Der neue Task-Manager in Windows 8/8.1 und Windows Server 2012/2012 R2

Mit Windows 8/8.1 wurde auch der Task-Manager runderneuert und hat neben einem frischeren Layout auch neue Funktionen zur System-Analyse erhalten.

Mit Windows 8 hat Microsoft auch den Task-Manager deutlich verbessert. Das fällt natürlich vor allem im Vergleich zu Windows XP/Vista auf, aber auch im Vergleich zu Windows 7 hat sich hier nochmal einiges getan. Der generelle Umgang mit dem Task-Manager ist dabei den Vorgängerversionen ähnlich, es gibt aber mehr Analyse-Möglichkeiten.

Wie auch bei den Vorgängern Windows XP/Windows Server 2003, Windows Vista/Windows Server 2008 und Windows 7/Windows Server 2008 R2, bietet der Task-Manager in der Client-Version die gleichen Möglichkeiten wie in der dazugehörigen Server-Version. Das gilt natürlich auch noch für Windows 8/8.2 und Windows Server 2012/2012 R2.

Die Windows 8 Task-Manager startet immer noch über die Tastenkombination Strg + Alt + Esc, durch die Eingabe von taskmgr auf der Startseite oder über das Kontextmenü der Task-Leiste auf dem Desktop von Windows 8/8.1. 

Nach dem Start zeigt der Task-Manager in Windows 8 aber deutliche Unterschiede im Vergleich zu Windows 7. Im Gegensatz zu vielen anderen Neuerungen in Windows 8/8.1 sehen die meisten Benutzer die Neuerungen in Windows 8 als echten Vorteil im Vergleich zu Windows 7.

Nach einem Klick auf Mehr Details zeigt der Task-Manager umfassende Informationen. Diese lassen sich mit Weniger Details jederzeit wieder ausblenden

Der Task-Manager als Analyse-Tool

Der Task-Manager stellt auch in Windows 8/8.1 verschiedene Registerkarten bereit, mit denen Administratoren die aktuelle Auslastung des Computers anzeigen können:

  • Prozesse – Gibt einen Überblick über die aktuell laufenden Anwendungen. Angezeigt wird der Status dieser Anwendungen. Darüber hinaus können Administratoren über das Kontextmenü der Anwendungen steuern, wie diese Anwendungen angezeigt werden sollen. Außerdem lassen sich hier laufende Anwendungen (Tasks) beenden.
  • Details – Hier erhalten Administratoren einen Überblick über die derzeit aktiven Prozesse. Dabei handelt es sich nicht nur um Anwendungen, sondern auch um die gesamten Systemdienste, die im Hintergrund ausgeführt werden. Mehr zu den Diensten sehen Administratoren auf der Registerkarte Dienste. Zu jedem dieser Prozesse werden Informationen über die Prozess-ID (PID), den aktuellen Anteil an der CPU-Nutzung, die insgesamt in dieser Arbeitssitzung konsumierte CPU-Zeit sowie die aktuelle Speichernutzung angezeigt.

Die laufenden Prozesse eines Windows-8-Rechners sind auf der Registerkarte Details zu sehen

Gerade diese letzte Information ist von besonderem Interesse, da sie darüber informiert, in welchem Umfang Anwendungen den Hauptspeicher tatsächlich nutzen – ohne dass man komplexe Parameter überwachen muss. Auch hier können Prozesse über die entsprechende Schaltfläche wieder beendet werden. Administratoren sollten damit allerdings sehr vorsichtig sein, da das Beenden eines Dienstes dazu führen kann, dass das System nicht mehr korrekt ausgeführt wird.

  • Leistung – Gibt einen schnellen Überblick zum aktuellen Leistungsverbrauch des Computers. Dahinter verbirgt sich ein kleiner Systemmonitor, der die wichtigsten Informationen zur Systemauslastung in grafischer Form zur Verfügung stellt. 

    In kleinen Fenstern wird die Auslastung der CPU und des Speichers zum aktuellen Zeitpunkt und im Zeitablauf dargestellt. Darunter findet sich eine Fülle von Informationen rund um die aktuelle Speichernutzung. Über die Registerkarte lässt sich auch der Ressourcenmonitor öffnen. Dieser zeigt noch mehr Details an. Über die Startseite lässt sich der Ressourcenmonitor mit perfmon /res öffnen.

Auf der Registerkarte Leistung ist der aktuelle Resssourcenverbrauch des Rechners zu sehen

  • Benutzer – Liefert Informationen über die aktuell gestarteten Programme der angemeldeten Benutzer auf dem Computer.
  • App-Verlauf Zeigt eine Zusammenfassung der Anwendungen und Windows-Apps sowie deren Ressourcenverbrauch an. Hier werden nicht die normalen Desktopanwendungen angezeigt, sondern die spezifischen Windows 8-Apps, die über den Store installiert werden.
  • Autostart - In diesem Bereich sehen Administratoren, welche Programme automatisch mit Windows starten. Auch die dazu gehörigen Prozesse sehen Administratoren hier. Wie auch in den Vorgängerversionen bietet das Sysinternals-Tool Autoruns noch bessere Ergebnisse. Hier lassen sich Autostartprogramme besser verwalten als im Task-Manager.

