Windows-Image-Management mit Microsoft DISM, MDOP und Drittanbieter-Tools

Image- statt Systemverwaltung: Mit diesem Grundsatz lässt sich das Desktop-Management enorm vereinfachen. Ein Überblick über die wichtigsten Tools.

Der unaufhaltsame Fortschritt neuer Windows-Versionen, von Windows NT bis Windows 10 und Windows Server 2016, hat natürlich auch kontinuierliche Verbesserungen bei der Zusammenstellung und Bereitstellung von OS-Images gebracht. Den größten Sprung hat es wohl seit Windows Vista gegeben, einschließlich der Einführung virtueller Festplatten und dem Windows Image Format (.wmi), mit beiden Formaten lassen sich Betriebssystem-Images erstellen und verwalten.

Wie so oft gibt es verschiedene Tools für das Image-Management, sowohl von Microsoft direkt als auch von Drittanbietern.

Tools zur Image-Verwaltung von Microsoft

Das Microsoft Deployment Image Servicing and Management Tool (DISM) ist das primäre Tool für Windows-Versionen ab Windows 7 und dürfte auch bereits Windows 10 unterstützen.

DISM arbeitet mit WMI-Dateien, um Windows-Images von PCs zu erstellen oder darauf anzuwenden. Genauso lassen sich auch Images innerhalb von WMI-Dateien hinzufügen oder entfernen und große WMI-Dateien, die gerne auch mal an die 50 Gigabyte Speicherplatz beanspruchen, in kleinere Dateien aufteilen.

DISM funktioniert mit WMI-, VHD- und VHDX-Dateien, um Administratoren die Möglichkeit zu geben, dem ursprünglichen OS-Image Softwarepakete oder Treiber hinzuzufügen. Damit lassen sich auch Windows-Funktionen aktivieren oder deaktivieren, Ländereinstellungen vornehmen oder OS-Images auf die aktuelle Version aktualisieren. Bei der großen Funktionsvielfalt ist dieses Tool in jeder Hinsicht einen Blick wert, vor allem auch für KMUs, in denen der IT-Abteilung meist keine umfangreicheren Tools zur Verfügung stehen.

Unternehmen, die Zugang zum Microsoft Software-Assurance-Programm haben, können DISM zwar ebenfalls nutzen, werden vor allem aber auf das Microsoft Desktop Optimization Pack (MDOP) zurückgreifen. MDOP unterstützt verschiedene Virtualisierungs-Tools, die das Desktop-Management in DISM erweitern und beispielsweise Funktionen zur Diagnose oder Wartung aus der Ferne bieten. Speziell Microsoft Application Virtualization (App-V) und Microsoft Enterprise Desktop Virtualization (MED-V) dürften hierbei von größtem Interesse und Wert sein.

Abseits von DISM und MDOP bietet natürlich auch System Center Configuration Manager (SCCM) Funktionen für die Bereitstellung von Betriebssystemen und für das Image-Management.

Drittanbieter-Tools von VMware, IBM und Unidesk

Nachdem es viele Überschneidungen zwischen der Verwaltung von Betriebssystem-Images für virtuelle Umgebungen und für Desktop-Umgebungen gibt, überschneidet sich auch der Funktionsumfang von Microsoft- und Drittanbieter-Tools. Dazu zählen zum Beispiel VMware Horizon, IBMs Image Construction and Composition Tool oder Unidesk für Hyper-V. Alle drei Tools bieten die Möglichkeit zur Erstellung und Bereitstellung von Windows-Images.

Normalerweise spielen diese Tools vor allem im VDI-Bereich (Virtual-Desktop-Infrastruktur) eine Rolle, daher wird man vor allem hier auf sie stoßen. Ähnliche Tools mit vergleichbaren Funktionen gibt es natürlich auch für andere populäre virtuelle Umgebungen, also für Citrix XenServer, Red Hat Enterprise Linux oder auch Oracle VM/VirtualBox.

Images und nicht Systeme verwalten

Sofern nicht jede einzelne Maschine in der Desktop-Umgebung einzigartig ist, gibt es viel Potenzial für Standardisierungen. Das beinhaltet zum Beispiel die Möglichkeit zur Einrichtung einer Image-Bibliothek, entweder basierend auf Hardware- oder Job-Rolle (nach meiner Erfahrung aber typischerweise beides, da Softwareentwickler normalerweise ganz andere PCs nutzen als Personal für Helpdesk oder Dateneingabe).

Durch die Erstellung und Verwaltung von Betriebssystem-Images für Standardbereitstellungen lässt sich der Aufwand der Desktop-Verwaltung enorm verringern. Je mehr man über die hierfür nötigen Tools weiß, umso einfacher wird natürlich der Arbeitsalltag. Microsoft stellt Administratoren über sein Schulungsportal Microsoft Virtual Academy beispielsweise verschiedene kostenlose Kurse zur Windows-Bereitstellung zur Verfügung, so etwa zum Microsoft Desktop Optimization Pack oder einen ersten Überblick über die Bereitstellung von Windows 10.

Über den Autor:
Ed Tittel ist ein langjähriger freiberuflicher Autor und Trainer. Er hat sich auf Themen rund um Netzwerke, Informations-Security und Markup-Sprachen spezialisiert. Darüber hinaus schreibt er für zahlreiche TechTarget.com-Websites. Vor Kurzem hat er seine Arbeit an der 4. Ausgabe der CISSP Study Guide für Sybex / Wiley abgeschlossen.

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