Die fünf wichtigsten Migrations-Tools für einen Wechsel auf Windows 7

Für die Migration auf Windows 7 gibt es einige Zusatz-Tools. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen für interessante Migrations-Tools vor.

Migrations-Tools helfen Administratoren beim Wechsel auf Windows 7. Unser Experte stellt die folgenden sechs Produkte vor:

  • Laplink PCmover
  • Zinstall
  • Microsofts Windows Automated Installation Kit (WAIK)
  • Dell KACE Kbox
  • Viewfinity User Migration
  • Prowess SmartDeploy

Laplink Pmover

Laplink PCmover ist das zuverlässigere Produkt der beiden Single-PC-Tools auf dieser Liste. Dieses Tool macht die In-Place-Migration auf Windows 7 problemlos möglich. Das bedeutet aber auch, dass Sie nicht auf die Original-Windows-XP- oder Vista-Umgebung wechseln können, wenn die Aktualisierung auf die neue Version erst einmal abgeschlossen ist.

Im Allgemeinen erhielt PCmover gute Noten von den User, die das Tool für viele verschiedene Installationen verwendeten. Das Werkzeug hat keine Probleme, die Mehrheit der Anwendungen sowie der Benutzer- und App-Einstellungen zu übernehmen. Der Migrationsprozess dauert in der Regel weniger als eine Stunde, je nach Größe der Festplatte und der Menge der zu migrierenden Daten.

Aber natürlich gibt es auch einige Einschränkungen.

PCmover kann zum Beispiel Ihre Autostart-Anwendungen nicht erhalten, weil die meisten dieser Anwendungen nicht mit Windows 7 arbeiten, wenn Sie von älteren Versionen aktualisieren. Außerdem stellen Apps, die eine Form der Verwaltung digitaler Rechte verwenden, wie zum Beispiel Musik-Player, teilweise Probleme dar. Solche Daten müssen Sie in Windows 7 häufig neu autorisieren.

Es gibt verschiedene Versionen von PCmover, die unterschiedliche Features anbieten, beispielsweise die Kompatibilität mit Windows 95, Lizenzrabatte oder die Möglichkeit, die Anwendungen oder Ordner, die Sie migrieren möchten, granularer auszuwählen.

Zinstall

Zinstall ist eine recht elegante Migrationsmethode. Dieses Single-PC-Tool verwendet Ihren ursprünglichen Windows-XP-Desktop und wandelt ihn in ein virtuelles Image um, das sich unter Windows 7 nutzen lässt. Zinstall ermöglicht eine in-Place-Installation oder Migration von einer anderen Festplatte. Der Vorteil dabei ist, dass Sie stets Zugriff auf Ihren XP-Desktop haben. Sie können Apps installieren und entfernen wie für jede andere virtuelle Maschine (VM) unter VMware Player oder einem ähnlichen Produkt. Sie können auch Anwendungen im virtuellen PC installieren, nicht nur entfernen. Der Umzug dauert etwa eine Stunde, wenn Sie Zinstall verwenden.

Doch in meinen Tests hatte ich einige Probleme, eine stabile Maschine zu erhalten, sobald das Tool mit seiner Arbeit fertig war. Ich konnte meine Festplatte nicht booten, daher kann ich Zinstall nicht empfehlen. Bevor Sie das Tool produktiv einsetzen, sollten Sie daher zuerst einige Tests durchführen.

Windows Automated Installation Kit (WAIK)

Microsoft hat mehrere Migrations-Tools, einschließlich des User State Migration Tools, des Volume Activation Management Tools und der Windows-Bereitstellungsdienste. Das Windows Automated Installation Kit (WAIK) ist eine Sammlung dieser Produkte und arbeitet optimal mit Windows 7 zusammen, um Daten zu übernehmen und Rechner zu migrieren. Zusätzlich benötigen Sie aber noch die WAIK-Aktualisierung für Windows 7 SP1.

Wie die anderen Microsoft-Tools steht auch das WAIK kostenlos zur Verfügung. Wenn Sie zum ersten Mal mit einem dieser Microsoft-Produkte arbeiten, sollten Sie bereit sein, viel Zeit mit Lesen zu  verbringen und viele Dinge manuell zu erledigen. Die Migration läuft in mehreren Schritten ab. Wenn Sie früher automatisierte Installations-Tools verwendet haben, wird Ihnen das WAIK vertraut sein, und Sie dürften vor allem bei einer großen Anzahl von Rechnern einiges an Zeit und Geld sparen.

Nach dem Download und der Installation des WAIK importieren Sie zunächst die Windows-Image-Datei (WIM), die auf der Standard-Windows-7-Betriebssystem-DVD aufbaut (install.wim im Verzeichnis sources). Sie können das Image anpassen und festlegen, welche Komponenten installiert werden sollen. Mit Ausnahme der Antivirensoftware können Sie alle Anwendungen hinzufügen, die Sie wollen. In Windows 7 muss die Antivirensoftware nach der Installation hinzugefügt werden. Wenn Sie den Lizenzschlüssel von Windows verwenden wollen statt der manuellen Eingabe individueller Aktivierungsschlüssel, nutzen Sie das Volume-Activation-Management-Tool. Um schließlich das Image bereitzustellen, verwenden Sie Sysprep, damit es auch auf anderen Rechnern verwendet werden kann.

