ra2 studio - Fotolia

RDSH oder RDS: Für welche Anwendungsfälle eignet sich welche Technologie besser?

RDS oder RDSH: In Microsoft-Umgebungen gibt es zwei Möglichkeiten, virtuelle Desktops auszuliefern. Beide haben ihre Vor- und Nachteile.

Wer Windows-Desktops und virtuelle Applikationen bereitstellen will, der hat auf der Microsoft-Plattform zwei Optionen, nämlich einerseits die Microsoft Remote Desktop Services (RDS), Microsofts VDI-Technologie (Virtual Desktop Infrastructure), und auf der anderen Seite Remote Desktop Session Host (RDSH), auch als Windows Terminal Services bekannt.

Bei der Entscheidung zwischen beiden Technologien geht es vor allem um Kosten, Funktionsumfang und Kompatibilität.

Noch bis vor kurzem galt RDSH als die klar bessere Wahl, da RDS eine vergleichsweise neue Technologie ist und vor allem auch im Ruf stand, bei der Implementierung enorm hohe Kosten zu verursachen. Heute ist aber auch RDS eine brauchbare Alternative und in manchen Szenarien RDSH sogar überlegen.

Anwendungsfälle für die Remote Desktop Services

Wenn es um den Funktionsumfang von RDS gegenüber RDSH geht, haben die Remote Desktop Services inzwischen ziemlich gut aufgeholt. Unternehmen können damit beide Technologien verwenden, um virtuelle Applikationen und Desktops auszuliefern, während bei den Kosten keine großen Unterschiede mehr zu erwarten sind.

Der große Vorteil von RDS liegt darin, dass hier ein wirkliches Desktop-Betriebssystem zugrundeliegt, was eindeutig der Anwendungskompatibilität zugute kommt. Dabei ist aber auch eine Migration weg von physischen Desktops einfacher möglich, weil virtuelle Desktops mit genau den gleichen Konfigurationen, Patches und Anwendungen arbeiten, wie ihre physischen Vorgänger.

Ein Wechsel hin zur Desktop-Virtualisierung ist damit aber sicher auch für Anwender einfacher, weil sich RDS-Desktops so konfigurieren lassen, dass sie genau wie ihre physischen Vorbilder aussehen und sich auch so verhalten. Die Lernkurve im Umgang mit RDS-Desktops fällt damit sehr flach aus.

RDS ermöglicht darüber hinaus aber auch sehr einfach den Parallelbetrieb von physischen und virtuellen Desktops. Wenn die virtuellen Desktops der gleichen Domäne angehören, dann können sie die gleichen Berechtigungen und Gruppenrichtlinien-Einstellungen verwenden wie die bereits vorhandenen physischen Desktops. Vorhandene Sicherheitsrichtlinien sollten problemlos auch mit virtuellen Desktops funktionieren.

Zudem verwenden die meisten Unternehmen Master Images für die Bereitstellung physischer Desktops, die sich mit wenig Modifikationen auch für die Bereitstellung virtueller Desktops verwenden lassen sollten.

Mögliche Nachteile von RDSH-Desktops

Mit Blick auf RDSH liegt der größte Vorteil im langen Bestehen und der damit einhergehenden langjährigen Praxiserfahrung. RDSH ist eine stabile, zuverlässige und gut dokumentierte Technologie. RDS dagegen ist etwas schwieriger bereitzustellen und zu verwalten als RDSH.

Diese höhere Komplexität kann sich durch etwas höhere Anfangskosten und höhere Betriebskosten ausdrücken, auch wenn die Kosten von RDS-Bereitstellungen gegenüber RDSH bei Weitem nicht mehr so stark aus dem Ruder laufen wie früher.

Der wesentliche Nachteil von RDSH ist die Voraussetzung eines Serverbetriebssystems statt einem Desktop-OS wie Windows 10. Aus diesem Grund funktionieren einige Anwendungen auch nicht besonders gut in RDSH-Umgebungen. Manchmal liegt dies daran, dass Applikationen für bestimmte Windows-Versionen entwickelt wurden, meist kommen Desktop-Anwendungen aber einfach nicht besonders gut mit Multi-Session-Umgebungen klar. In einigen wenigen Fällen kann es zudem Lizenzprobleme beim Einsatz von Desktop-Applikationen in RDSH-Umgebungen geben.

Folgen Sie SearchDataCenter.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im Oktober 2016 aktualisiert

Erfahren Sie mehr über Server- und Desktop-Virtualisierung

- GOOGLE-ANZEIGEN

ComputerWeekly.de

Close