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Apps für den Einsatz im Unternehmen planen und entwickeln

Der Mobile-Trend verlangt von Firmen die Modernisierung bestehender Anwendungen. Die Apps müssen aber auf allen mobilen Plattformen funktionieren.

Mobile Mitarbeiter, international verteilte Teams oder Arbeit vom Home Office aus – vernetztes Arbeiten prägt heute das Berufsleben. Auch die Anzahl und Vielfalt der eingesetzten Endgeräte wächst. Damit verändern sich die Anforderungen an den modernen IT-Arbeitsplatz: Der Manager will von seinem Smartphone aus auf aktuelle Geschäftsdaten zugreifen, das Lagerpersonal bucht über mobile Apps Waren ein und aus, der Servicemitarbeiter erfasst vor Ort Aufträge über sein Tablet – die Szenarien für mobile Anwendungen und Cloud-basierte Services sind vielfältig. Kurzum: Anwender fordern mehr Flexibilität und Mobilität.

Unternehmen müssen angesichts dieser Anforderungen und Trends ihre Anwendungen modernisieren, damit sie aktuellen Architektur- und Darstellungsstandards entsprechen. Mitarbeiter müssen in ihrer Arbeitsumgebung von überall mit ihrem Smartphone oder Tablet auf die benötigten Anwendungen und Daten zugreifen können. Insbesondere Firmen mit über viele Jahre hinweg gewachsenen Eigenentwicklungen oder veralteten Anwendungen stehen hier vor einer großen Herausforderung.

Sie müssen Schnittstellen zu den mobilen Anwendungen schaffen und Prozesse teilweise neu definieren. Das kann durchaus teuer werden. Daher sollten Unternehmen im ersten Schritt zunächst ihre bestehenden Anwendungen und Geschäftsprozesse analysieren, bevor sie die Strategie für die Modernisierung der Anwendungen definieren.

Bei der Betrachtung des Ist-Zustandes helfen folgende Fragen: Welche Anwendungen sind vorhanden? Auf welcher Infrastruktur laufen sie? Welche Applikationen werden wann, wie, wo und von wie vielen Usern genutzt? Im Zuge der Analyse stellen Unternehmen mitunter sogar fest, dass ihre Mitarbeiter ältere Anwendungen kaum noch nutzen. Wenn sich diese vielleicht ganz abschaffen lassen, spart das die Kosten für Lizenzen und Administration.

Weitere Fragen: Welche Anwendungen eignen sich für die mobile Nutzung oder die Bereitstellung über die Cloud? Für welche Anwendung besteht Optimierungspotenzial? Welche Benutzergruppen profitieren von einer mobilen Applikation? Beispiel Servicetechniker: Hier ist der Nutzen offensichtlich, wenn sie etwa ihre Diagnosedaten direkt über ihr Tablet erfassen können und damit einen Auftrag schneller bearbeiten.

Technische Umsetzung: Nativ, Web oder hybrid?

Ist der Business Case geklärt, geht es an die technische Umsetzung. Hier ist zunächst die Frage zu klären, welche Geräte (Smartphone, Tablet) und welche Plattformen (iOS, Android, Windows Phone) im Unternehmen im Einsatz sind. Die Anwendung muss verschiedene Geräte, Displaygrößen und Betriebssysteme unterstützen und alle Anforderungen für Datensicherheit erfüllen. Im Optimalfall arbeitet die mobile Anwendung plattformunabhängig, sprich es ist irrelevant, ob die App von einem iPad, Blackberry, Android- oder Windows-Gerät genutzt wird.

Es sollte auch möglich sein, das Endgerät auszutauschen, ohne die Anwendung verändern zu müssen. Zudem sollte sich die mobile Anwendung nahtlos in die bestehende Infrastruktur und die Geschäftsprozesse integrieren lassen. Schließlich umfassen mobile Apps immer auch serverseitige Funktionen und greifen aus Daten aus verschiedenen Systemen zu.

Schließlich stellt sich die Frage nach dem App-Modell. Hier gibt es drei verschiedene Ansätze: native Apps, webbasierte Apps auf Basis von HTML5 oder hybride Apps. Die Wahl der Entwicklungstechnik hängt vom konkreten Anwendungsszenario ab, das mobil abgebildet werden soll, sowie vom vorhandenen Budget. Hier eine Beschreibung der drei App-Modelle:

  • Native Apps: Native Anwendungen sind spezifisch für ein bestimmtes Betriebssystem entwickelt, fest auf dem Mobilgerät installiert und können Funktionen des mobilen Geräts wie GPS-Modul, Kamera oder Mikrofon für ihre Funktionen nutzen. Allerdings muss eine native App für jedes mobile Betriebssystem angepasst werden, sei es Apple iOS, Google Android, Blackberry oder Windows Mobile. Das führt zu deutlich höheren Entwicklungs- und Wartungskosten. Diese Investitionen können sich aber lohnen, wenn es um spezielle Funktionen wie etwa agile Vertriebsprozesse geht. Die Apps ergänzen gezielt die vorhandene Funktionen der zentralen Anwendungen.
  • Webbasierte Apps: Web-Apps auf Basis von HTML5 laufen als mobile Webseiten in einem Browser auf dem Smartphone oder Tablet. Ihr wesentlicher Vorteil gegenüber nativen Apps: Sie arbeiten unabhängig von der Plattform und dem Betriebssystem auf allen mobilen Geräten mit einer einzigen Code-Basis. Die Entwicklung erfolgt relativ einfach mit aus dem Webdesign bekannten Technologien. Allerdings ist dafür eine funktionierende Internetverbindung notwendig. Zudem ist es nicht möglich, auf die Kamera oder das GPS-Modul des Geräts zuzugreifen.
  • Hybride Apps: Eine Hybrid-App versucht eine Web-App mit einer nativen App zu kombinieren. Im Prinzip wird dabei eine Website innerhalb einer App dargestellt, der native Teil läuft direkt auf dem Betriebssystem. Die Inhalte und Navigation stammen aus der zugrunde liegenden Web-App. Diese lässt sich online laden oder liegt offline in der hybriden App selbst vor.

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Die Entwicklungszeit für mobile Unternehmens-Apps sollte möglichst kurz sein und binnen Wochen statt Monaten erfolgen. Hier unterstützen Frameworks und Entwicklungsplattformen auch aus der Cloud. Die Lösung sollte alle Techniken für die Entwicklung mobiler Apps (nativ, webbasiert, hybrid) unterstützen, damit Unternehmen die Anwendung flexibel auf den jeweiligen Business Case ausrichten können. Außerdem sollte die Plattform Funktionen für Security und Access Management, Tests, Freigabe und Optimierung der App enthalten sowie die Erstellung von Updates vereinfachen.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2015 aktualisiert

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