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DCIM-Trends 2017: Automatisierung, Konkurrenzkampf und Gebäudeverwaltung

Der DCIM-Markt steht vor einem neuen Wandel: Vor allem Automatisierung und Integration der Gebäudeverwaltung werden die nächsten Jahre prägen.

Im gleichen Maß, in dem sich Rechenzentren weiterentwickeln, entsteht auch ein Innovationsdruck im Markt für DCIM-Lösungen (Data Center Infrastructure Management). Unternehmen bewegen sich weg von der manuellen Systeminstallation und Fehlersuche und hin zu automatisierten Systemen. Daher wächst auch bei DCIM-Produkten der Wunsch nach mehr Automatisierungs- und Analysefunktionen statt dem bisher eher traditionellen Monitoring der Infrastruktur.

Im Ergebnis verändert sich der DCIM-Markt derzeit auf sehr unterschiedlichen Ebenen weiter.

Harte Konkurrenz im DCIM-Markt

DCIM ist inzwischen als Thema bei Rechenzentrumsbetreibern weitestgehend bekannt, und der Markt wächst weiter – wenngleich nicht so schnell, wie man denken könnte. IDC weist für das Jahr 2015 einen weltweiten Umsatz von 558,5 Millionen US-Dollar aus. Für das Jahr 2020 wird ein Wachstum auf mehr als 2 Milliarden US-Dollar erwartet.

„Der Umsatz mit DCIM wächst, aber etwas langsamer als ursprünglich vorhergesagt“, sagt Jennifer Cooke, Forschungsdirektorin im IDC-Team für Rechenzentrumstrends und Strategien. IDC hat kürzlich seine Umsatzerwartungen gesenkt, weil es im Markt tiefgreifende Preiskämpfe gibt.

Konsolidierung ist ein weiterer Hinweis der Marktreife. Im November 2015 verließ CA Technologies, ein Unternehmen mit hochprofilierten Kunden wie Facebook und NTT, den DCIM-Markt. Auch der Kauf von FieldView Solutions durch Nlyte im Februar 2016 spricht diese Sprache.

DCIM-Tools nehmen die Gebäudeverwaltung ins Visier

Um sich im zunehmend umkämpften Markt durchzusetzen, versuchen sich DCIM-Anbieter verstärkt auf die Anforderungen großer Unternehmen einzustellen. Statt die einzelnen Rechenzentrumssysteme zu überwachen, konsolidieren Unternehmen ihre Rechenzentrumsanlagen. Vor allem in größeren IT-Abteilungen gibt es einen Trend weg vom alleinstehenden Server und hin zu konvergenter oder hyperkonvergenter Infrastruktur, die Server, Speicher und Netzwerkfunktionen vereint.

Zusätzlich wollen IT-Abteilungen die Rechenzentrumsverwaltung auch auf Energie- und Gebäudeverwaltungssysteme ausdehnen. Sie versuchen, alte System-Silos loszuwerden und alle für das Rechenzentrum wichtigen Elemente in einer Schaltzentrale zu verwalten.

Damit das funktioniert, muss ein DCIM-Werkzeug Daten an andere IT-Verwaltungssysteme übergeben. DCIM-Anbieter entwickeln daher neue, hochgradig integrierte Werkzeuge in Zusammenarbeit mit den Herstellern von IT-Verwaltungslösungen. Nyte Software zum Beispiel bietet für seine Tools Konnektoren an Systeme von BMC Software, Hewlett Packard Enterprise und ServiceNow. Schneider Electric integriert sein DCIM-Angebot, StruxureWare for Data Centers, mit HPE's Universal Configuration Management Database, und Emerson Network Power ist eine Partnerschaft mit IBM eingegangen, um Emersons Trellis DCIM Suite in IBMs Produkt ITSM zu integrieren.

DCIM wird erwachsen

Das Ziel lautet allerdings nicht nur, DCIM-Werkzeuge einfach mit anderen IT-Verwaltungssystemen zu verbinden. „Unternehmen möchten auf Basis der Informationen, die die integrierten Systeme liefern, auch Maßnahmen ergreifen können“, erklärt Andy Lawrence, Research Vice President der Abteilung Data Center Technologies and Eco-Efficient IT bei 451 Research.

Die Datenmengen verdoppeln sich alle paar Jahre, doch IT-Budgets wachsen nur im niedrigen, einstelligen Prozentbereich. Das führt dazu, dass Rechenzentrumsverantwortliche Probleme haben, mit der Menge an Information Schritt zu halten.

Deshalb wollen Anwender DCIM-Produkte, die mehr als nur Überwachungswerkzeuge sind. Sie wollen DCIM-Tools bis in die letzte Verästelung des Data Centers integrieren. Die Kombination aus DCIM und Change Management Software bietet neue Möglichkeiten der Automatisierung. Zum Beispiel könnte ein Unternehmen automatisch einen Arbeitsauftrag generieren, der für ein zu installierendes Zusatzgerät automatisch Rack und Position angibt, die zu verbindenden Ports und Geräte definiert (etwa Stromanschluss, Netzwerk und Kabel) und diese Information an relevante Anwendungen weitergibt.

Ein weiteres Beispiel wäre Predictive Analytics, womit Unternehmen in die Lage versetzt werden sollen, bessere, schnellere und informationsgestützte Entscheidungen zu treffen. DCIM-Werkzeuge könnten mit Umweltsensoren arbeiten, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit für Rack, Reihe und Raum erfassen. Weiterführende, automatisierte Analysen könnten dann feststellen, welche Bereiche des Rechenzentrums mehr Kühlung benötigen als andere, und welche Netzteile zu bestimmten Tageszeiten ausgeschaltet werden könnten.

Entsprechende Analysen lassen sich aber zum Beispiel auch auf weitere Bereiche wie etwa finanzielle Kennzahlen anwenden. Hier könnte Software die IT-Kosten für aktuelle oder kommende Projekte modellieren, womit IT-Spezialisten Ausgaben leichter rechtfertigen könnten.

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