Die Auswahl des richtigen Thin Clients spart jahrelangen Ärger

Thin Clients sind meist die erste Wahl in VDI-Umgebungen. Nicht jeder Thin Client ist aber gleich, und so spart die richtige Auswahl viel Ärger.

Viele der Vorteile, die mit der Verlagerung der Desktops in das Rechenzentrum verbunden sind, gründen auf der Auswahl der richtigen Thin Clients. Bei einem VDI-Rollout (virtuelle Desktop-Infrastruktur) ist es also äußerst wichtig zu wissen, wie man die richtigen Thin-Client-Geräte auswählt. So wird man sich den jahrelangen Ärger ersparen, den die Wahl für den falschen Thin Client nach sich zieht.

Bei einem guten Thin Client kann die Unterstützung der Anwender viel einfacher sein als bei herkömmlichen PCs, zudem sollte es den Mitarbeitern möglich sein, ohne viel Aufwand an verschiedenen Orten zu arbeiten. Ein schlecht gewähltes Gerät dagegen kann leicht die gleichen Desktop-Supportkosten verursachen wie ein vollständiger PC und die Mitarbeiter durch schlechte Leistung frustrieren.

Unternehmen tauschen PCs vielleicht alle drei Jahre aus, Thin-Client-Geräte dagegen halten für gewöhnlich fünf bis sieben Jahre. Die Auswahl des falschen Thin Clients kann also jahrelangen Ärger nach sich ziehen. Kritische Faktoren bei der Prüfung von Thin-Client-Optionen sind zum Beispiel ein möglichst einheitlicher Gerätepark sowie das einfache Management.

Verwenden Sie möglichst einheitliche Thin Clients

Im Idealfall möchten IT-Administratoren natürlich, dass alle Anwender die gleichen oder zumindest sehr ähnliche Geräte verwenden. Ausnahmen sollen hier nach Möglichkeit kaum bestehen. Wenn ein Unternehmen über unterschiedliche Endgeräte verfügt, werden die Mitarbeiter natürlich Vorlieben für bestimmte Endgeräte entwickeln. Das Support-Team würde damit wieder individuelle Endgeräte für jeden Anwender an jedem Platz bereitstellen müssen, an dem dieser arbeitet.

Wenn ein ganzer Standort ein einheitliches Gerätemodell verwendet und 80 Prozent der Anwender eine bestimmte Funktionalität benötigen, dann ist es einfacher, die für alle gleichen Thin-Client-Geräte so zu konfigurieren, dass sie diese bestimmte Funktion nur all jenen bereitstellen, die sie benötigen.

Hierbei wird es aber immer auch Ausnahmen geben: Wenn nur die Rezeption zwei Monitore für das Management der Telefonanlage benötigt oder ein Wissenschaftler einen seriellen Anschluss braucht, um Daten von einem Instrument zu übertragen, dann ist es auch angemessen, hierfür ein anderes Thin-Client-Modell bereitzustellen.

Je austauschbarer Thin Clients sind, umso niedriger werden auch Ihre laufenden Supportkosten sein. Wenn Sie unterschiedliche Endgeräte haben, erhalten Sie am Ende zahlreiche Anrufe beim Helpdesk, damit bestimmte Endgeräte an einem neuen Ort aufgestellt werden, wenn Mitarbeiter umziehen.

Einfaches Management von Thin Clients

Eine effiziente Infrastruktur für die zentrale Verwaltung von Thin-Client-Geräten ist entscheidend für langfristige Kosteneinsparungen. Dabei sind natürlich nicht alle Verwaltungsplattformen gleich.

Verbringen Sie einige Zeit mit dem Tool Ihres bevorzugten Anbieters und finden Sie heraus, wie gut es zu Ihrer Umgebung passt. Erwägen Sie, das Modell des Endgeräts oder den Anbieter zu wechseln, wenn das Tool für Sie zu unflexibel oder zu schwierig zu bedienen ist. Manche Anbieter haben auch unterschiedliche Tools für bestimmte Thin-Client-Optionen im Portfolio.

Suchen Sie nach einem Tool, mit dem sich Gruppen von Thin Clients bestimmte Richtlinien zuordnen lassen und mit dem die Firmware großer Client-Gruppen zusammen aktualisiert werden kann. Im Idealfall geschieht dies automatisch, wenn die Geräte hochfahren. Wenn ein Client-Verwaltungstool dann auch noch mit der vorhandenen Hardware oder den Verwaltungssystemen für weitere Unternehmensressourcen gut funktioniert, umso besser.

