Fünf Alternativen zu Microsoft Azure SQL Server

Nutzen Sie Microsoft Azure SQL-Datenbanken oder planen Sie dies? Ziehen Sie auch andere Alternativen in Erwägung – der Markt ist voll davon.

Sind Sie ein SQL Server-Anbieter, so haben Sie Ihr Portfolio vermutlich bereits um Microsoft Azure SQL-Datenbanken (ehemals SQL Azure) ergänzt. Allerdings ist eine SQL-Datenbank nicht in wirklich allen Fällen die beste Lösung. 

Vielleicht suchen Sie nach einer nicht-relationalen Datenbank, oder halten Ausschau nach einem Dienst, der nicht auf SQL Server basiert? In diesem Artikel zeigen wir fünf Anbieter, die Alternativen zu Microsoft Azure SQL-Datenbanken anbieten, und zeigen Ihnen die wesentlichen Unterschiede dieser Angebote.

Amazon Web Services

Der Amazon Relational Database Service (RDS) ist einer der ältesten Cloud-basierenden Datenbankdienste überhaupt, und überdies der erste Datenbankdienst, der über die Amazon Web Services (AWS) verfügbar wurde. Mit RDS können Sie Instanzen von Oracle, MySQL oder SQL Server bereitstellen. Dabei können Sie entweder Standard- oder IOPS-Speicher wählen (letzterer ist für I/O-intensive Szenarien optimiert). 

RDS erlaubt es Ihnen ebenfalls, Ihre Datenbankinstanz über Amazons Virtual Private Cloud-Dienst zu isolieren. Außerdem können Sie Amazons CloudWatch-Dienst in Anspruch nehmen, um die wichtigsten operativen Messgrößen Ihrer Cloud-Lösung im Auge zu behalten.

Zu den anderen AWS-Datenbankprodukte gehören DynamoDB, Redshift und SimpleDB. DynamoDB ist ein NoSQL-Datenbankdienst, in dem sämtliche Daten auf Solid State-Laufwerken (SSD) gespeichert und in drei Verfügbarkeitszonen repliziert werden, woraus ein schnelles und hochverfügbares System resultiert. 

Redshift, ein Data Warehouse-Dienst, nutzt spaltenorientierte Speichertechnologien zusammen mit verteilten, parallelisierten Abfragen zur Unterstützung von Datensatzumfängen zwischen mehreren hundert Gigabytes und einem Petabyte oder sogar mehr. Der SimpleDB-Dienst bietet eine nicht-relationale, schemafreie Datenhaltung für kleinere Datenbestände, die mit einfacheren Abfragen zu beherrschen sind.

Zusätzlich zu den vier vorgenannten Diensten bietet AWS auch den Data Pipeline-Workflow-Dienst zum Verschieben und Verarbeiten von Daten sowie den ElastiCache-Dienst für Datenhaltung im Cache an.

Google Cloud-Plattform

Wie Amazon, bietet auch Google mehrere datennahe Dienste an. Als erstes sei Cloud SQL erwähnt, ein relationaler Datenbankdienst auf Basis von MySQL, der durchaus als SQL Azure-Alternative fungieren kann. Cloud SQL ist komplett verwaltet und eng an die App Engine und andere Google-Dienste angebunden. 

Cloud SQL unterstützt auch synchrone Replikation über mehrere geographische Regionen hinweg. Außerdem bietet Google den BigQuery-Dienst, einen Dienst zur Big Data-Echtzeitanalyse das Ad-hoc-Abfragen gegen Datenvolumina mehrerer Milliarden Zeilen erlaubt. Der Dienst nutzt Googles massive Rechnenpower, um Ihnen die Datenauswertung Ihrer Multi-Terabyte-Datenmengen zu ermöglichen.

Einer der neueren Dienste in Googles Angebot ist der Cloud Datastore, ein schemafreier, nicht-relationaler Datenbankdienst mit Unterstützung für ACID-Transaktionen, die vergleichbar zu solchen traditionellerer relationaler Datenbankensysteme (RDBMS) sind. Die Abkürzung ACID besteht aus den englischen Anfangsbuchstaben der vier Eigenschaften, die Vorhersagbarkeit und Zuverlässigkeit von Transaktionen sicherstellen: Atomizität (atomicity), Konsistenz (consistency), Isolation (isolation) und Dauerhaftigkeit (durability). 

Der Cloud Datastore-Dienst wird als Vorabversion angeboten und entspricht vollständig dem Datastore des App Engine-Dienstes. Der Datastore bildet eine Schnittstelle zu Googles internem Speichersystem BigTable. Letztlich lassen sich Datastore-Daten über verschiedene Data Center hinweg replizieren und skalieren mit steigendem Traffic automatisch.

