Oracle In-Memory-Option in Database 12c: Potentielle Lizenz- und Hardwarekosten

Die In-Memory-Option in Oracles Database 12c verspricht einen Leistungsgewinn bei Analytics. Die Kosten dafür werden aber nicht unerheblich sein.

Dies ist der zweite Teil einer zweiteiligen Serie über Oracles In-Memory-Option in Database 12c. In diesem Teil geht es um potentielle Lizenz- und Hardwarekosten der In-Memory-Option. Der erste Teil erläuterte einige Funktionen und Grundlagen, um die Lösung zu implementieren.

In-Memory-Technologien sind vielversprechend. So vielversprechend, dass Unternehmen wie SAP, IBM, MemSQL und Microsoft bereits In-Memory-Lösungen anbieten. Wie sich Oracles Technologie hier einreiht, wird sich noch zeigen müssen. Das betrifft auch die Kosten für die neuen Funktionen. Die Tatsache, dass es als „Option“ bezeichnet wird, lässt zusätzliche Gebühren erahnen.

Als Oracle zum Beispiel Online Analytical Processing (OLAP) einführte, wurde dies mit einem unübersehbarem Preisschild versehen – zusätzlich zu bestehenden Lizenzgebühren für das Datenbanksystem. Gleichzeitig ist sich Oracle aber bewusst, dass die In-Memory-Plattform SAP HANA bereits seit einigen Jahren auf dem Markt ist. Die Preispolitik von Oracle könnte also eine kritische Rolle dabei spielen, ob Kunden dessen Schiff verlassen und zu SAP wechseln.

Hardware für eine BI-Plattform planen

Was wir wissen: Kosten werden nicht nur für Lizenzen entstehen. Wenn die neue Option aktiviert ist, wird die Datenbank-Engine alle oder zumindest einen Teil der Daten in den Arbeitsspeicher kopieren. Obwohl der Preis für RAM in den zurückliegenden zehn Jahren gesunken ist, gibt es Arbeitsspeicher nicht kostenlos. Wenn Sie kein System haben, das genug RAM bietet, helfen nur zusätzliche Mittel.

Wie viel Sie ausgeben müssen, wird sich zeigen. Der Preis für ein Terabyte (TB) Arbeitsspeicher liegt zwischen 3.500 und 7.000 Euro. Was die Sache noch komplizierter macht: Letzten September hat ein Feuer in einer chinesischen Fabrik des südkoreanischen Halbleiterherstellers SK Hynix die Lagerbestände vernichtet und einen globalen Preisanstieg verursacht. SK Hynix ist der weltweit zweitgrößte Hersteller von Arbeitsspeicher und Speicherchips.

Doch Speicher ist nicht der einzige Kostenfaktor. Auch Ihre Server müssen in der Lage sein, mit dem zusätzlichen Arbeitsspeicher sowie den OLTP- und analytischen Prozessen zu arbeiten. Viel hängt davon ab, wie die In-Memory-Option implementiert wird und welche Business-Intelligence- (BI-) Plattform Sie für Ihr OLTP einsetzen möchten. Larry Ellison deutete bei der Präsentation an, dass die neue Option keinen Mehraufwand bei der Wartung der spaltenorientierten Daten bedeutet.

Es ist aber unklar, ob er sich dabei auf OLTP-Datenbanken bezieht, die bereits Analytics-Funktionen unterstützen, oder auf andere. Wenn Sie Analytics zur OLTP-Datenbank hinzufügen, muss das System nicht nur in der Lage sein, den zusätzlichen Verarbeitungsaufwand und die Durchsatzanforderungen zu bewältigen, sondern auch den zusätzlichen Speicher.

Als Ellison die In-Memory-Option enthüllte, präsentierte er auch die Big Memory Machine, den M6-32-Server, der zwölf Kerne, 96 Threads für parallele Prozesse und bis zu 32 TB Arbeitsspeicher bietet. Die richtige Maschine also für die In-Memory-Datenbank. Und die Kosten? Gut drei Millionen US-Dollar. Doch der Oracle-CEO verwies schnell auf das Konkurrenzprodukt IBM P795, das 9,6 Millionen US-Dollar verschlingt. In-Memory-Datenbanken benötigen große Rechen- und Speicherressourcen; die Kosten müssen also in Kauf genommen werden, wenn man die In-Memory-Option einsetzen möchte.

Eine günstigere Möglichkeit wäre, die Oracle Datenbank auf mehreren, verteilten Servern laufen zu lassen. Ob das mit der In-Memory-Option möglich ist, lässt sich noch nicht sagen. Bisher verweist Oracle in erster Linie auf seine Big Memory Machine. Doch selbst wenn die Ressourcenverteilung möglich wäre, sind damit ebenfalls Kosten verbunden. Zudem benötigen Sie immer noch ausreichend Leistung dafür, die BI- und die OLTP-Daten zu verarbeiten, wenn Sie Speicherprobleme vermeiden möchten.

Warten auf die In-Memory-Option

Wenn die Zeit gekommen ist, dass Sie die kompletten Kosten für die In-Memory-Option abschätzen können, müssen Sie zusätzlich zu den Lizenzgebühren alle Ressourcen berücksichtigen, die für die Implementierung und für den Support nötig sind. Ein weiteres Thema sind die Geschäftsanforderungen an Echtzeit-Analytics. Oft wird ein weiter Zeitrahmen abgesteckt, und die tägliche Verarbeitung der Daten reicht aus, um die BI-Anforderungen abzudecken. Zweifellos sind die Echtzeitfähigkeiten der In-Memory-Option zusammen mit der Möglichkeit, auf ein separates Data Warehouse zu verzichten, ein Gewinn. Doch es sind stets die Kosten im Blick zu behalten, die nicht nur für die Anschaffung der Hardware anfallen, sondern auch für Planung, Entwicklung, Tests und Wartung.

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