WAIK eröffnet viele Möglichkeiten ­­– aber nur dann, wenn diese separaten Tools zusammenarbeiten. Wenn Sie zum ersten Mal mit einem der Tools aus dem WAIK arbeiten, benötigen Sie viel Zeit. Sie sind nicht gezwungen, alle Tools zu verwenden, sondern können auch nur einen Teil automatisieren und den Rest manuell einstellen. Dank der verschiedenen Tools ist das WAIK daher sehr flexibel.

Kbox

Die Dell KACE Kbox ist ein Rack-Gerät, das das Master-Image bereitstellt. Es ist die einzige Hardware in diesem Vergleich. Bei den anderen Produkten handelt es sich um Softwaredienstprogramme, die auf Standard-Windows-PCs und auch auf älteren Versionen wie Windows XP laufen.

Kbox können Sie als ein zentrales Repository zum Speichern von Bildern zur Verfügung stellen. Natürlich lässt sich das Gleiche mit anderen Produkten und Dateiservern erreichen. Um Kbox zu verwenden, laden Sie die Windows-Installations-DVD auf den Server. Erstellen Sie eine Skriptinstallation für jede Anwendung, die Sie migrieren wollen, und fügen Sie die Benutzerdaten hinzu, die Sie verschieben möchten. Das komplette Verfahren löscht vollständig die Festplatten eines jeden Rechners und installiert die neuen Bits auf Basis von Skripten. Bevor Sie migrieren, schalten Sie die Desktop-Firewalls aus und deaktivieren die einfache Dateifreigabe. Außerdem sollten Sie gemeinsame Netzlaufwerke trennen.

Da derlei Lösungen hardwarebasiert sind, müssen Sie bei Kbox mit einem höheren Preis rechnen als bei den anderen Produkten auf dieser Liste. Der Einsatz lohnt sich daher vor allem bei sehr großen Bereitstellungen.

Viewfinity User Migration

Damit Sie Viewfinity einsetzen können, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein, so benötigen Sie zum Beispiel das .Net Framework 3.5 und WAIK.

Das Tool verwendet Microsofts Verzeichnisdienst Active Directory, um den Überblick über Benutzerprofile zu bewahren, und es kann auf die Benutzereinstellungen bei der nächsten Anmeldung oder zu einem bestimmten Zeitpunkt des Tages migrieren. Wenn sich ein User an einem Windows-XP-Desktop anmeldet, werden diese Informationen gesammelt. Allerdings ist Viewfinity nicht in der Lage, Apps zu migrieren. Das Tool ist einen Versuch wert, wenn Sie frustriert von den Tools aus dem WAIK sind und sich das Migrieren einfacher machen wollen.

SmartDeploy

SmartDeploy ist für die Windows-7-Bereitstellung optimiert und einfacher zu lernen als die anderen drei automatisierten Tools auf dieser Liste. SmartDeploy hat seinen eigenen Charme: Unter VMware können Sie eine VMDK-Datei (Virtual Machine Disk) eines Windows-7-Master-Images erstellen. Das Tool wandelt dann die Datei in das Windows-Imaging-Format (WIM) zum Booten eines neuen PCs um.

Das VMDK-Master-Image hat allerdings Grenzen. Es muss so sauber sein wie möglich, das heißt, die VMware-Tools und andere Apps dürfen nicht installiert sein; außerdem sollte der PC noch nicht Mitglied einer Domäne sein. Darüber hinaus darf es keine Snapshots des Images geben, und das Disk-Image darf nicht auf mehrere Dateien aufgeteilt sein.

SmartDeploy besteht aus drei verschiedenen Teilen. Der Medienassistent erstellt das Image, ein anderer Assistent kann es auf bestimmte Hardwarekonfigurationen personalisieren, und ein weiterer stellt das Image für den tatsächlichen Einsatz bereit.

Obwohl SmartDeploy billiger ist als Kbox, ist das Lizenzierungsverfahren ziemlich kompliziert. Doch für diejenigen, die mit VMware vertraut sind, hat dieser Ansatz seinen Reiz. Wenn Sie aber noch keine Virtualisierungsprodukte in diesem Bereich im Einsatz haben, dann ist dies nicht der richtige Bereich, um mit der Virtualisierung zu starten.

Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten für die Migration auf Windows 7. Je nach Umständen und der Zeit, die Sie fürs Lernen einplanen, können diese Produkte eine Menge Zeit und Aufwand bei der Aktualisierung von Windows XP oder anderen Windows-Versionen zu Windows 7 sparen.

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Artikel wurde zuletzt im September 2010 aktualisiert

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