Unified Network Management: Schlüsselfunktionen und die Ansätze der Anbieter

Welche Produkte haben die Anbieter für Unified Network Management und welche Funktionen sollten die Netzwerk-Lösungen unbedingt haben?

Der erste Teil unserer Artikelreihe behandelte die Grundlagen des Unified Network Management. In diesem zweiten Teil sehen wir uns an, warum Unternehmen einheitliche Management-Tools für kabellose und kabelgebundene Netzwerke benötigen.

Obwohl jeder Hersteller das Thema Unified Network Management anders angeht, sollten Netzwerk-Verantwortliche auf fünf essentielle Funktionen und Features achten, wenn sie die Lösungen evaluieren.

Die Schlüsselcharakteristiken einer Unified Network Management Plattform sollten folgende Punkte enthalten:

  • Mehrere Verwaltungsfunktionen: Obwohl sich einige Funktionen noch immer in Entwicklung befinden, sollten Netzwerkverantwortliche auf Anbieter setzen, die bereits unterschiedliche Management-Funktionen bieten oder diese zumindest auf ihrer Roadmap haben. „Das heißt nicht nur eine Überwachung für Verfügbarkeit, Fehler oder Defekte, sondern es sollte zudem zumindest ein Konzept für die Leistungsüberwachung und zur Verwaltung der Konfiguration enthalten sein“, sagt Jim Frey, Vice President für Network Management Research bei Enterprise Management Associates. „Der Hintergrund: Wenn die Lösung ein Problem findet, dann sollte es im Funktionsumfang des Systems liegen, dieses Problem zu bereinigen.“
  • Multi-Netzwerk-Unterstützung: Die Mindestanforderung für Unified Network Management Systeme ist, dass sie die gleichzeitige Überwachung von LAN und WLAN unterstützen. Zeitgleich steigt die Nachfrage nach Lösungen, die neben „echten“ Endpunkten auch virtuelle Netzwerkkomponenten (etwa virtuelle Switches oder Cloud-Umgebungen) einbeziehen.
  • Unterstützung für unterschiedliche Hersteller: Mit der Ausnahme von Cisco und HP Networking gibt es nur wenige Anbieter, die sowohl kabelloses wie kabelgebundene Produkte herstellen. Entsprechend haben viele Unternehmen mehrere Hersteller in ihrem Netzwerk – und die Management-Lösung muss sich hierauf einstellen können.
  • Auswertung auf mehreren Ebenen: Nicht nur die Netzwerkprofis wollen mehr Einblick haben. Die Netzwerke sind inzwischen unternehmenskritische Bestandteile, weswegen der Status der Netzwerke auch fürs Management relevant ist. Entsprechend sollte Lösung in der Lage sein, Statusberichte in unterschiedlicher technischer Tiefe zu erstellen.
  • Kenntnis über Endpunkte: Obwohl diese Funktion oft noch in der Entwicklung steckt, können einige Lösungen für Unified Network Management bereits zahlreiche Informationen über Endpunkte sammeln und auswerten. Das System kann so zwischen unternehmenskritischen Servern und zweitrangigen Systemen (etwa Firewalls, Application Delivery Controller oder Load Balancer) unterscheiden, sagt Frey. Das ist ein großer Unterschied zu traditionellen Netzwerküberwachungssystemen, die sich lediglich auf Kernkomponenten wie Router oder Switches fokussierten. Da die Netzwerke immer komplexer werden benötigen Verantwortliche einen deutlich umfassenderen Ansatz mit dem sie sowohl den Status einzelner Systeme wie auch des kompletten Netzwerks einsehen können, so Frey.

Wie setzen Hersteller Unified Network Management um?

Unified Network Management entwickelt sich ständig weiter. Der beste Ansatz für Interessenten ist daher, sich mit den jeweiligen Lösungen und Techniken der verschiedenen Anbieter auseinanderzusetzen und diese zu kontaktieren. Laut Frey gibt es drei verschiedene Ansätze, die Hersteller aktuell verfolgen.

Der erste Ansatz interessiert Hersteller, die sowohl kabellose wie kabelgebundene Netzwerkkomponenten herstellen und die entsprechenden Management- und Überwachungs-Tools integrieren, so Frey. Beispiele dafür sind etwa Cisco (mit den Meraki- und Cisco-Prime-Produktlinien), HP Networking (Intelligent Management Center (IMC)), Enterasys (Netsight), Xirrus (XMS) und Aerohive (HiveManager).

„Mit der Ausnahme von HP bewirbt keine der Lösungen ihre Multi-Hersteller-Fähigkeiten.“ sagt Frey. „Sieht man von HP und Cisco Prime ab, fokussieren sich alle Hersteller auf die kabellose Seite, sie erweitern diese um Managementfunktionen für kabelgebundene Systeme. Grundsätzlich würde man keine dieser Lösungen, mit Ausnahme von HP IMC, kaufen, wenn eine vollwertige Lösung mit Multi-Hersteller- und Kabel/Kabelloser-Unterstützung gefragt ist. Diese eigenen sich, wenn Sie beispielsweise bereits in die kabellosen Angebote der Hersteller investiert haben.“

Der zweite Weg enthält Netzwerk-Monitoring-Plattformen, die von den Herstellern um Funktionen erweitert wurden, die kabellose Systeme unterstützen oder Defekte und die Verfügbarkeit der Endpunkte entdecken können, so Frey. Einige Hersteller in dieser Kategorie sind HP, IBM, CA, SolarWinds, Entuity, Ipswitch und Paessler.

Die dritte Möglichkeit sind Systeme zur Leistungsüberwachung, die von ihren Herstellern so erweitert wurden, dass sie Statistiken und andere Informationen von kabellosen Geräten sammeln können. Laut Frey können sie zudem kabellose Protokolle dekodieren, was für Troubleshouting notwendig ist. Beispiele für diese Hersteller sind etwa CA, SolarWinds, NetScout, WildPackets, Riverbed und Network Instruments.

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