Die sieben größten ERP-Trends für 2017 und darüber hinaus

Die monolithischen ERP-Systeme von gestern sterben aus. Die Zukunft bringt deutliche ERP-Veränderungen mit sich. Die sieben größten Trends für 2017.

Die ERP-Landschaft verändert sich dramatisch – und das fast täglich. Bei ERP-Trends auf dem Laufenden zu bleiben,...

scheint für CIOs und andere IT-Entscheidungsträger fast unmöglich zu sein. Um CIOs durch diesen sich schnell verändernden Markt zu navigieren, haben wir sieben ERP-Entwicklungen zusammengetragen, auf die man 2017 und darüber hinaus achten sollte.

1. Mehr ERP-Auswahlmöglichkeiten, mehr ERP-Entscheidungen: „Frühere Formen von ERP-Systemen, zum Beispiel Manufacturing Resource Planning, wurden entwickelt, um spezifische Geschäftsprozesse zu bewältigen. Dazu gehörten zum Beispiel HR- oder Lager-Management“, sagt Frank Scavo, President von Strativa, einem Management-Beratungshaus. Ab Mitte der 1990er Jahre wurden ERP-Systeme jedoch immer umfassender und komplexer.

„Mit den Cloud-Lösungen von heute, schwingt das Pendel wieder zurück“, ist Scavo überzeugt. „Anstatt ihre ERP-Kernsysteme zu verbessern, finden es viele Unternehmen einfacher, Cloud-basierte Lösungen für Human Capital Management, Customer Relationship Management, Kosten-Management und andere Funktionen hinzuzufügen.“

Die traditionellen ERP-Anbieter reagieren laut Scavo auf diesen Trend. Einige kaufen spezialisierte Cloud-Produkte und integrieren sie in ihre ERP-Systeme. Einige bauen ihre eigenen spezialisierten Cloud-Lösungen. Viele Anbieter machen aber beides. Das stiftet bei einigen ERP-Kunden für Verwirrung, so dass sie nicht sicher sind, welchen Pfad sie am besten folgen sollten.

„Wie immer muss man Kompromisse bei jeder Entscheidung eingehen“, erklärt der Berater. „Das Festhalten an einem bestehenden ERP-Anbieter bietet einem wahrscheinlich eine bessere Out-of-the-Box-Integration. Doch die Funktionalitäten sind unter Umständen nicht so gut, wie das, was man mit einer Best-of-Breed Cloud-Lösung erhalten könnte.“

Auf der anderen Seite verweist Scavo darauf, dass viele der spezialisierten Softwareanbieter hervorragende Integrationsmöglichkeiten bieten. ERP-Entscheidungsträger müssen somit alle Optionen prüfen.

2. Der Nachteil separater Systeme: Diese „Pendelbewegung“ hin zu spezialisierten ERP-Anwendungen bietet viele Vorteile, sagt Eric Kimberling, Gründer von Panorama Consulting. Allerdings weist er auch darauf hin, dass einige Unternehmen schmerzliche Erfahrungen machen werden, zum Beispiel nicht eine Single Source of Truth wie bei traditionellen ERP-Systemen zu haben. Das Potenzial für inkonsistente Daten und Probleme bei den Versionskontrollen kann für einige Organisationen ein ernsthaftes Problem darstellen.

„Der Vorteil ist, dass die Tools es einfacher gemacht haben, eine Best-of-Breed-Lösung zu implementieren. Doch die genannten Nachteile bestehen“, sagt Kimberling. In den Unternehmen sollten man sich bewusst sein, dass dies zu Problemen führen kann, wenn man nicht über die richtigen Werkzeuge verfügt oder das interne Know-how besitzt.

3. SaaS versus selbstgebasteltes SaaS: „Einige Fachleute haben sich auf Software as a Service (SaaS) konzentriert. Und viele ERP-Lösungen wurden in dieses Modell übertragen“, erklärt Kimberling. „Das trifft allerdings nur auf eine kleine Nische zu. Der größere Trend ist, dass Unternehmen Off-Premise Cloud Hosting für eine traditionelle ERP-Lösung wählen.“ Mit anderen Worten, Unternehmen nutzen Softwarelizenzen als wenn sie On-Premise Anwendungen einsetzen würden, lassen die Anwendung aber in einer Public oder Private Cloud laufen.

