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Die Entwicklung von SAP Fiori-Apps erfordert ein designzentriertes Denken

Erfahren Sie, wie Sie den vollen Nutzen aus der Fiori Apps Library ziehen. Verschiedene SAP-Experten bieten hilfreiche Tipps für die Entwicklung.

Vor drei Jahren veröffentlichte SAP 25 Fiori-Apps auf seiner Hausmesse Sapphire Now in Orlando. Bisher gibt es keine Anzeichen, dass sich der Trend bei der Entwicklung neuer Anwendungen verlangsamt.

Im Rahmen der Konsumerisierung der IT möchten Nutzer auf die gleiche Weise Zugang zu Enterprise-Anwendungen haben wie auf ihre privaten Smartphone-Apps. Für Unternehmen bedeutet das, sie müssen die Fähigkeit besitzen, Anwendung spezifisch anzupassen.

Allerdings gilt auch hier die Warnung wie bei allen individuell angepassten SAP-Anwendungen: das Installieren von Service Pack Updates kann angepasste Anwendungen stören. Es ist daher wichtig, die richtigen Fähigkeiten innerhalb des Entwicklungsteams zu haben. Hier sind einige Best Practices von Beratern, Entwicklern und SAP.

Untersuchen Sie die Nutzerbedürfnisse sorgfältig

„Bevor man mit der Entwicklung beginnt, ist es wichtig zu wissen, was die Anwender möchten, da der ganze Sinn von SAP Fiori ist, diesen eine bessere Nutzererfahrung zu bieten“, sagt Anamarie Franc, Vice President User Experience and Design Strategy bei SAP. Die Fiori-Apps, die am einfachsten sind und die meisten Nutzer betreffen, eignen sich daher am besten für den Beginn einer Entwicklung. Dazu gehören zum Beispiel Self-Service-Anwendungen für Urlaubsanträge oder Stundenabrechnungen.

Einige Organisationen können laut Franc dagegen einen breiteren organisatorischen Ansatz wählen und Fiori-Apps entwickeln, die zum Beispiel die Verwaltung von Kundenaufträgen effizienter gestalten. „Die Entwicklung von Fiori-Apps, egal wofür die Anwendung gedacht ist, erfordert Design Thinking, wobei Probleme und unerfüllte Bedürfnisse identifiziert werden müssen“, sagt die SAP-Mitarbeiterin. Egal wie ein Entwicklungsteam an die Erstellung der Apps rangeht, es sollte als erstes Prototypen entwickeln und sich früh und regelmäßig Feedback von Nutzern einholen – noch vor der Entwicklung der eigentlichen Fiori-Apps.

Erfinden Sie das Rad nicht neu und folgen Sie den SAP-Richtlinien

Einige Experten raten dazu, die Fiori Apps Library vor dem Beginn der Entwicklung zu überprüfen, da diese bereits mehr als 800 Apps beherbergt. „Wir verfolgen diese Strategie sehr genau“, sagt Pranay Nayyar, Mitarbeiter des SAP UX Center of Excellence bei Tata Consultancy Services (TCS).

In einigen Fällen möchte ein Nutzer eventuell ein Add-on für eine verfügbare App, zum Beispiel, dass eine Stoppuhr zur Zeiterfassung hinzugefügt wird, um die Zeit für eine bestimmte Aufgabe zu messen. Dies erfordert zwar Anpassungen, doch zum größten Teil erweitert man seine Library mit bereits vorhandenen Dateien, erklärt Nayyar.

Es gibt einen guten Grund, mit bestehenden Fiori-Apps anzufangen, und dieser bezieht sich nicht auf die Zeitersparnis. „Der Grund ist, ein Service Pack Update daran zu hindern, individuelle Anpassung zu entfernen“, erläutert Craig Gutjahr, Principal Consultant bei Spyvee. „Wenn man eine App falsch modifiziert und ein Service Pack installiert, werden alle Änderungen gelöscht.“

SAP bietet Hooks innerhalb der Fiori-Apps an, damit Entwickler Funktionalitäten in bestimmten Bereichen ändern können. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Anpassungen nicht überschrieben werden. Gutjahr rät aber dazu, nur Anpassungen in kleinen Dosen zu machen. „Diese Hooks bieten keinen Zugriff auf alle Bereiche“, sagt er. Entwickler sollten ihren Code nach Änderungen sorgfältig überprüfen, bevor sie ein Upgrade machen, um sicherzustellen, dass ein Service Pack keine benutzerdefinierten Entwicklungen überschreibt.

Schärfen Sie die SAPUI5-Fähigkeiten ihres Teams

SAP setzt laut Franc keine Kenntnisse von SAPUI5 – dem Webentwicklungs-Toolkit des Softwareunternehmens – voraus, wenn ein Entwickler lernen möchte, wie er Fiori-Apps erstellt. Allerdings ist es eine Fähigkeit, die Entwickler sich aneignen sollten.

Webentwickler haben es in der Regel einfacher, wenn sie lernen, Fiori-Apps zu entwickeln, als ABAP-Programmierer, ist Gutjahr überzeugt. „Die Technologie richtet sich stärker an Standard-Webentwicklungen aus.“

Seien Sie bereit, am Frontend und Backend zu arbeiten

Die Fiori-App-Entwicklung erfordert außerdem Entwickler, die das Frontend und Backend kennen. Das setzt Teammitglieder mit unterschiedlichen Fähigkeiten voraus. Im Backend müssen Entwickler sicherstellen, dass die Softwareschichten richtig angelegt sind, und dass die Remote Function Calls (RFCs) den ABAP-Richtlinien entsprechen, erklärt Nayyar. „Die richtige Struktur zu bekommen ist die wichtigste Best Practice.“

Am Frontend ist die Mobilisierung aller Bereiche der wichtigste Aspekt, sagt der Berater. Nicht jedes Library-Element ist für Mobilgeräte geeignet und die benötigte Validierung des Frontends sollte nur minimal und nicht im Backend angesiedelt sein.

Aus Sicherheitsperspektive sollte nicht alles im Cache gespeichert werden. „Verzichten Sie darauf, alles im Browser-Cache zu speichern“, rät Nayyar. Zusätzlich erfordern Aufgaben wie die Validierung von E-Mail-Adressen die Befolgung des MVC-Architekturmodell (Model View Controller), um sicherzustellen, dass die Ansicht richtig gehandhabt wird.

Schließlich sollte man die Probleme der kompletten Technologielandschaft kennen. Laut SAP-Expertin Franc gibt es einige Tücken mit der NetWeaver-Entwicklungsplattform, Gateway und den oben erwähnten Service Packs. Sie rät daher, dass Entwickler die veröffentlichten Informationen und die Fiori Apps Library kennen, so dass sie sehen, was für ihr Unternehmen möglich ist.

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Artikel wurde zuletzt im April 2016 aktualisiert

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