aaabbc - Fotolia

Warum ERP-Apps noch nicht in der Produktion angekommen sind

In Zeiten allgegenwärtiger Smartphones könnte man davon ausgehen, dass ERP-Apps in der Produktion angekommen sind. Doch das ist nicht der Fall.

Es ist schwer bis unmöglich, einen Angestellten oder Manager in einer Produktionsanlage zu finden, der kein Smartphone besitzt und es für private Zwecke verwendet. Es ist ebenso schwierig, ein ERP-System zu finden, dass keinen Zugriff auf Produktionsdaten und andere Informationen über eine Smartphone-App oder mobile Website bietet. Nun wäre es logisch, dass mobile ERP-Anwendungen in der Produktionsanlage weit verbreitet sein müssten und den Datenzugriff erlauben.

Doch das ist nicht der Fall – zumindest noch nicht. Es gibt verschiedene Barrieren bei der Implementierung neuer Technologien. Das trifft auch auf die Nutzung mobiler ERP-Apps in einer Produktionsanlage zu. Lassen Sie uns einen Blick auf die Herausforderungen werfen, um zu verstehen, wo wir uns heute bei diesem Thema befinden.

Die Tatsache, dass bereits fast jeder ein betriebsbereites Mobilgerät (zum Beispiel Smartphone oder Tablet) hat, führte zu dem Trend, dass viele Unternehmen eine BYOD-Policy (Bring Your Own Device) eingeführt haben. Es ist sicherlich ein finanzieller Vorteil für eine Organisation, wenn ihre Mitarbeiter dazu bereit sind, für ihre Technologie selbst zu bezahlen.

Zudem ist die Lernkurve überschaubar, wenn Mitarbeiter die Verwendung eines Geräts aus dem Privatleben kennen. Die Devise „Wenn Sie ihr Smartphone mögen, können Sie es behalten“, ist sowohl für Unternehmen als auch Mitarbeiter attraktiv.

Es gibt aber IT-Mitarbeiter, die nicht so begeistert über die Verwendung persönlicher Geräte in der Firma sind. Zu ihren größten Bedenken zählen: Wie sieht es mit der Sicherheit aus? Wie sieht es mit der Kompatibilität zwischen den beiden größten Umgebungen – iOS und Android – sowie den verschiedenen Android-Versionen der Smartphone-Hersteller aus? Und wie sieht es schließlich mit Betriebssystem-Updates aus, die zwar aus Sicht der Mobilgeräteanbieter einen Vorteil darstellen, aber für ein Unternehmen Security- und Kompatibilitätsprobleme verursachen können?

Mehr zum Thema ERP:

Branchenspezifische Lösungen: Wenn SAP ERP und SCM nicht genug sind.

Microsoft Dynamics AX: Die ERP-Lösung wandert in die Cloud.

SAP-ERP-Projektumfang und Projektziele richtig definieren.

Erfolgreiche Industrie-4.0-Projekte mit ERP-MES-Integration in sechs Schritten.

SAP ERP: Qualitätskosten bei Produktion und Supply-Chain-Management beachten.

Aus diesen Gründen gibt es alternativ die Möglichkeit, den Zugriff auf Firmendaten auf unternehmenseigene Geräte zu beschränken. Das erhöht die Kosten für das Unternehmen und setzt wiederum eine größere Lernkurve voraus. Zum Beispiel müssen Mitarbeiter den Umgang mit dem neuen Mobilgerät lernen, wenn es sich vom privaten Gerät unterscheidet. Außerdem ist es umständlich (wovon Hillary Clinton ein Lied singen kann), zwei verschiedene Smartphones zu verwenden – eins für persönliche und eins für geschäftliche Zwecke.

Apps und ein entsprechender Webzugang zu ERP-Daten, der für Smartphones optimiert wurde, sind derzeit noch ziemlich eingeschränkt. Doch wenn mobile ERP-Anwendungen reifer und mehr Informationen zur Verfügung gestellt werden, wird auch der innerbetriebliche Zugriff mit Smartphones zunehmen. Die Barrieren für die erweiterte Nutzung von Mobile ERP-Apps fallen langsam. Diese Entwicklung wird angesichts des beschleunigten Technologiezyklus aber an Fahrt aufnehmen.

Folgen Sie SearchEnterpriseSoftware.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Erfahren Sie mehr über Enterprise Resource Planning (ERP)

- GOOGLE-ANZEIGEN

ComputerWeekly.de

Close