Virtuelle Desktop-Pools unter Windows einrichten und verwalten

Über virtuelle Desktop-Pools verwalten Administratoren eine Reihe identisch konfigurierter virtueller Desktops.

Mit virtuellen Desktop-Pools unter Windows bekommen Sie mehr Einfluss darauf, was an Ihre Nutzer ausgeliefert wird. Aber sie erfordern einige Planung im Vorfeld.

Über virtuelle Desktop-Pools verwalten Windows-Administratoren einen Satz von identisch konfigurierten virtuellen Desktops, so dass jeder Nutzer, der sich mit einer bestimmten virtuellen Maschine (VM) verbindet, einen identischen Desktop erhält – gleiches Betriebssystem, gleiche Anwendungen, gleiche Features deaktiviert oder aktiv. Administratoren können solche Pools für Gruppen von Endnutzern einrichten, die nach unterschiedlichen Kriterien zusammengestellt sind. In Frage kommen dafür Job-Funktionen, physische Standorte, Remote- vs. Vor-Ort-Nutzung oder jegliche andere logische Unterteilung.

Das Poolen von virtuellen Desktops erlaubt Nutzern zudem, von fast überall in einer IT-Infrastruktur auf ihre Pools zuzugreifen. Sie können sich irgendwo im Unternehmen oder weit außerhalb befinden und müssen sich dabei nie fragen, ob ihnen die richtigen Desktops und Anwendungen zur Verfügung stehen werden, wenn sie sich im Unternehmensnetz anmelden.

Die folgenden Best Practices sollten Sie beachten, wenn Sie virtuelle Desktop-Pools unter Windows einrichten und verwalten.

Erst einmal testen: Die Planung von virtuellen Desktop-Pools

Wahrscheinlich gibt es in Ihrer IT-Umgebung bereits eine Sammlung von speziellen Betriebssystem-Images für unterschiedliche Nutzer-Gruppen, basierend auf deren Bedarf an Anwendungen und Features. Diese Images sollten Sie zur Grundlage Ihrer Planung für einen virtuellen Desktop-Pool machen.

Zum Beispiel könnten Sie je einen Pool für Beschäftigte im Rechnungswesen und im Vertrieb planen. Wenn Sie Nutzer in Active Directory bereits nach Job-Funktionen, Anwendungsbedarf oder physischem Standort klassifizieren, ist dies ein weiterer logischer Ausgangspunkt, um nach gemeinsamen Eigenschaften und Anforderungen der Nutzer Ihrer virtuellen Desktops zu suchen.

Wenn Sie die nötigen Anwendungen und Features für jeden der Pools identifiziert haben, müssen Sie ein Image aufbauen und es testen. Der nächste Schritt sollte ein begrenzter Beta-Test für jedes Image des virtuellen Pools und seiner Anwendungen sein, an dem nur technisch erfahrene Nutzer teilnehmen, die ihren virtuellen Desktops dabei viel abverlangen können.

Beim Testen Ihrer virtuellen Desktop-Pools unter Windows sollten Sie die folgenden Punkte beachten:

  • Wo werden die Nutzer-Daten gespeichert?
  • Werden Nutzer-Daten gesichert, und wer ist für diese Backups verantwortlich?
  • Welcher IT-Standard wird durchgesetzt (beispielsweise müssen Sie beim Anmelden vielleicht Sicherheitshinweise erscheinen lassen)?
  • Wie werden Updates von Betriebssystem und Anwendungen bei den Images der virtuellen Desktop-Pools gehandhabt?
  • Wollen Sie verhindern, dass Nutzer einen lokalen physischen Desktop verwenden, wenn sie einem Pool zugewiesen sind?

Es geht los: Die Einrichtung virtueller Desktop-Pools

Nachdem Ihre Pool-Images aufgebaut und getestet sind, wird es Zeit, die virtuellen Desktop-Pools tatsächlich zu realisieren. Bei der Migration von Endnutzern von physischen Desktops in eine virtuelle Desktop-Umgebung ist ein stufenweises Vorgehen zu bevorzugen. Achten Sie darauf, dass Sie die Prozesse für Change-Management Ihrer Organisation befolgen. Auch sollten Sie stets einen Reserve-Plan in der Hinterhand haben – für den Fall, dass sich Deployment und Akzeptanz bei den Endnutzern nicht entwickeln wie geplant.