Führen Sie auch einen Management-Test mit einer Zweigstelle durch. Wenn Sie Thin-Client-Geräte an entfernten Standorten implementieren, dann natürlich idealerweise Thin Clients, die von den Mitarbeitern in der Zweigstelle selbst und ohne Hilfe der IT installiert werden können. Um dies zu testen, bringen Sie zwei Thin Clients, von denen der eine noch original verpackt ist, an den Standort. Stellen Sie den ersten auf einem Schreibtisch auf und machen Sie ihn betriebsbereit. Dann geben Sie den zweiten einem Mitarbeiter der Zweigstelle und bitten ihn, das Gerät gegen das erste, das Sie eingerichtet haben, auszutauschen. Das Ziel dabei ist es herauszufinden, ob ein neuer Thin Client direkt an einen Standort geschickt werden kann, wenn dort ein Gerät kaputt geht.

Ein noch extremerer Test kann darin bestehen, mit einem leeren Schreibtisch zu beginnen, an dem statt eines Thin Clients, der ausgetauscht werden soll, nur ein Netzwerk- und ein Stromanschluss vorhanden sind. Im Idealfall verlangt der neue Client keinerlei Konfiguration, bevor er an einen Standort geht, und die Mitarbeiter vor Ort sollten keine Schulung benötigen.

Ein Endgerät, das bei diesem Test gut funktioniert, wird wesentlich geringere Supportkosten erzeugen als eines, bei dem das IT-Team erst ein bestimmtes Image aufspielen muss, bevor es an den Standort geht. Die schlechteste Wertung für das Management geht an Implementierungen, bei denen Thin Clients gemäß einer zehnseitigen Checkliste konfiguriert werden müssen und jedes Gerät für einen bestimmten Anwender neu konfiguriert werden muss.

Im Allgemeinen sind die Verwaltungsanforderungen bei Zero Clients geringer als bei Thin Clients. Der Unterschied liegt darin, dass ein Zero Client nur eine minimale Konfigurierbarkeit und Flexibilität mit sich bringt und nur mit einem einzigen VDI-Produkt verwendet werden kann.

Thin Clients benötigen ein Betriebssystem und damit zusammenhängend auch Patches und mehr Konfigurationsarbeit. Thin Clients arbeiten mit Standard-CPUs und nutzen häufig auch Standardbetriebssysteme. Wyse beispielsweise bietet um die 25 verschiedene Modelle, und viele andere Anbieter, wie zum Beispiel 10Zig, Hewlett-Packard oder Fujitsu, haben ebenfalls ihre eigenen vielfältigen Produktpaletten.

Je einfacher das Gerät auf dem Schreibtisch des Anwenders aufgebaut ist, desto einfacher lässt es sich normalerweise auch verwalten. Zero Clients sind in VDI-Implementierungen möglicherweise Thin-Client-Geräten vorzuziehen, wenn die Anwender nicht viele Funktionen benötigen, wie zum Beispiel bei Einzelhandels-, Bildungs- oder Versandanwendungen. Bei manchen Geräten hört das Management bereits bei ein paar Einstellungen für DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) und einem Ordner mit ein paar enthaltenen Dateien bereits auf.

In anderen Fällen wird ein lokales Betriebssystem benötigt, auch wenn sich der eigentliche Desktop ja virtualisiert im Rechenzentrum befindet. In der Vergangenheit kamen Remote-Anzeigeprotokolle mit Multimedia-Websites nicht gut zurecht, daher waren manchmal auch ein lokaler Webbrowser und ein Medienplayer nötig, um ein akzeptables Benutzererlebnis zu ermöglichen.

Mit modernen Remote-Protokollen dürfte dies aber kein Problem mehr sein. Selbst animierte Webseiten werden hier inzwischen gut dargestellt. Die wichtigsten Gründe für lokale Betriebssysteme sind derzeit drahtlose virtuelle private Netzwerke (VPN) und VoIP.

Auch die Möglichkeit zu WLAN-Verbindungen kann manchmal eine nötige Voraussetzung sein, die ein VDI-Client mit sich bringen muss. Beispielsweise setzen manchmal nur vorübergehend vorhandene Niederlassungen ein WLAN ein, wenn nicht genug Zeit für die Einrichtung eines kabelgebundenen Netzwerks ist. Mobile Mitarbeiter wiederum nutzen manchmal 3G-/4G-Netze für Thin-Client-Laptops. Das lokale Betriebssystem eines Thin Clients kann einen WLAN-Adapter konfigurieren und einen VPN-Client oder ein VoIP-Softphone ausführen, aber die meisten Zero Clients sind dazu nicht in der Lage.

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Artikel wurde zuletzt im August 2015 aktualisiert

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