Fünf Arten, wie Administratoren Windows Server 2012 Remote Management sinnvoll nutzen können

Windows Server 2012 stellt Administratoren zahlreiche Hilfsmittel für die entfernte Verwaltung von Servern zur Verfügung.

Windows-Administratoren müssen sich an ein neues Konzept für Server gewöhnen. Noch vor zehn oder 15 Jahren haben wir auf allen unseren Servern Software für Remote-Konsolen von Drittanbietern installiert, heute aber ist die Verwaltung immer stärker automatisiert und zentralisiert. Windows Server 2012 treibt diese Entwicklung noch weiter: Microsoft gibt Administratoren gute Möglichkeiten, Server remote zu verwalten, ohne sich dafür bei der Konsole der jeweiligen Maschine anzumelden.

Wer daran gewöhnt ist, mit dem Desktop seiner Server zu interagieren, dem mag das erst einmal fremd vorkommen. Im Folgenden finden Sie deshalb fünf Möglichkeiten, wie Sie die Remote Server Management Tools vorteilhaft einsetzen können.

1. Mit dem Dashboard von Server Manager beginnen

Die Konsole Server Manager ist jetzt kein Snap-in der Microsoft Management Console (MMC) mehr. Sie wurde komplett neu geschrieben, um das Management mehrerer Server von einer einzigen Oberfläche aus zu optimieren. Das kachelartige Interface ist angelehnt an Windows 8, allerdings nicht zwingend auf Touch-Bedienung ausgelegt. Von den Kacheln werden viele als Symbole auf dem Baum unter dem Server-Objekt unterteilt. Sie weisen den Weg zu unterschiedlichen funktionalen Bereichen des Dashboard.

Server Manager erkennt automatisch installierte Rollen auf Ihren Servern, so dass Sie damit Print-Server, DHCP-Server und Domain-Controller gleichermaßen steuern können, ohne das passende MMC-Snap-in öffnen zu müssen. Ebenfalls ist es hier möglich, die Ansichten über die verschiedenen Rollen zu konsolidieren, indem Sie den Zustand aller Ihrer DNS-Server betrachten. Diese werden in einer eigenen Kachel-Anordnung prominent dargestellt.

Mit dem Dashboard können Sie einen schnellen Überblick über die Performance und Problem-Gebiete Ihrer Server bekommen. Wenn Sie auf einen Server klicken, sehen Sie sofort Informationen über die Performance der letzten 24 Stunden sowie Einträge im Ereignis-Protokoll und Ergebnisse des Best Practice Analyzer. Alle Rollen und Features sowie der Status von Diensten werden sofort angezeigt. Früher mussten Sie diese Informationen über das MMC zusammentragen. Das neue Vorgehen ist im Vergleich dazu deutlich komfortabler.

Gleichzeitig sind die Informationsseiten interaktiv. Sie können darin zum Beispiel einen Scan des Best Practice Analyzer, eine Event-Abfrage oder eine Performance-Warnmeldung anlegen.

2. Server-Gruppen einrichten

Wer mehr als nur ein paar Server zu betreuen hat, sollte für Windows Server 2012 Remote Management die Konsole Server Manager mittels Server-Gruppen organisieren. Viele IT-Abteilungen haben die Organisation anfangs mit Active Directory vorgenommen. Administratoren ignorieren dieses Modell jedoch häufig, weil sich alltägliche Management-Aufgaben nicht unbedingt nach dem Organisationsmodell richten. Server-Gruppen lassen sich im Menü Manage/Verwalten unter dem Punkt Create Server Group/Server-Gruppe erstellen einrichten.

Organisieren Sie die Server danach, wie Sie auf sie blicken. Als Ordnungskriterien in Frage kommen zum Beispiel Funktionsgruppen, Anwendungen, Standorte oder sogar Wochentage. Wie genau spielt keine Rolle, solange Ihre Produktivität dadurch steigt.

3. Ihre Werkzeuge finden

Die wichtigsten Werkzeuge in Windows Server 2012 Remote Management sind vom Startmenü in das Menü Server Manager Tools gewandert. Optionen wie Active Directory Users and Computers, Domain Name System (DNS) sind jetzt über die Optionen von Server Manager auf der rechten Seite des Fensters aufrufbar.

Ebenfalls können Sie mit der rechten Maustaste auf einen Server klicken, um die dafür verfügbaren Werkzeuge zu sehen. Wenn Sie zum Beispiel mit der rechten Maustaste auf einen Server klicken, auf dem DNS läuft, sehen Sie die Option DNS Manager. Ist Hyper-V mit enthalten? Ja, ebenso wie Active Directory. Wenn es um eine Windows-Rolle geht, sollte auch ein Werkzeug dafür zur Verfügung stehen.

4. Ihre Server remote konfigurieren

Sie können nicht nur bestehende Rollen verwalten – mit Server Manager lassen sich Server und Services auch neu aufsetzen. Damit bietet Server Manager nicht nur nützliche Ansichten auf Ihre Server, sondern auch bessere Funktionalität. Sie müssen Ihre Server-Core-Maschinen nicht mit Kommandozeilen-Befehlen traktieren, denn auch dafür gibt es eine grafische Oberfläche. Dabei zeigt Server Manager, wie gut er sich auch für virtuelle Maschinen eignet: Er kann auf diese Weise sogar virtuelle Festplatten verwalten, die offline sind.

Allerdings gibt es auch beim neuen Server Manager eine Einschränkung: Auf Cluster-Servern müssen Sie Rollen und Features lokal installieren, remote ist es nicht möglich.

5. Die leistungsfähigere PowerShell verwenden

PowerShell v3 wurde vor dem Hintergrund von Windows Server 2012 entwickelt und lässt sich effektiv für Remote-Automation einsetzen. Anders als bei der älteren PowerShell ist Remote-Management fester Bestandteil davon und Remote-Zugriff standardmäßig aktiviert. Mit dem Befehl Install-WindowsFeature können Sie dieselben Funktionen ausführen wie mit Server Manager, also etwa ein Feature hinzufügen.

Selbst wenn Sie nicht die richtige PowerShell-Version auf allen Ihren Workstations installiert haben, können Sie PoweShell Web Access auf einem Ihrer Netzwerk-Server einrichten und IIS als Gateway für die Verwaltung von Remote-Computern zulassen. Auf diese Weise bekommen Sie eine unabhängige PowerShell-Umgebung, die im Browser ausgeführt wird.

Kein Grund zum Warten mit Remote Management

Remote-Management, -Deployment und schneller Zugriff sind prägend für moderne Server-Umgebungen. Microsoft hat viel dafür getan, dass Windows Server 2012 den Anforderungen dieser neuen Welt entspricht. Derzeit sind viele Organisationen dabei, ihre Umgebungen zu einer privaten Cloud umzubauen. In einem solchen Umfeld wollen Sie wissen, wie Sie schnell an das herankommen, was Sie brauchen, ohne sich dazu umständlich remote mit allen RDP-Konsolen einzeln verbinden zu müssen. Zudem wird Remote Management kostenlos mit Windows mitgeliefert, so dass Sie für die neuen Möglichkeiten nicht eigens investieren müssen.

Artikel wurde zuletzt im Juni 2013 aktualisiert

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