everythingpossible - Fotolia

Packstack zur automatisierten OpenStack-Bereitstellung nutzen

Die Bereitstellung von OpenStack-Umgebungen gilt noch immer als äußerst komplex. Mit Packstack lässt sich die Installation weitgehend automatisieren.

Packstack ist ein Utility, das Puppet-Module nutzt, um vollständige OpenStack-Umgebungen auf einem oder mehreren Servern bereitzustellen. Kurz gesagt lassen sich so OpenStack-Komponenten wie Nova, Glance, Horizon oder auch Swift automatisiert bereitstellen, was den an sich sehr aufwendigen und komplexen Vorgang der OpenStack-Bereitstellung deutlich beschleunigen und vereinfachen kann.

Packstack wurde im Rahmen der von Red Hat geführten RDO OpenStack Community entwickelt, die sich auf Projekte rund um OpenStack-Deployments auf Basis von RHEL (Red Hat Enterprise Linux), CentOS und Fedora konzentriert. Packstack unterstützt zwar nicht Ubuntu, funktioniert aber auch mit vielen anderen bekannten Linux-Distributionen.

CentOS 7 als Grundvoraussetzung für Packstack

Laut offiziellen Angaben wird Packstack nicht für CentOS-Versionen empfohlen, die älter als CentOS 7 sind. Mit CentOS 6.5 wurde Packstack im Rahmen dieses Artikels getestet, tatsächlich kam es zu einigen Problemen. Das Repository von CentOS 6.5 nutzt beispielsweise OpenStack Juno, inzwischen ist die OpenStack-Community bereits fünf Versionen weiter bei OpenStack Ocata angelangt.

Versucht man dann, das aktuelle Repository manuell hinzuzufügen, erhält man eine Fehlermeldung über fehlende Abhängigkeiten, was zeitaufwändig und schwer zu beheben wäre. Mit CentOS 7 läuft die Packstack-Installation dagegen problemlos.

Weitere Artikel zu OpenStack:

Tools zum OpenStack-Monitoring

OpenStack mit Tempest testen

4 Tools zum OpenStack-Benchmarking

Installation per AllinOne-Befehl

Vor der Installation wurde auf dem Testsystem SELinux deaktiviert, unter Umständen könnte es sonst zu Problemen mit den Kernel-Schutzfunktionen kommen. Die Installationsanleitung des RDO-Projektes sehen dies zwar nicht explizit vor, einige Instruktionssätze allerdings schon, mit der Deaktivierung von SELinux geht man also einfach auf Nummer sicher. Wer Red Hat verwendet, muss zunächst noch das OpenStack-Repository hinzufügen, was über den folgenden Befehl möglich ist:

sudo yum install -y https://www.rdoproject.org/repos/rdo-release.rpm

CentOS dagegen beinhaltet das OpenStack-Repository bereits im Repository Extras, CentOS-Nutzer können diesen Schritt also auslassen.

Damit kann man mit der OpenStack-Installation loslegen, dabei sollte man aber beachten, dass die Bereitstellung einer vollständigen OpenStack-Cloud mit Packstack durchaus bis zu sieben Stunden dauern kann. Manche Schritte dauern dabei länger als andere, wenn sich am Bildschirm also einmal länger nichts mehr tut, sollte besser noch eine Weile gewartet werden.

Über den folgenden Befehl lässt sich die aktuellste OpenStack-Version Ocata installieren:

sudo yum install -y centos-release-openstack-ocata

Analog dazu kann über den folgenden Befehl aber beispielsweise auch OpenStack Newton verwendet werden:

sudo yum install -y centos-release-openstack-newton

Dabei ist es eigentlich immer eine gute Idee, Linux auf den aktuellen Stand zu bringen, wenn neue Software installiert wird. Dies erfolgt über den folgenden Befehl:

sudo yum update –y

Als nächstes kann Packstack installiert werden:

sudo yum install -y openstack-packstack

Zu guter Letzt wird die Installation über den Allinone-Befehl mit den Standardeinstellungen durchgeführt. Damit werden die gängigsten OpenStack-Module installiert und die Konfigurationseinstellungen in einer Answer-Datei gespeichert, die auch angepasst werden kann und mit der sich OpenStack mit gleicher Konfiguration auf mehreren Servern installieren lässt.

 sudo packstack --allinone

Nachdem dieser Befehl eingegeben wurde, wird ein Bildschirm wie in Abbildung 1 erscheinen, wonach sich der Installationsprozess vermeintlich aufgehängt hat. Hier gilt es aber einfach so lange zu warten, bis der Text Testing if puppet apply is finished  angezeigt wird. Dies wird während der Installation mehrmals wiederholt, bevor die Installation abgeschlossen ist.

Prozesse der Packstack-Installation.
Abbildung 1: Prozesse der Packstack-Installation.

Answer-Dateien in OpenStack verwenden

Sobald die Installation vollständig durchgeführt wurde, erscheint ein Bildschirm mit den Anmeldedaten zum Speichern der Answer-Datei und für das Dashboard. Der Befehl - - allinone installiert OpenStack auf einem Server und erstellt auf dieser Basis eine Answer-Datei. Wie Abbildung 2 zeigt, können innerhalb der Answer-Datei Parameter wie IP-Adresse, yes/no-Optionen und Passwörter geändert werden, um OpenStack standardisiert auch mit unterschiedlichen Konfigurationsoptionen installieren zu können.

Answer-Datei für OpenStack-Deployments
Abbildung 2: Answer-Datei für OpenStack-Deployments

Nachdem OpenStack vollständig installiert wurde, können schließlich auch virtuelle Maschinen und Workloads sowie Storage-VMs über die Kommandozeile oder das Dashboard auf OpenStack installiert werden.

Wer OpenStack einfach nur ausprobieren will oder Probleme mit der Packstack-Installation hat, dem sind andere Deployment-Tools wie TryStack (eine Cloud-Sandbox) oder DevStack zu empfehlen. Letzteres Tool installiert OpenStack ebenfalls auf einer einzigen Maschine.

Folgen Sie SearchDataCenter.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Erfahren Sie mehr über Cloud Computing

- GOOGLE-ANZEIGEN

ComputerWeekly.de

Close