4. Daten als Wettbewerbsvorteil: Der Cloud-Trend führt zur Bereitstellung von noch mehr Informationsquellen für das ERP-System. Zudem bietet er mehr Möglichkeiten für die Nutzung der Daten, erläutert Mark Clayman, CEO des Softwareunternehmens TriCore Solutions.

„Leistungsfähige Cloud-basierte Plattformen ermöglichen Unternehmen Predictive Analytics und die bessere Analyse von Geschäftsprozessen“, sagt Clayman. „Unternehmen kratzen gerade einmal an der Oberfläche von dem, was möglich ist, wenn sie Daten von außerhalb ihrer Firma aggregieren, zum Beispiel die Bündelung von Informationen ihrer Lieferanten, um Echtzeitanpassungen vorzunehmen.“ Nach Ansicht des Softwareexperten wird die konsequente Nutzung von entsprechenden Technologien einer der Wettbewerbsvorteile für 2017 und darüber hinaus sein.

5. Intelligentes ERP: Zu den ERP-Trends gehören auch Systeme, die deutlich eigenständiger arbeiten können als frühere ERP-Systeme. Im Webcast „IDC FutureScape: Worldwide Intelligent ERP 2017 Predictions“, wagte Mickey North Rizza, Program VP für Enterprise Applications bei IDC, einen Blick in die Kristallkugel. Sie diskutierte dabei auch über intelligentes ERP-Anwendungen oder i-ERP, welche IDC als Systeme definiert, die neue Technologien wie Machine Learning, Cloud Computing und Predictive Analytics verwenden, um Daten zu managen.

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Die IDC-Analysten sind sich sicher, dass die digitale Transformation viele Softwareanwendungen stark verändert, darunter Marketing Automation, Service und Support, E-Commerce, Verkauf und insbesondere ERP-Lösungen. Obwohl es Hürden zu überwinden gibt, merkt Rizza an, dass eine Benutzeroberfläche mit einem digitalen Assistenten den Unterschied machen wird, ob sich ein Unternehmen für ein bestimmtes ERP-System entscheidet. Diese Oberfläche und die darunterliegende Intelligenz, die direkt im ERP-System integriert ist, wird aus ihrer Sicht zum Game Changer.

Darüber hinaus geht IDC davon aus, dass die Mehrheit der Unternehmen die eingebettete Intelligenz in den ERP-Systemen für die Entscheidungsfindung einsetzen werden. Die Veränderung wird laut Rizza so tiefgreifend sein, dass bis 2020 80 Prozent der Hochschulen ihren Lehrplan umgestalten, so dass Machine-Learning- und kognitive Technologien zum Lehrinhalt werden.

6. Konkurrenzfähigere Preise: Für Kunden gibt es schließlich einen Lichtblick, der alle ERP-Trends überstrahlt. Laut Amit Patel, Managing Director beim US-Beratungsunternehmen Huron, drängen die Veränderungen große Anbieter in die Defensive. „Als eine Konsequenz werden ERP-Anbieter sehr aggressiv ihre Kernangebote schützen und daher ihre Preismodelle aktualisieren, um sicherzustellen, dass sie wettbewerbsfähig bleiben“, ist er sich sicher.

7. Die Notwendigkeit für mehr ERP-Sicherheit: Immer mehr Regulierungen, steigende Sicherheitsbedrohungen und neu entwickelte Technologien, einschließlich vernetze und intelligente ERP-Plattformen, führen dazu, dass die Anwendungssicherheit immer wichtiger wird und noch komplexer zu handhaben ist, merkt Tony Torchia, Advisory Partner bei KPMG, an. Er erklärt, dass der Umfang und die Komplexität der Bedrohungen exponentiell zugenommen haben. Das führte bereits zu einer Welle von Datenpannen bei Kundendaten wie auch geistigem Eigentum der Unternehmen.

„Kosten und Komplexität bei der Verwaltung interner Umgebungen steigen ebenfalls“, sagt Torchia. In der Realität ist das zum Teil ineffizienten internen Sicherheitskontrollen geschuldet, die in vielen Unternehmen noch manuell eingesetzt werden. Aufgrund dieses Risikos und dem Trend zu mehr Datenpannen, sollte der Fokus laut Torchia 2017 auf besseren ERP-Sicherheitsmaßnahmen liegen.

 

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