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OpenStack und AWS: So gelingt die Hybrid-Cloud-Integration

OpenStack scheint wie gemacht für hybride Cloud-Szenarien. Beim Zusammenspiel mit Public-Cloud-Anbietern wie AWS gibt es aber noch einige Probleme.

Die Hybrid Cloud ist wie auch OpenStack einer der wichtigsten Trends des Jahres 2016. Viele Unternehmen zielen daher auf eine hybride OpenStack-Cloud ab, in der das Open-Source-Cloud-Framework für die Private Cloud und Amazon, Google oder Microsoft für die Public Cloud genutzt werden. Da OpenStack aber noch immer eine vergleichsweise junge Technologie ist und sich mit einem rasanten Tempo weiterentwickelt, sind die Schnittstellen und Tools für eine OpenStack-Hybrid-Cloud nicht ganz so vollständig verfügbar oder effizient, wie sich das IT-Abteilungen wünschen würden.

Gleichzeitig gibt es auch gewisse Spannungen zwischen OpenStack und anderen Cloud-Plattformen, beispielsweise zwischen der OpenStack-Community und dem Cloud-Riesen Amazon mit seinen Amazon Web Services (AWS). Anstatt das OpenStack-Modul Nova kompatibel zu den AWS EC2-Schnittstellen (Elastic Compute Cloud) zu machen, bewegt sich OpenStack eher in die Richtung nativer APIs, wodurch die EC2-Schnittstelle in OpenStack im Funktionsumfang nicht an AWS heranreicht. Die hierdurch entstehenden Probleme sind immerhin groß genug, dass das von EMC geführte Unternehmen Cloudscaling eine neue Version seiner EC2-Schnittstellen für das Code Repository StackForge veröffentlichen musste, um die Kompatibilität zu erhöhen.

Mit solchen Herausforderungen muss man in Open-Source-Projekten aber natürlich immer rechnen, und zumindest für die nähere Zukunft ist auch keine Entspannung bei der Integration von OpenStack mit Public Clouds zu erwarten. Die folgenden Tipps können aber dabei helfen, beide Plattformen in einer hybriden Umgebung zusammenzuführen.

Konfigurations-Management in einer OpenStack-Hybrid-Cloud

Das Konfigurations-Management in Form von Skripten ist das Herzstück jeder Cloud. Im Idealfall können Cloud-Admins also AWS oder andere Public-Cloud-Workloads über OpenStack-Skripte konfigurieren. Das Heat-Modul zielt genau darauf ab, scheint sich aber wie OpenStack Nova eher in Richtung nativer OpenStack-APIs zu bewegen.

Ein einzelnes Tool für das Management dieser Skripte würde Unternehmen zusätzlichen Arbeitsaufwand ersparen und das Fehlerrisiko durch das händische hin- und herkopieren von Skripten zwischen verschiedenen Plattformen senken. Die Synchronisierung zwischen Clouds ist einer der wichtigsten Punkte bei der Cloud-Integration.

OpenStack und AWS bieten in einigen Punkten die gleichen Services, was die Integration erleichtern kann. Bei der Image-Auswahl gibt es für beide Cloud-Plattformen eine eigene zertifizierte Image-Lösung. Das Zusammenspiel aus AWS und OpenStack lässt sich also zum Beispiel vereinfachen, indem Images verwendet werden, die in beiden Image-Stacks vorhanden sind.

Überlegungen zu Storage und Performance

Bei der Frage nach dem Storage haben OpenStack-Nutzer die Wahl zwischen verschiedenen Swift- und Cinder-Möglichkeiten. Bei AWS sind die Möglichkeiten dagegen wesentlich begrenzter, Anwender können hier lediglich zwischen Amazon Elastic Block Storage (EBS) oder Amazon Object Storage Simple Storage Service (S3) wählen. Auch wenn es vergleichsweise einfach ist, Schnittstellen zwischen OpenStack- und AWS-Storage herzustellen, wird es kompliziert, wenn Unternehmen die gleichen Daten in ihrer Public und Private Cloud vorhalten wollen.

Ein mögliches Problem hierbei wäre zum Beispiel die Synchronisation. Die Schnittstelle zwischen OpenStack und AWS ist vergleichsweise langsam und nutzt eine geringere Bandbreite. Einfache Ansätze wie das Schreiben der Daten in beide Clouds sind hierbei zu langsam, um viele Schreiboperationen zu unterstützen. Um asynchronen Datenbeständen vorzubeugen sind hier also andere Alternativen gefragt.

Bei geringen WAN-Geschwindigkeiten (Wide Area Network) sollte deshalb eine so hohe Daten-Deduplizierung wie möglich zum Einsatz kommen, um die Performance innerhalb AWS-OpenStack-Clouds möglichst hoch zu halten. Das ist natürlich leichter mit Daten, die gebündelt aktualisiert werden können und sich selten ändern. Eine zusätzliche Handlungsempfehlung lautet, Storage-Systeme nicht wieder herunterzufahren, wenn Daten nach dem Cloud-Bursting wieder aus der Public Cloud abgezogen werden.

Mit Daten, die nahezu in Echtzeit synchronisiert werden sollen, verhält sich dies anders. Diese Art Daten werden meist im eigenen Rechenzentrum vorgehalten und bei der Migration in die Public Cloud verschlüsselt. Eine weitere Option besteht darin, Storage-Kapazität in einem Telco-Rechenzentrum anzumieten, in dem die Verbindungsgeschwindigkeit zur Public Cloud höher sein dürfte. Allerdings nimmt man hierfür möglicherweise langsamere Übertragungsgeschwindigkeiten zum Data Center des Telekommunikationsanbieters in Kauf, das sich deshalb idealerweise nahe am eigenen Rechenzentrum befinden sollte.

Tools für das Management einer OpenStack-Hybrid-Cloud

Beim Management einer OpenStack-basierten Hybrid Cloud können aber natürlich auch spezielle Tools helfen. Red Hat beispielsweise erweitert sein ManageIQ-Tool um das Management von Hybrid Clouds. Damit erhalten Administratoren eine zentrale Management-Plattform für Konfiguration und Setup über Public und Private Clouds hinweg. CloudForms, ebenfalls von Red Hat, hat sich auch die Integration zwischen OpenStack und den großen Public-Cloud-Anbietern auf die Fahne geschrieben.

Aber auch Public-Cloud-Betreiber zeigen ein gesteigertes Interesse am Markt für Hybrid Clouds. Microsoft beispielsweise zielt mit Azure Stack auf hybride Anwendungsfälle zwischen Microsoft Azure und lokalen Rechenzentren ab und auch Amazon scheint ein eigenes Angebot einer „Cloud-in-der-Box“ für große Kunden vorzubereiten. Mit ihren auch intern genutzten und erprobten Tools können diese Anbieter die Integration wesentlich erleichtern, während in den nächsten Monaten sicherlich auch weitere Tools von Drittanbietern zu erwarten sind.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2016 aktualisiert

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