Auch Windows 8-Apps werden jetzt im Task-Manager angezeigt und lassen sich verwalten. Dazu gibt es die neue Registerkarte App-Verlauf

Auf den ersten Blick ist also schon zu sehen, wie Microsoft den Task-Manager deutlich verbessert hat. Anwender und Administratoren erhalten mit dem Werkzeug einen umfassenden Überblick über die laufenden Programme und haben verschiedene Möglichkeiten, Prozesse, Anwendungen und Autostart-Programme zu verwalten. Der Umgang ist intuitiv und wer mit dem Task-Manager in Windows 7 zurechtkommt, wird auch keine Probleme mit der Version in Windows 8/8.1 haben.

Auch in der Ansicht mit wenigen Details sieht man recht schnell, welche Anwendungen aktuell gestartet sind, und kann Programme über das Kontextmenü verwalten. Es besteht zudem die Möglichkeit, im Internet nach der Anwendung zu suchen, wenn diese nicht bekannt ist, den Dateipfad der ausführbaren Datei der Anwendung zu öffnen und die Datei zu beenden. Auch die Eigenschaften der ausführbaren Datei lassen sich an dieser Stelle öffnen.

Über das Kontextmenü von Anwendungen oder den Menüpunkt Datei\Neuen Task ausführen können Administratoren neue Programme starten – auf Wunsch auch gleich mit Administratorrechten. Das ist vor allem bei der Leistungsanalyse, aber auch bei der Problemsuche und dem Beseitigen von Malware sehr nützlich.

Neue Anwendungen lassen sich aus dem Task-Manager direkt mit Administratorrechten starten

An dieser Stelle gibt es auch eine Schaltfläche zum Durchsuchen, um Anwendungen oder auch Dokumente zu öffnen. Das Fenster entspricht in etwa dem alten Ausführen-Fenster, das übrigens auch noch in Windows 8/8.1 über die Tastenkombination Windows-Taste + R geöffnet werden kann, ganz unabhängig vom Task-Manager.

Die Online- Suchoption von Anwendungen öffnet den Standard-Browser mit den Suchergebnissen des Dateinamens der Anwendung, wie sie im Datei-Explorer angezeigt wird. Dies kann nützlich sein, wenn Administratoren herausfinden wollen, um was für Programme es sich handelt oder wenn der Verdacht auf einen Virenbefall besteht.

Mehr Details, bitte!

Die Ansicht des Task-Managers wird viel interessanter und informativer, wenn auf den Mehr Details-Pfeil in der unteren linken Ecke geklickt wird. Der Task-Manager merkt sich beim Beenden auch diese Ansicht und öffnet zukünftig immer mit mehr Details, sodass sich geübte Anwender und Administratoren den einen oder anderen Klick beim Öffnen ersparen können.

Frühere Versionen des Task-Managers haben es immer notwendig gemacht, erst alle Prozesse aller Benutzer anzeigen zu lassen, bevor ein Administrator echten Überblick erhält. Erst dann wurden auch Prozesse angezeigt, die durch das System geöffnet wurden, nicht nur den aktuell angemeldeten Benutzer. 

Das ist in Windows 8 nicht mehr notwendig. Wenn die Mehr-Details-Ansicht geöffnet wird, zeigt der Task-Manager immer alle Informationen und laufenden Prozesse. Es ist nicht mehr notwendig, andere Optionen auszuwählen, um wirklich alle Informationen zu erhalten.   

Für jeden Prozess ist in den rechten Spalten die Auslastung der Systemressourcen zu sehen. Administratoren erkennen so auf einen Blick die Auslastung der CPU, des Arbeitsspeichers, die Datenträgernutzung und die Netzwerkauslastung. Noch mehr Informationen sind auf der Registerkarte Details zu sehen, doch dazu später mehr. 

Wenn ein Prozess aus mehreren untergeordneten Prozessen besteht, wird am obersten Prozess ein kleines Dreieck angezeigt. Über dieses Icon können Administratoren die Prozess-Struktur aufklappen. So lassen sich zum Beispiel für Office-Dokumente auch die geöffneten Dokumente anzeigen und einzeln verwalten.

Im Task-Manager lassen sich auch untergeordnete Prozesse und geöffnete Dokumente anzeigen und einzeln verwalten

Durch einen Klick auf die entsprechende Spalte auf der Registerkarte Prozesse können Administratoren die Ansichten auch sortieren lassen. So können die Prozesse sortiert nach Namen oder nach dem Verbrauch einzelner Ressourcen an- oder absteigend angeordnet werden.

