der offenkundigen Nachteile nahezu jeder technischen Modernisierung ist die Entsorgung der Altgeräte. Glücklicherweise trägt Virtualisierung zu einer Abstraktion der Workloads für die genutzte Hardware bei. Das leistet einen Beitrag zur Überwindung der traditionellen Hardware-Abhängigkeit. Dadurch eröffnen sich zusätzliche Möglichkeiten für ältere Gerätschaften. Zum Beispiel können ältere Systeme für Tests und Entwicklung abgestellt oder Abteilungen beziehungsweise Arbeitsgruppen zugewiesen werden. Auch eine Relokation zu Zweigstellen oder externen Rechenzentren-Standorten, wo die Server in einer sekundären Rolle betrieben werden, ist denkbar. Diese Optionen ermöglichen eine längere Nutzungsdauer von technischer Ausstattung im Unternehmen - möglicherweise auch nur außerhalb von Produktivsystemen.

Artikel wurde zuletzt im Dezember 2012 aktualisiert

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