Schritt-für-Schritt-Anleitung: Anwendungsvirtualisierung mit VMware ThinApp

Mit VMware ThinApp lassen sich in wenigen Schritten Anwendungen virtualisiert bereitstellen. Diese Anleitung zeigt, welche Schritte dazu nötig sind.

Wie andere Produkte zur Anwendungsvirtualisierung basiert auch VMware ThinApp auf dem Konzept einzeln verpackter Applikationen. Die genauen Schritte zur App-Virtualisierung variieren zwar von Version zu Version, aber das grundlegende Vorgehen ist bei allen neueren ThinApp-Versionen sehr ähnlich.

ThinApp macht es Administratoren relativ leicht, Anwendungen zu virtualisieren. Bevor man aber tatsächlich damit anfängt, empfiehlt sich ein Blick auf offizielle VMware-Seiten, um nach spezifischen Informationen über die zu virtualisierende Anwendung zu suchen. Manche Anwendungen können einfacher virtualisiert werden als andere, und VMware veröffentlicht für häufiger virtualisierte Anwendungen oft auch technische Ratschläge.

App-Virtualisierung mit VMware ThinApp

Am Beginn der App-Virtualisierung mit ThinApp steht immer zunächst die Erstellung einer neuen virtuellen Maschine. Einmal angenommen, die virtuelle Anwendung soll in einer VDI-Umgebung (Virtual-Desktop-Infrastruktur) zum Einsatz kommen, dann würde man die virtuelle Maschine so konfigurieren, dass sie einen virtuellen Desktop kopiert, anstatt dass ein tatsächlicher virtueller Desktop der Produktionsumgebung verwendet wird.

Sobald der virtuelle Desktop konfiguriert wurde, muss als nächstes ein Snapshot auf VM-Level erstellt werden. Falls der Snapshot erstellt wird, während die virtuelle Maschine ausgeführt wird, muss der Arbeitsspeicher nicht im Snapshot enthalten sein.

Nachdem der Snapshot erstellt wurde, muss auf der virtuellen Maschine das Tool ThinApp Setup Capture ausgeführt werden. Damit wird ein erster Scan der VM durchgeführt, der die VM-Inhalte (beispielsweise Systemdateien und Registry-Einträge) dokumentiert. Dies muss noch vor der Installation der Anwendungen erfolgen, die virtualisiert werden sollen.

Nachdem der Scan abgeschlossen ist, kann das ThinApp-Setup-Capture-Tool minimiert werden, um die zu virtualisierenden Anwendungen zu installieren. Sofern die Anwendung aktiviert werden muss, wie das beispielsweise für die meisten Microsoft-Produkte der Fall ist, sollte dies idealerweise bereits an diesem Punkt erfolgen. Es ist zudem empfehlenswert, die Anwendungen an dieser Stelle kurz zu testen, um das einwandfreie Funktionieren der Applikation sicherzustellen.

Nachdem die Anwendung installiert und konfiguriert wurde, wird erneut ein VM-Snapshot erstellt. Auch hier gilt, dass der Arbeitsspeicher nicht Teil des Snapshots sein muss, wenn die virtuelle Maschine noch läuft.

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Nachdem der zweite Snapshot angefertigt wurde, muss wieder zum ThinApp Setup Capture Utility gewechselt werden, um einen zweiten Scan durchzuführen. Dies analysiert und dokumentiert erneut die Inhalte der virtuellen Maschine. Bei diesem zweiten Scan gleicht das Tool den Zustand der virtuellen Maschine während des ersten Scans ab und zeigt alle neuen Inhalte an.

Im nächsten Schritt muss dem ThinApp Setup Capture Utility noch mitgeteilt werden, welche Nutzergruppen das App-Paket verwenden dürfen, das gerade erstellt wird. Standardmäßig können alle Anwender die Apps nutzen, der Zugriff lässt sich aber auf bestimmte Active-Directory-Gruppen beschränken.

Im Anschluss daran steht noch die Entscheidung zwischen Merged Isolation Mode und Write/Copy Isolation Mode an. Merged Isolation Mode erlaubt der Anwendung, Daten auf die lokale Maschine zu schreiben und ist eigentlich nur für Windows-zertifizierte Anwendungen wie Microsoft Office geeignet. Für alle anderen Applikationen ist es normalerweise besser, Write/Copy Isolation zu verwenden, da hier Schreibvorgänge von Anwendungen in einer Sandbox ausgeführt werden.

Hierfür muss noch eine Sandbox-Umgebung ausgewählt und die Frage beantwortet werden, ob man an VMwares Programm zu Qualitätssicherung teilnehmen möchte. Jetzt kann ein Inventarname, also der Name der Applikation, vergeben und der Projektort ausgewählt werden. Gegen Ende der ThinApp-Konfiguration müssen schließlich noch weitere Fragen beantwortet werden, beispielsweise ob eine separate DAT-Datei genutzt oder ein MSI-Paket erstellt werden soll. Nachdem diese Fragen geklärt sind, kann das Projekt gespeichert und anschließend das ThinApp-Paket erstellt werden.

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