Nexus 9000 oder Nexus 7000: Wie sieht die Zukunft der Cisco-Geräte aus?

Nexus 9000 ist mit Application Centric Infrastructure (ACI) ausgerüstet wurden - Ciscos SDN. Doch was wird aus den ACI-unfähigen Nexus-7000-Switches?

Ciscos Veröffentlichung neuer Data-Center-Switches als Teil seiner SDN-angehauchten Application Centric Infrastructure (ACI) führte bei einigen Kunden zu Stirnrunzeln, was mit ihren existierenden Cisco-Switches passieren soll.

Cisco hat die Serie Nexus 9000, Top-of-Rack- und Einschub-Switche, zusammen mit seiner ACI-Suite vorgestellt. Diese Geräte laufen mit NX-OS. Das Betriebssystem ist auf allen Data-Center-Switches von Cisco installiert. Allerdings läuft auf der Nexus-9000-Serie eine abgespeckte ACI-Variante. Damit kann sich der jeweilige Switch am SDN-Framework beteiligen. Existierende Switche der Nexus-Serie, darunter auch die leistungsstarken Nexus 7000, bleiben außen vor. Stattdessen dienen Nexus 7000 und sein großer 84-Tbps-Bruder Nexus 7700 als Bindeglieder. Sie verknüpfen verschiedene ACI-Umgebungen.

Netzwerk-Architekt und Blogger Anthony Burke meint, dass Nexus 7000 zu einem teuren Zahnrad herabgestuft wurde. „Ich hatte gehofft, dass Nexus-7000-Investitionen ein wenig länger geschützt werden. Der letzte Kauf eines Nexus 7000 hinterlässt einen faden Beigeschmack, da ich mich durch die ACI-Implementierung getäuscht fühle.“

Burke hat viel Geld in Nexus-7000- und Nexus-5000-Geräte gesteckt. Es wird lange dauern, bis sich Investitionen in ACI und Nexus 9000 wirtschaftlich rechtfertigen lassen. Tatsächlich kann er in Verbindung mit Software-Overlays von VMware oder Juniper Cisco-Geräten eine ACI-ähnliche Funktionalität spendieren.

„Ich könnte mir [VMware] NSX oder [Juniper] OpenContrail holen und meine Probleme mit den Clos-Geräte Nexus 7000 und Nexus 5000 beheben.“, schreibt er. „Zudem ist mir aufgefallen, das ich durch ACI an einen Hersteller gebunden bin. NSX kann ich unabhängig vom Hersteller einsetzen. ACI ist sicherlich beeindruckend, wenn Sie ein neues Netzwerke aufbauen. Es gibt einige gute ACI-Funktionen, wie zum Beispiel ein enger Zusammenschluss von Hardware und Overlay. Allerdings rechtfertigt das kein Upgrade mit der Brechstange.“

Die ACI-fähige Nexus-9000-Serie trägt denselben Namen wie Ciscos existierende Data-Center-Switches. Allerdings hat Netzwerk-Berater John Herbert das Gefühl, dass Cisco seine Kunden um einen Neustart im Data Center bittet. Zuerst drängte Cisco auf eine Migration von Catalyst 6500 zu Nexus 7000. Nun möchte man den Kunden Nexus 9000 verkaufen und die Nexus 7000 sollen als Bindeglieder für Geräte dienen, die nicht Teil von ACI sind.

„Cisco ist der Meinung, dass Nexus 7000 weiterhin ein entscheidender Teil des Data Centers ist. Es sieht aber so aus, dass ich am Ende lauter durch Nexus 7000 verbundene SDN-Inseln habe. Das ist kein erstrebenswertes Ziel. Außerdem habe ich keine vollständige Kontrolle“, sagte Herbert. „Mit Nexus 9000 habe ich möglicherweise eine höhere Dichte an 40-Gigabit-Ports und einen ACI-Modus. Aber wie lässt sich das in mein existierendes Investment von Nexus-7000-Plattformen integrieren?“, fragt er.

Herbert will vorerst abwarten. Er hat von Cisco schon ähnliche Produkte gesehen. Laut Herbert wollte Cisco mit der Veröffentlichung von Nexus 7000 den Markt davon überzeugen, dass die Tage von Catalyst 6500 gezählt sind. Plötzlich stellte Cisco eine neue Supervisor-Engine zur Verfügung, durch die sich die Lebensspanne von Catalyst 6500 um Jahre erweitert. Dieses Jahre hat man der Catalyst-Plattform ein neues Gehäuse spendiert und die Lebensdauer noch mal erweitert. Das Resultat war Catalyst 6800. Herbert glaubt, dass Cisco die Marschrichtung auch hier noch einmal ändern könnte. Dies würde sich in einer besseren Integration existierender Nexus-Switche in ACI niederschlagen.

„Wie kann ich mir bei einer jetzigen Investition von Nexus 9000 sicher sein, ob Cisco nicht in einem Jahr der 7000er-Plattform ACI-fähige Line-Cards und NX-OS spendiert?“, fragt der Berater. Cisco wollte sich nicht dazu äußern, da die zuständigen Mitarbeiter derzeit mit der Vorstellung von ACI bei den Kunden ausgelastet sind. Allerdings hat Cisco mit einer Aussage von Shashi Kiran, dem leitenden Direktor Marketing, Stellung zur Zukunft der Nexus-Plattformen und der Beziehung zu ACI bezogen:

„Wir werden weiterhin in das existierende Portfolio investieren. Das gilt auch für Nexus 7700. Nexus 9000 lässt sich als Standalone-Gerät zusammen mit bestehenden Nexus-Plattformen betreiben. Wollen Kunden eine Application Centric Infrastructur oder experimentieren in diesem Bereich, dann empfehlen wird die Plattform Nexus 9000 zusammen mit dem Application Policy Infrastructure Controller. In einer ACI-Umgebung würde Nexus 7000 die Rolle als Bindeglied im Data Center zustehen.“

Eric Hanselman, Analyst bei 451 Research, sagt dazu: „Die Nexus 7000 haben weiterhin ihren Platz als Bindeglieder, die sich um alle typischen Layer-3-Funktionen kümmern. Diese benutzen wir weiterhin für traditionelle Netzwerk-Aufgaben.“ Hanselman ist der Meinung, dass Cisco von den Kunden nicht erwarte, ihre Netzwerk-Umgebungen mit Nexus 9000 und ACI zu ersetzen. Stattdessen möchte man die Kunden an die neue Technologie heranführen und sie nicht ins kalte Wasser werfen. „Nexus 9000 wird man ins Data Center bringen und Nexus 7000 bleibt der traditionelle Kern.“

Weiterhin glaubt der Analyst, dass Cisco alleine schon aufgrund der Reife von Nexus 7000 und anderer Vor-ACI-Switches daran festhalten wird. Die Funktionen der Nexus-7000-Plattformen werden Nexus 9000 eine Weile voraus sein, glaubt Hanselman. Außerdem erwarte niemand, dass Nexus-9000-Geräte in naher Zukunft MPLS unterstützet. „Wir haben beim Übergang von Catalyst zu Nexus etwas Ähnliches gesehen.“, sagt der Analyst abschließend. „Damals war auch die Unausgereiftheit der Funktionen die Bremse der Nexus-7000-Geräte. Das Gleiche wird bei Nexus 9000 passieren.“

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