Skalierbarkeit und Hochverfügbarkeit: SQL Server 2014 im Überblick (II/II)

Der zweite Teil unseres Überblicks zu SQL Server 2014 behandelt Skalierbarkeit und Verfügbarkeit und erklärt Administratoren die neuen Funktionen.

Dies ist der zweite Teil unseres Überblicks zu Microsoft SQL Server 2014, der am 1. April das Licht der Welt erblicken wird. In diesem Teil konzentrieren wir uns auf Hochverfügbarkeit und Skalierbarkeit. Im ersten Teil zu SQL Server 2014 haben wir In-Memory- und Cloud-Funktionen behandelt.

SQL Server 2014 steht derzeit als Preview zum Download zur Verfügung, die finale Version wurde inzwischen für den 1. April 2014 angekündigt und wird in verschiedenen Editionen mit unterschiedlichem Fuktionsumfang erhältlich sein. Neben In-Memory-OLTP und verbesserter Cloud-Integration bringt SQL Server 2014 aber auch Neuerungen bei Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit mit sich. Im ersten Teil unseres Überblicks haben wir bereits erwähnt, dass die Anzahl der unterstützten sekundären Replicas von vier auf acht gestiegen ist. Zusätzlich erlauben die sekundären Replicas auch dann Lese-Workloads, wenn das Netzwerk ausfällt oder der darunterliegende Windows Server Failover Cluster das Quorum verliert. Mit SQL Server 2012 war das nicht möglich. Weiterhin stellt SQL Server 2014 verbesserte Diagnose-Informationen zur Verfügung, Fehler-Meldungen wurden vereinfacht und Details lassen sich jetzt einfacher finden und in einen kohärenten Zusammenhang bringen.

SQL Server 2014 erreicht die bessere Verfügbarkeit auch durch die Unterstützung von Cluster Shared Volumes (CSVs). Der Failover-Cluster-Service verwendet CSVs, damit die Nodes innerhalb eines Clusters auf gemeinsam genutzte Festplatten für Schreib- und Lese-Operationen zugreifen können. Daraus resultierend lassen sich mehrere SQL-Server-Cluster-Nodes gleichzeitig mit demselben Datenträger verbinden. Sollte ein SQL Server die Verbindung zum Storage verlieren, kann er auf diese Weise die Verbindung eines anderen Nodes verwenden. Wenn Sie Ihre Tabellen partitionieren, dann können Sie den Partitions-Index mit SQL Server 2014 jetzt auch online wieder herstellen. Bei einem Wechsel der Partitionen können Sie zudem Sperr-Prioritäten spezifizieren, was einen Overhead bei CPU, Locking und Arbeitsspeicher verhindern kann.

Zusätzlich zu den Verbesserungen bei der Verfügbarkeit bringt SQL Server 2014 erweiterte Skalierbarkeit durch die Integration mit Windows Server 2012 R2 mit sich. In einer physikalischen Umgebung können Sie auf bis zu 640 logische Prozessoren und vier Terabyte Arbeitsspeicher skalieren. In einer virtuellen Maschine (VM) beträgt das Limit 64 virtuelle Prozessoren und ein Terabyte an Arbeitsspeicher, was immer noch eine enorme Performance ist. Sie können sich auch Netzwerk-Virtualisierung zunutze machen, womit die physikalische Netzwerk-Schicht abstrahiert wird. Somit ist es einfacher, einen SQL Server von einem Data Center in ein anderes zu migrieren. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit der Storage-Virtualisierung, um Storage-Pools und Storage-Tiers zu erschaffen. Dadurch können Sie priorisieren, wie Sie die Daten speichern wollen.

Von In-Memory bis Verfügbarkeit: In SQL Server 2014 ist für jeden etwas dabei

Alleine wenn man sich im Überblick In-Memory-Verbesserungen, Cloud-Integration, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit betrachtet, bietet Microsofts SQL Server 2014 bereits vielversprechende Fortschritte. Das ist allerdings noch lange nicht alles, zum Beispiel gibt es auch neue Sicherheitsfunktionen. Mit SQL Server 2014 erhalten Sie jetzt die Möglichkeit, Rollen und Unter-Rollen zu erstellen, womit sich eine bessere Aufgabentrennung realisieren lässt. Mit den richtigen Einstellungen kann ein Datenbank-Administrator auf diese Weise Daten verwalten, ohne diese lesen zu können. Ein Auditor wiederum hat Zugriff auf bestimmte Daten, ohne den Server verwalten zu müssen. Zudem bringt SQL Server 2014 eine I/O-Ressourcenverwaltung, eine aktualisierte Sysprep auf Cluster-Ebene und eine verbesserte Query-Performance mit sich.

Es sieht also tatsächlich so aus, als könne SQL Server 2014 jedem etwas bieten. Ob das der Realität entspricht, wird sich allerdings erst nach der Veröffentlichung Anfang April zeigen. Möglicherweise gibt es ja auch noch zusätzliche Funktionen, von denen wir bisher gar nichts gehört haben. Zudem sind auch Details über das Lizenz-Modell noch etwas in der Schwebe, auch wenn es so aussieht, als würde sich Microsoft am Lizenz-Modell für SQL Server 2012 orientieren. Auf jeden Fall ist das Ende unseres zweiteiligen Überblicks mit Sicherheit noch lange nicht das Ende der SQL-Server-2014-Geschichte.

Über den Autor: Robert Sheldon ist technischer Berater und Autor mehrerer Bücher, Artikel und Schulungsmaterialien über Microsoft Windows, relationale Datenbank-Management- Systeme (DBMS) sowie Business-Intelligence- (BI-) Design und -Implementierung.

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