Zusätzlich wird die Anzeige auf der Registerkarte Prozesse in Apps und Hintergrundprozesse unterschieden. Bei Apps sind echte Anwendungen zu sehen, während die Hintergrundprozesse unabhängig Prozesse anzeigt, die durch Anwendungen geöffnet werden. Der dritte Bereich dient der Anzeige von Windows-Prozessen. Dieser ist ganz unten angeordnet. Hier sehen Administratoren, welche Prozesse durch Windows und die Systemdienste von Windows geöffnet werden.

Neben der Registerkarte Prozesse, bietet die Registerkarte Leistung eine Ansicht der verbrauchten Gesamtressourcen eines Rechners. Auf dieser Registerkarte sehen Administratoren genau, welcher Teil der Ressourcen aktuell in Verwendung ist und wieviel Kapazität auf dem Rechner noch frei ist. Durch einen Klick auf die Menüs der linken Seite wird auf der rechten Seite eine Detail-Ansicht angezeigt. 

Hierüber können Administratoren genau die verschiedenen Auslastungen von CPU und Arbeitsspeicher, aber auch von allen Datenträgern anzeigen. In der CPU-Ansicht sehen Administratoren auch die Auslastung der logischen Prozessoren, also aller Kerne der Prozessoren im Rechner. Das ist nicht nur auf Client-Rechnern interessant, sondern auch auf Servern mit Windows Server 2012/2012 R2. 

Über das Kontextmenü der Anzeige auf der rechten Seite lässt sich die Ansicht auch anpassen. Am besten geeignet für aktuelle Rechner ist sicherlich die Sortierung nach CPU-Kernen. Hierüber lässt sich auch die prozentuale Auslastung anzeigen.

Klicken Administratoren auf die verschiedenen Elemente in der linken Spalte, sind auf der rechten Seite die Detailanzeigen zu sehen. Zum Beispiel können Administratoren den Arbeitsspeicher des Rechners auf der linken Seite anklicken, um den Speicherverbrauch und dessen Details auf der rechten Seite angezeigt zu bekommen.  

Diese Registerkarte ist daher besonders praktisch, wenn es um das Suchen von Leistungsproblemen geht, zum Beispiel wenn Administratoren herausfinden wollen, warum die Leistung für einige Subsysteme (Festplatte, Internet-Zugang oder Arbeitsspeicher) langsamer als üblich ist.

Windows-8-Apps im Task-Manager

Auf der Registerkarte App-Verlauf sind die einzelnen Windows-8-Apps und deren Ressourcennutzung zu sehen. Die Registerkarte zeigt nur Informationen für die Windows-8-Apps, die über den Store installiert und auf der neuen Startseite zu starten und sehen sind. 

Für die Anwender, die mit der neuen Benutzeroberfläche in Windows 8 arbeiten – also vor allem Tablet-Nutzer – können diese Informationen sehr hilfreich sein. Herkömmliche Desktop-Nutzer dagegen dürften mit diesen Informationen nicht viel anfangen können.

Die Registerkarte Autostart im Windows 8 Task-Manager ist mehr oder weniger gleichbedeutend mit der Registerkarte Start in msconfig.exe (Systemstart) in früheren Windows-Versionen. Administratoren können diese Registerkarte verwenden, um Autostartelemente zu beobachten. Außerdem ist auch die Deaktivierung oder Aktivierung dieser Elemente über die rechte Maustaste möglich.

Die Registerkarte Benutzer zeigt den Ressourcenverbrauch auf einer Pro-Benutzer-Basis an. Das ist praktisch auf einem System, mit dem mehrere Benutzer zur gleichen Zeit arbeiten, zum Beispiel auf Remotedesktop-Sitzungshosts auf Basis von Windows Server 2012/2012 R2. Für jeden angemeldeten Benutzer werden der Anmeldename sowie dessen gestartete Anwendungen und Prozesse angezeigt.

Auf einem Single-User-Desktop sind hier die gleichen Informationen wie auf der Registerkarte Prozesse zu sehen. Über das Kontextmenü von Benutzern können Administratoren hier auch die Benutzerverwaltung starten und den Benutzer vom Rechner abmelden. Auch das ist eher sinnvoll, wenn mit dem Task-Manager auf einem Server gearbeitet wird.

Der Windows 8 Task-Manager bietet zusätzlich noch begrenzten Zugriff auf Windows-Dienste und einfachen Zugriff auf das Systemsteuerungs-Applet für die Verwaltung der Dienste. Anwender können Dienste stoppen, starten oder auch neu starten. Auch hier steht die Option zur Online-Suche zur Verfügung. Das hilft Administratoren dabei, einen Überblick über die Systemdienste zu erhalten, wenn einzelne Dienste zum Beispiel nicht bekannt sind.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2014 aktualisiert

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