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Die Rolle von Puppet in Red-Hat-Umgebungen nach der Ansible-Übernahme

Ansible statt Puppet? Ganz so einfach werden es Red-Hat-Admins durch die Ansible-Übernahme doch nicht haben, wie der Blick auf Red-Hat-Produkte zeigt.

Nach der Ansible-Übernahme durch Red Hat könnte Ansible eine einfache Alternative für heterogene Data Center oder für IT-Abteilungen werden, die mit Red Hats bisherigem Management-Tool Satellite auf Kriegsfuß stehen. Damit ist aber nicht gesagt, dass Red-Hat-Kunden bereits in naher Zukunft ohne Puppet auskommen werden.

Ansible richtet sich als Management-Plattform vor allem an heterogene Umgebungen und wurde Ende 2015 von Red Hat übernommen. Gleichzeitig konnte Ansible aber auch Satellite neues Leben einhauchen, dessen Version 6 von vielen Red-Hat-Kunden nicht gerade mit Enthusiasmus aufgenommen wurde.

Über entsprechende Management- und Automatisierungs-Tools können vor allem in großen IT-Umgebungen verschiedene Infrastrukturkomponenten bereitgestellt werden. Red-Hat-Administratoren könnten damit zum Beispiel die Bereitstellung von Cloud-Instanzen, die Serververwaltung oder die Veröffentlichung von Unternehmensanwendungen automatisieren. Bisher hatte Red Hat verschiedene Produkte zur Management-Automatisierung im Portfolio, bislang wurde aber wenig dafür getan, die Anstrengungen in diesem Bereich zu standardisieren.

Ansible kontra Salt, Puppet und Chef

Ansible ist zwar vor allem aufgrund seiner einfachen Handhabung so populär, dabei aber natürlich nicht das einzige Management-Tool auf dem Markt. Ansible konkurriert also mit etablierten Playern wie Puppet, Chef oder auch Salt, wobei wiederum jede Automatisierungsplattform ihre Vor- und Nachteile hat.

Einer der größten Vorteile von Ansible gegenüber Puppet und Chef liegt darin, dass Ansible ohne zu installierende Agents auskommt. Dadurch ist es recht einfach möglich, Konfigurationsänderungen auf die verwalteten Maschinen zu pushen. Gleichzeitig ist es auch sehr einfach zu erlernen, weil hierbei das nutzerfreundliche YAML-Framework zugrunde liegt. Die agentenlose Architektur ist allerdings nur bis zu einer gewissen Skalierung vorteilhaft, da bei großen Enterprise-Umgebungen die Automatisierung mit installierten Agents die Verwaltung unterschiedlicher Komponenten einfacher macht. Hier können Administratoren Agents unter einem einheitlicheren Management-Setup konfigurieren.

Ansible ist dabei ein noch recht junger Wettbewerber in einem Markt, der von anderen Plattformen mit höherer Reichweite und Support für mehr Betriebssysteme dominiert wird. Puppet beispielsweise ist sowohl für Windows- als auch für Linux-Umgebungen recht einfach zu nutzen. Chef wiederum bietet einen umfangreichen Marketplace für Deployment-Cookbooks und bietet sich vor allem für Largescale-Rechenzentren an, Facebook beispielsweise nutzt Chef für seine Data Center. Chef ist allerdings auch eher schwer zu erlernen und Administratoren sollten über grundlegende Programmierkenntnisse verfügen, bevor sie sich mit Chef beschäftigen.

Salt wird schließlich ein größerer Funktionsumfang als den anderen Automatisierungs-Tools nachgesagt, anders als Ansible nutzt Salt zum Beispiel aber auch eine Message-Bus-Architektur statt SSH (Secure Shell) zum Management der Infrastruktur.

Wie geht es mit der Ansible-Integration weiter?

Red Hat hat seine Automatisierungs-Tools nie standardisiert. Durch die unterschiedlichen Ursprünge von Red Hats Produkten kommen auch unterschiedliche Automatisierungslösungen ins Spiel. Puppet sah lange Zeit wie die Standardlösung von Red Hat aus, weil Puppet in so wichtigen Red-Hat-Produkten wie Satellite und dem Deployment-Tool Packstack für OpenStack genutzt wird.

Die Übernahme von Ansible deutet jetzt natürlich wieder in eine andere Richtung und man kann erwarten, dass nun zunehmend Ansible in die Red-Hat-Produkte integriert wird. Dies dürfte zum Beispiel das Management-Tool CloudForms betreffen, aber auch natürlich Satellite sowie Betriebssysteme wie OpenStack und RHEL. Ansible könnte also der lange gesuchte Standard in der IT-Automatisierung bei Red Hat werden und Red Hats Automatisierungs-Tools letztlich auch für neue Kunden attraktiv machen.

Dabei dürfen wir aber keine schnelle Abkehr von Puppet erwarten. Noch im ersten Quartal 2016 hat Red Hat zum Beispiel einen Trainingskurs zum Red-Hat-Management mit Puppet veröffentlicht, der das Konfigurations-Management mit Puppet erklärt und die Implementierung in Red Hat Satellite 6 zeigt. Die Ansible-Übernahme wird also sicher Auswirkungen für Red-Hat-Admins haben, vor allem aber wohl mittel- bis langfristig. In der näheren Zukunft wird aber auch Puppet für Red-Hat-Kunden nichts an Bedeutung verlieren.

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