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Von Shielded VMs bis Nano Server: Fünf wichtige Neuerungen in System Center 2016

Zusammen mit Windows Server 2016 ist auch System Center 2016 erschienen. Ein Überblick über fünf wichtige neue Funktionen der System Center Suite.

Während System Center 2016 Administratoren mehr Kontrolle über ihre IT-Umgebung an die Hand gibt, hat Microsoft allerdings auch einige Funktionen entfernt, was in manchen Situationen durchaus Probleme bereiten kann, wenn man sich vorher nicht über mögliche Änderungen informiert hat.

Viele der neuen Funktionen und Verbesserungen von System Center 2016 beziehen sich direkt auf Features, die mit Windows Server 2016 integriert wurden. Diese neuen Features von System Center 2016 konzentrieren sich neben anderen Bereichen vor allem auf Sicherheit, einen geringeren Betriebssystem-Overhead für Anwendungen und Cluster-Management-Funktionen.

Im Folgenden zeigen wir fünf wichtige Neuerungen, die System Center 2016 gegenüber Vorgängerversionen der System Center Suite mit sich bringt.

1. Support für Shielded VMs

Der Support für Shielded VMs steht auf der Liste neuer Features in System Center 2016 ganz oben. Die abgeschirmten virtuellen Maschinen sind neu mit Windows Server 2016 eingeführt worden und stellen eine deutliche Sicherheitsverbesserung für virtuelle Maschinen dar. Durch die Abschirmung können virtuelle Maschinen zwar ein- oder ausgeschaltet werden, auf die Konfiguration oder die verschlüsselte Festplatte erhalten unbefugte Administratoren dabei aber keinen Zugriff.

Sowohl per System Center 2016 Virtual Machine Manager als auch per Azure Pack können Shielded VMs erstellt werden. Virtuelle Maschinen der zweiten Generation, die auf Windows Server 2012/2012 R2 oder Windows Server 2016 laufen, können mit Virtual Machine Manager ebenfalls in Shielded VMs umgewandelt werden.

Der Host Guardian Service in Windows Server 2016 liefert die grundlegende Infrastruktur für den Betrieb von Shielded VMs. Liegt sie nicht auf einem autorisierten Guarded Host, so versagt eine Shielded VM ihren Dienst. Daher ist es eine Überlegung wert, auch Guarded Hosts per SCVMM zu verwalten.

2. Support für Nano Server

Virtual Machine Manager in System Center 2016 ermöglicht zudem das Lifecycle-Management für die Serverbereitstellung als Nano Server. Das Monitoring von Nano Server kann über System Center Operations Manager erfolgten. Die Nano-Server-Bereitstellung ist ebenfalls erst seit Windows Server 2016 erhältlich und noch ein gutes Stück kleiner und leichtgewichtiger als ein Server-Core­-Deployment.

Mit der Einführung von Server Core für Windows Server blieben viele Verwaltungswerkzeuge auf der Strecke, da Server Core einfach einige der Dateien und Dienste fehlen, die dafür erforderlich sind. Bei Nano Server ist mit vergleichbaren Problemen zu rechnen, schon weil diese Bereitstellungsart ebenfalls nicht mit einer herkömmlichen grafischen Benutzeroberfläche daherkommt. Dadurch, das System Center 2016 auch Nano-Server-Bereitstellungen unterstützt, beugt Microsoft ähnlichen Probleme wie mit Server Core vor.

3. Storage Spaces Direct

Storage Spaces Direct ist ein Feature von Storage Spaces, eine mit Windows Server 2012 eingeführte Funktion. Mit Storage Spaces Direct können Failover-Cluster statt Shared Storage auch lokalen Storage verwenden. Dabei kann jeder Node eines Clusters eine synchronisierte Datenkopie auf dem lokalen Storage ablegen. Der Zugriff auf ein Cluster Shared Volume (CSV) ist damit nicht mehr erforderlich.

System Center 2016 Virtual Machine Manager unterstützt Storage Spaces Direct vollständig. Administratoren können damit Storage-Cluster auf Basis einer SDS-Architektur (Software-defined Storage) verteilen und verwalten. SCVMM unterstützt außerdem die synchrone Storage-Replikation auf Softwarebasis und Storage QoS (Quality of Service). Beide Dienste funktionieren unabhängig von Storage Spaces Direct.

4. Besserer Support für Cluster

In vielen Windows-Server-Deployments spielt Failover-Clustering eine entscheidende Rolle. Da dürfte es Windows-Admins sehr gelegen kommen, dass Microsoft die Unterstützung für das Clustering in System Center 2016 deutlich verbessert hat. Ein gutes Beispiel hierfür ist erneut SCVMM, mit dem sich Compute-Cluster auf Bare-Metal-Hardware verteilen lassen.

Außerdem unterstützt System Center 2016 Cluster-berücksichtigende Updates und Cluster-Upgrades. VMM ermöglicht auch Rolling-Upgrades von Windows Server 2012 R2 Cluster, die ohne jede Ausfallzeit für die geclusterten Workloads auf Windows Server 2016 migriert werden können.

5. Verbesserter Data Protection Manager

Die zusätzliche Sicherheitsschicht, die Shielded VMs umgibt, macht klassische VM-Backups etwas schwierig. Deshalb hat Microsoft den System Center Data Protection Manager entsprechend erweitert, so dass er jetzt auch Backups von Shielded VMs durchführen und wiederherstellen kann.

Zudem unterstützt der Data Protection Manager auch Storage Spaces Direct und Rolling-Cluster-Upgrades. Administratoren können damit virtuelle Maschinen sichern, selbst wenn gerade ein Cluster-Upgrade durchgeführt wird. Genauso schützt DPM virtuelle Maschinen auch bei einem Hyper-V-Node-Ausfall oder einer Storage-Migration. Die Unterstützung für Nano Server ist allerdings merkwürdigerweise nicht in der Feature-Liste für System Center 2016 Data Protection Manager zu finden.

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Azure als Option für fehlende System-Center-Features

Einige bisher in System Center enthaltene Features hat Microsoft aus System Center 2016 entfernt. Damit hofft Microsoft offenbar, Nutzer auf Azure Pack/Azure Stack einzuschwören, worin einige der jetzt fehlenden Funktionen enthalten sind.

Das Windows Azure Pack ist ein Microsoft-Utility, das bisher immer als Client-Komponente für Unternehmen eingesetzt wurde, die über System Center das Self-Service-Provisioning bestimmter Ressourcen bereitstellen wollen. Spekulationen, nach denen Microsoft das Azure Pack abkündigen und durch Azure Stack ersetzen wird, haben sich bislang nicht bewahrheitet. In Version 2016 hat das Azure Pack sogar wieder mehr an Bedeutung gewonnen, schon alleine dadurch, dass es die einzige Möglichkeit darstellt, Fähigkeiten wie den App Controller beizubehalten.

Microsoft empfiehlt Administratoren in der Tat für die Provisionierung von Infrastruktur und PaaS-Deployments (Platform as a Service) statt wie bisher den App Controller die Nutzung des Azure Pack. Microsoft würde das Azure Pack gerne als Alternative zum Service Manager Cloud Service Process Pack verstanden wissen, das ja ebenfalls aus System Center 2016 verschwunden ist. Ebenfalls nicht mehr zu finden sind die Möglichkeiten von System Centers Service Reporting. Microsoft empfiehlt stattdessen als Ersatz eine Kombination aus Azure Pack und Drittanbieterlösungen.

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Artikel wurde zuletzt im März 2017 aktualisiert

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