Homogene Server-Umgebungen erleichtern die Auswahl geeigneter Management-Tools

Management-Tools für Server sind häufig kompliziert und teuer, erst recht bei heterogenen Systemen. Homogene Systeme sind daher stets vorzuziehen.

Rechenzentren führen einen ständigen Kampf zwischen Standardisierung der Hard- und Software und einer gewissen Flexibilität des eigenen Netzwerkes. Ein Umzug von homogenen zu heterogenen Server-Management-Tools sollte nur dann in Betracht gezogen werden, wenn die Umstände das verlangen und wirklich kein anderer Weg möglich ist. Heterogene Strukturen sind immer komplizierter und teurer zu verwalten als homogene Infrastrukturen, dazu kommt die Fehleranfälligkeit solcher Strukturen.

Homogenes vs. heterogenes Server-Management

Aus Sicht des System-Managements verwendet ein homogenes Data Center für eine große Mehrheit der Server, und oft auch für andere Geräte, einen einzigen Anbieter. Dessen Tools nehmen in der Regel alle spezifischen Eigenschaften des Systems, also beispielsweise Design, Lüftung, Temperatur und Betriebsspannung, besser wahr als Tools anderer Anbieter. Mit diesen Kennzahlen ist es dann möglich, Energieverbrauch, Effizienz, Systemleistung oder Wartungsarbeiten zu optimieren. Ein Data Center mit Dell Poweredge-Server würde zum Beispiel auch Dell Openmanage-Software für die Systemverwaltung verwenden. Ein Rechenzentrum, das IBM System x-Server einsetzt entsprechend auch IBM Systems Director.

Heterogene Data Center dagegen setzen auf viele verschiedene Geräte von unterschiedlichen Herstellern oder unterschiedlichen Produktfamilien vom selben Hersteller. Funktional ist dies kein Problem. Es gibt keinen technischen Grund, warum Server beispielsweise von Hewlett-Packard, Dell oder IBM nicht zusammen mit der Cisco UCS-Plattform, welche dann möglicherweise die virtuelle Desktop-Infrastruktur hostet, betrieben werden können. Server dieser Hersteller lassen sich problemlos parallel betreiben. Aber je mehr unterschiedliche Plattformen im Einsatz sind, umso mehr Kompromisse müssen Sie beim Server-Management zwischen granularer Kontrolle und Systemkompatibilität eingehen. Unzählige Variationen von BIOS-Systemen, UEFI und Hardware-Design machen es praktisch unmöglich, dass ein Server-Management-Tool mit jeder möglichen Hardware-Kombination umgehen kann. Alle Systeme unterscheiden sich voneinander und verlangen in den meisten Fällen eine spezifische Management-Lösung.

Ein nur teilweiser Einblick in die Infrastruktur ist praktisch nutzlos. Warum also Geld für Management-Tools ausgeben, wenn Sie damit gerade einmal Informationen zu etwa der Hälfte oder vielleicht zwei Dritteln Ihrer Geräte angezeigt bekommen? Aus diesem Grund überwachen heterogene Management-Tools Informationen auf einer höher gelegeneren Ebene, beispielsweise aus Sicht des Betriebssystems. Microsoft System Center beispielsweise identifiziert System-Konfigurationen in Windows Server-Systemen und hilft bei Workload Provisioning und Verwaltung. ManageEngine der Zoho Corporation konzentriert sich auf Workload- und Netzwerk-Performance sowie auf Security- und Helpdesk-Kapazitäten und andere übergeordnete Funktionen. Mit diesen Tools werden Sie aber keine tiefer liegenden Details erfassen, zum Beispiel wenn eine Stromversorgung in Server 17A ausfällt oder ein Lüfter in Server 32F. Sie erhalten nur für Systemadministratoren relevante Informationen zu den Systemen und zum Betrieb der Serverdienste und Workloads.

Auch wenn es eher ungünstig ist, manchmal gibt es keinen Weg an heterogenen Server-Management-Tools vorbei. Ein Unternehmenszusammenschluss kann zum Beispiel dazu führen, dass ein Data Center mit einem anderen zusammengelegt wird. Hier dürften dann in den meisten Fällen Geräte verschiedener Hersteller im Einsatz sein.  Ein sofortiger Wechsel des Anbieters und der Hardware in einzelnen Zentren ist aufgrund hoher Kosten und aus funktionalen Gründen selten sinnvoll und erfordert dann trotzdem übergangsweise den Betrieb unterschiedlicher Systeme.

Unterschiedliche Systeme erfordern unterschiedliche Management-Tools

Unterschiedliche Server-Management-Tools sind sicherlich möglich, aber eigentlich immer unerwünscht.

Management-Tools für Server kosten viel, bieten häufig eine gewisse Komplexität bei Installation und Betrieb und sind zudem oft abhängig von Wartungsverträgen und eingesetzter Hardware. Es sind eben anspruchsvolle Werkzeuge, die umfangreiches Know-how des IT-Personals erfordern. Unterschiedliche Werkzeuge in heterogenen Umgebungen multiplizieren damit sowohl die Arbeitsbelastung als auch die Budget-Planung für Führungskräfte. Durch den Einsatz mehrerer Lösungen erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit von Fehlern, da durch die Vielzahl der unterschiedlich übermittelten Informationen oft nicht alle Daten optimal ausgelesen werden können oder manche Daten übersehen werden.

Es gibt aber natürlich einige heterogene Umgebungen, in denen mehrere Management-Tools unvermeidlich sind. Im oben genannten Beispiel von der Fusion zweier Unternehmen würden die IT-Teams wahrscheinlich entscheiden, so lange zwei unterschiedliche Management-Tools einzusetzen, bis durch die Anschaffung neuer Hardware wieder eine einheitliche Umgebung entsteht. Sicherlich nicht ideal, aber immer noch günstiger, als ein Data Center sofort komplett umzubauen.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2014 aktualisiert

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