Rackspace Cloud-Datenbanken

Unter der Vielzahl Cloud-basierender Dienste des Anbieters Rackspace findet sich auch das Datenbankhosting. Unternehmen wie MongoLab oder Cloudant agieren als Gateway-Dienste, die ihre Produkte bei Rackspace (oder anderen Cloud-Hostern) platzieren.

Außerdem bietet Rackspace Managed Database-Dienste für MySQL, Oracle und SQL Server. Dedizierte Datenbank-Administratoren können Ihre cloud-basierten Datenbank entwerfen, die Hardwaresysteme und Software pflegen sowie Vollzeit-Support liefern. Aus diesem Blickwinkel taugt das Angebot als eine der vielen Alternativen für Microsoft Azure SQL-Datenbanken.

Rackspace bietet inzwischen auch den Dienst Cloud Databases an, der auf gehostetem MySQL und der OpenStack-Plattform basiert. OpenStack, eine Gemeinschaftsarbeit von Rackspace und der NASA, ist ein Betriebssystem auf Basis offener Standards und wird für die Bereitstellung von Public und Private Clouds eingesetzt. 

Cloud Databases nutzt dafür auch SAN-Speicher mit eingebauter Datenreplikation, und ist innerhalb einer containerbasierenden Virtualisierungsstruktur implementiert, die mehr Leistung als herkömmliche Hardware-Virtualisierung entfaltet. Cloud Databases automatisiert Deployment, Konfiguration und Patchen vollständig.

MongoLab

MongoLab bietet einen Datenbankservice auf Basis der MongoDB NoSQL-Datenbank, einem Open Source-, dokumentenorientierten Datenbanksystem, das Daten in Binärform ablegt. Anders als relationalen Datenbanklösungen mit ihren rigiden Schemata können MongoDB-Schemata verschiedene Dokumentenarten beherrschen und sich im Entwicklungsprozess an veränderte Anforderungen anpassen. Dennoch bietet MongoDB einige der Vorzüge einer relationalen Datenbank, etwa sekundäre Indizes und eine vollständige Abfragesprache, womit es als SQL Azure-Alternative in Betracht gezogen werden kann.

MongoLab bietet MongoDB als Gateway-Dienst an, der auf unterschiedlichsten Cloud-Plattformen gehostet werden kann, darunter AQS, Joyent, Rackspace, Microsoft Azure oder die Google Cloud-Plattform. Der Datenbankdienst bietet Ihnen zeitgesteuerte automatische Backups an, die Sie in Ihrem eigenen Netzwerk oder bei einem Cloud-Anbieter ablegen können. 

MongoDB bietet darüber hinaus einen Reigen webbasierender Verwaltungswerkzeuge, die gängige Aufgaben wie gemeinsame Suchen, Datenbanksteuerung oder Abfrageoptimierungen anbieten. Die Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit Ihrer Datenbankserver wird von MongoLabs fortlaufend überwacht.

Database.com

Auch Salesforce.com bietet inzwischen einen eigenen Datenbankdienst in der Cloud. Database.com nutzt dieselbe Technologie, die auch das Salesforce CRM-System antreibt, mit dem sich täglich 500 Millionen Transaktionen abarbeiten lassen. Database.com basiert auf einer mandantenfähigen Architektur, in der Ressourcen wie Cache, Systemkatalog und Abfrageoptimierer gemeinsam genutzt werden.

Wenngleich Database.com relationale Datenbankdienste anbietet, unterscheidet sich seine Architektur von typischen RDBMS. Database.com nutzt ein individuell entworfenes Schema zur Unterstützung von Mehrmandantenfähigkeit und Cloud-Umgebungen, ohne auf die in gehosteten Systemen oft benötigte Virtualisierung angewiesen zu sein. Außerdem nutzt der Dienst eine Laufzeit-Engine, die sämtliche Anwendungsdaten aus Metadaten materialisiert, während die Engine selber, die Metadaten und die Mandanteninformationen vollständig voneinander isoliert bleiben.

Die ganze Bandbreite der Dienste

Sie sehen schon: Auf der Suche nach Alternativen zu SQL Azure liegt Ihnen eine Vielzahl von Optionen zu Füßen, und dabei sind die hier aufgeführten bestenfalls die Spitze des Eisbergs. Unternehmen wie Cloudant, Couchbase oder Garantia Data sind nur einige der vielen Anbieter, die um Ihre Gunst buhlen, und die täglich neue Dienste konzipieren. 

Dennoch sollte Ihnen unser kleiner Überblick einen ersten Einblick gegeben haben in die Vielfalt der Dienste. Es wird Sie nicht überraschen zu hören, dass Amazon und Google in Bezug auf Vielseitigkeit die Nase vorne haben – das muss aber nicht heißen, dass diese auch für Ihr Unternehmen geeignet wären. Rackspace Cloud Databases, MongoLab und Database.com sind einen ernsthaften Blick ebenso wert wie einige weitere Datenbankdienste, nicht zuletzt auch Microsoft Azure SQL-Datenbanken.

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