Als erstes müssen Sie für jeden virtuellen Desktop-Pool ein Image erstellen und es ihm zuweisen. Dieser Prozess ähnelt der Einrichtung von VMs auf einem Hyper-V-Server. Allerdings haben Sie bei Desktop-Pools deutlich mehr Optionen, etwa im Hinblick auf die Konfiguration der Nutzer-Ressourcen, Zuweisungen für Nutzer-Storage oder Umgang mit Fehlern. Prüfen Sie diese Optionen genau, denn sie haben direkte Auswirkungen auf die Endnutzer-Erfahrung.

Ebenso gibt es eine Reihe von Einstellungen auf Server-Seite, die Sie vornehmen müssen, wenn Sie virtuelle Desktop-Pools unter Windows auf Ihren Servern einrichten. Es gibt hier einige Ähnlichkeiten zwischen Windows Server 2008 R2 und Windows Server 2012. Sie sollten sich aber sorgfältig mit den Anleitungen für die Konfiguration von virtuellen Desktop-Pools auf beiden Server-Plattformen beschäftigen.

Virtuelle Desktop-Pools lassen sich mit einer großen Palette an Backend-Servern einrichten und unterstützen. Ebenso können mehrere Pools auf demselben Backend-Server untergebracht sein. Bei geschäftskritischen Desktops ist es sogar möglich, Ihre Pools auf Clustern aus Windows-Servern laufen zu lassen.

Gefahren vermeiden: Regeln für Desktop-Pools

Es gibt noch ein paar weitere Leitlinien für die Einrichtung und Verwaltung von virtuellen Desktop-Pools unter Windows. Erstens brauchen Sie für einen Pool mindestens zwei virtuelle Maschinen – mit nur einer bekommen Sie eher eine Pfütze als einen echten Pool.

Um Ihre virtuellen Desktop-Pools auf einem Backend-Server zu konfigurieren, brauchen Sie auf diesem Server lokale Administrator-Rechte. Die können Sie sich geben, indem Sie Ihren Anmelde-Namen der Gruppe Lokale Administratoren auf dem Server hinzufügen; alternativ können Sie einer anderen lokalen oder Domain-Gruppe angehören, die über lokale Administrator-Rechte verfügt.

Ein virtueller Desktop kann jeweils nur zu einem Pool gehören. Ebenfalls müssen alle VMs innerhalb desselben Desktop-Pools identisch sein. Sie müssen also dasselbe Betriebssystem-Image mit denselben installierten Anwendungen verwenden, und es müssen dieselben Features aktiv oder deaktiviert sein.

Wenn sich ein Nutzer von einem virtuellen Desktop im Pool abmeldet, kann jegliche nicht gespeicherte Arbeit verloren gehen. Wenn die Verbindung zum Desktop unterbrochen wird, befinden sich Desktop und Anwendungen bei der nächsten Verbindung im selben Zustand wie vor der Unterbrechung. Mit Windows Server 2012 haben Sie die Option, nach dem Abmelden des letzten Nutzers zum ursprünglichen Zustand des virtuellen Desktop zurückzukehren oder den Desktop so zu belassen, wie er ist.

Typischerweise müssen alle Backend-Server unter Windows, die virtuelle Desktop-Pools unterstützen, zur selben Domain gehören.

Bei der Arbeit mit sehr vielen VMs oder virtuellen Desktop-Pools können Überlegungen zur Skalierbarkeit eine Rolle spielen. Sehen Sie in der Dokumentation Ihrer Windows-Server nach, um mehr über die Skalierung von Backend-Servern für Desktop-Pooling zu erfahren.

Über die Autoren: Ed Tittel ist ein IT-Veteran mit mehr als 30 Jahren Erfahrung als Software-Entwickler, Netzwerk-Berater, technischer Trainer, Autor und Gutachter, am besten bekannt vielleicht für seine „Exam Cram“-Serie aus den späten 1990er Jahren. Er hat an mehreren Büchern zu Computer-Themen mitgewirkt. Earl Follis arbeitet seit mehr als 25 Jahren in der IT-Branche und hat zusammen mit Tittel „...for Dummies“-Bücher über NetWare und Windows Server geschrieben. Außerdem hat er Berufserfahrung als Trainer, Technologie-Missionar und Spezialist für Netzwerk-Management und Deployment bei Unternehmen wie IBM, NimSoft und Northrop-Grumman.

Artikel wurde zuletzt im April 2013 aktualisiert

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