Fünf Regeln für die Arbeit mit SAP NetWeaver Business Warehouse

Eine Grundregel bei SAP NetWeaver Business Warehouse lautet: verwenden Sie ABAP nur, wenn Sie es müssen. Wir zeigen vier weitere Regeln für SAP BW.

Ich habe die letzten Jahre ziemlich viele SAP NetWeaver Business Warehouse (BW) Projekte betreut. In dieser Zeit habe ich einige Empfehlungen für Kunden ausgearbeitet, die auch für einen breiteren Anwenderkreis interessant sind. Hier sind meine Top fünf Vorschläge für SAP BW-Teams.

1. Verwenden Sie ABAP nur, wenn Sie es müssen

Mein Bauchgefühl ist, dass 80-90 Prozent der proprietären SAP-Sprache Advanced Business Application Programming (ABAP), auf die ich in SAP BW-Implementierungen stoße, nicht notwendig ist. ABAP kann überall genutzt werden - von Business Explorer (BEx) User-Exit-Variablen und Routinen für Transformationsregeln bis zu Expertenroutinen und benutzerdefinierten Programmen zum Laden von Daten.

Normalerweise ist die Begründung für die Nutzung von ABAP, dass es einfacher und schneller ist als die Verwendung von Standard-Funktionen oder dass SAP BW bestimmte Funktionen einfach nicht bietet. Der letzte Grund ist dabei der einzige, den man akzeptieren kann. Die anderen Gründe sind wenig plausibel: Benutzerdefinierter Code ist selten deutlich schneller als eine Standard-SAP-BW–Funktion, die ordentlich implementiert ist. Das Argument, dass ABAP einfacher ist (wenn es überhaupt stimmt) gilt in der Regel nur, wenn Sie die langfristigen Wartungskosten ignorieren.

Auch wenn ABAP die genannten Vorteile haben sollte, bei der Umsetzung der Data Flow- oder Reporting-Semantik in ABAP verlieren wir dafür einen anderen Vorteil von BW: Das einheitliche semantische Modell unseres Datenmanagement-Systems, mit dem BW arbeiten kann und das wir nutzen, um unsere Daten und unsere Datenmanagement-Plattform zu verstehen und zu verwalten.

In BW 7.4 auf SAP HANA beispielweise laufen viele Standard-Transformationen von SAP BW anders als in BW 7.3. BW 7.4 übergibt die Transformationsverarbeitung an HANA. Dies führt zu einem riesigen Performancezuwachs ohne Änderungen an der Logik der bestehenden Transformationen. Doch diese Art der Optimierung kann nur funktionieren, wenn Sie keine ABAP-Routinen in den Transformationen verwenden.

Wir müssen daher sorgfältig die Verwendung von ABAP-Routinen gegen die Wartungskosten und andere Dinge abwägen. Vergewissern Sie sich immer, dass die Verwendung von ABAP notwendig ist und dass es keinen anderen, standardisierten Weg gibt, um das Ziel zu erreichen.

2. Architektur -und Entwicklungsrichtlinien nutzen

Sie sollten eine einheitliche Architektur und Vorgehensweise für den Umgang mit Ihrem BW-System entwickeln. SAP stellt auch eine maßgeschneiderte Referenzarchitektur für BW auf der Grundlage der Layered Scalable Architecture (LSA) zur Verfügung. Eine neue Version des LSA wurde als LSA + + generiert, um Entwicklungen wie SAP HANA sowie die Hinzunahme von virtuellen semantischen Layern wie SAP BusinessObjects Universes zu berücksichtigen.

Wenn LSA zu viel ist, es Ihnen nicht zusagt oder Sie SAP BW nicht als „echtes“ Data Warehouse nutzen, dann führen Sie Ihre eigene Architektur in Absprache mit einem Experten ein und halten diese in einem Dokument oder einer Reihe von Dokumenten unter strenger Versionskontrolle fest. Die Dokumentation der konsistenten Architektur wird Ihnen helfen, Ihre BW-Umgebung gut organisiert zu halten. Es erleichtert das On-Boarding neuer Team-Mitglieder und Entwickler und es bietet einen kohärenten Rahmen für die Bewertung von Entwicklungen.

3. Entwicklungs-Reviews erstellen

Sie sollten nicht unbedingt davon ausgehen, dass korrekt entwickelt wurde, nur weil die Software in der Testumgebung funktioniert. Alle Entwicklungen sollten vor der Produktionsfreigabe von einem Qualitätssicherungs-Experten, der mit BW und Ihren Architektur-Richtlinien vertraut ist, geprüft werden. Sie sollten sogar noch weiter gehen und den QA-Experten während des gesamten Entwicklungsprozesses strukturiert einbeziehen. So vermeiden Sie einen zu hohen Einsatz kurz vor dem Go-Live-Projekt, was in dem Problem münden kann, "vorübergehend" nicht -konformen Entwicklungen live zu stellen (Tipp: es ist nie wirklich temporär).

4. Aktualisieren Sie Patches und Versionen regelmäßig

Halten Sie Ihr BW-System über Support Packages aktuell. Ich empfehle, nicht mehr als zwei Support-Pakete hinter dem aktuellsten hinterherzuhinken, was in der Regel bedeutet, ein Support-Package plus einen grundlegenden Tests Zyklus alle vier bis sechs Monate zu installieren. Der Einsatz von Support-Packages kostet Zeit und Mühe, aber ein aktueller Patch spart im Endeffekt viel Zeit, wenn es um das Identifizieren und Beheben von Problemen geht, die SAP bereits adressiert hat. Die Packages halten Sie auch immer auf dem Laufenden und befähigen Sie, kommende Upgrades und Patches für Ihre Systeme professionell einzuspielen. Schließlich ist das regelmäßige Einspielen einer kleineren Anzahl von Patches weniger riskant als längere Zeit zu warten - und ein größeres Update dann auf einmal auszuführen.

Ebenso sollten Sie immer mit dem neuesten Release von BW arbeiten. Sobald Sie ein Release als stabil für Ihre Aktivitäten verifizieren können, aktualisieren Sie Ihr System besser früher als später. Dies ermöglicht es Ihnen, neue Funktionen zu nutzen, wenn Ihr Unternehmen diese braucht - und niemand muss warten, bis ein Upgrade-Projekt zu Ende ist.

5. Verwenden Sie Metadaten

Eine der großen Stärken von BW ist, dass es bei seiner Nutzung ein sehr detailliertes Modell der Daten und Prozesse aufzeichnet. Sie sollten diese Einträge und Metadaten verwenden, um sich über wichtige Kennzahlen zu informieren. Dazu gehören beispielsweise Datenqualität („Sind meine Stammdaten-Textfelder in allen benötigten Sprachen bekannt?“) oder die Systemleistung („Wie lange dauern die nächtlichen Datenloads im Vergleich zum Jahr davor?“).

Zum großen Teil beantworten die BW-Statistiken Ihre Fragen zur Datenlast und zur Abfrageleistung und der Information Steward von SAP kann mit intensiverem Datenqualitätsmanagement helfen. Aber auch wenn Sie den Information Steward nicht nutzen: Wenn Sie weitergehende Fragen haben, sind die Metadaten wahrscheinlich schon im System. Sie müssen nur die standardmäßige BW-Reporting-Strukturen aufsetzen.

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