Benutzerfreundliche BI-Tools erwecken ERP-Analytics zum Leben

Konsumierbare BI-Tools innerhalb von ERP-Systemen lassen ERP-Analytics Wirklichkeit werden. Eine Zeitreise durch die Koexistent von ERP und BI.

ERP-Systeme sammeln unablässig Daten. Obwohl eine der primären Funktionen von ERP-Systemen, ist der Zugriff und die Nutzung dieser Daten immer schon ein Schwachpunkt. Die ersten Manufacturing Resource Planning (MRP I/II) –Systeme (Vorgänger von ERP) kamen im Paket mit vorformatierten Berichten und Darstellungen. Schwierige manuelle Programmierprozesse wurden vorausgesetzt, um die Standardberichte zu ändern und neue zu erstellen.

ERP auf Basis von Datenbank-Managementsystemen

Die zweite Generation von ERP wurde auf einem relationalen Datenbank-Managementsystemen (DBMS) aufgebaut. Obwohl Standardberichte weiterhin im Basispaket vorgesehen waren, erlaubte das Datenbanksystem die Nutzung von Abfragen per SQL, um benutzerdefinierte Berichte und Darstellungen zu erstellen, ohne tiefergehende Programmierkenntnisse vorauszusetzen.

In einer parallelen Entwicklung übernahmen die meisten Enterprise Systeme eine Windows-ähnliche Benutzeroberfläche mit der Möglichkeit, Daten in Microsoft Excel und Access zu extrahieren. Die Nutzer waren mit diesen Tools vertraut und fühlten sich bei der Bearbeitung der Daten in diesen Umgebungen wohl. All diese Anwendungen waren eine Antwort, um eine bessere Nutzung der Datenmengen innerhalb der Unternehmenssysteme zu erreichen.

In den 1990er Jahren wurden Data Warehouses eingeführt, um mehr aus den ERP-Daten herauszuholen. Detaillierte Daten aus ERP-, CRM- und anderen Systemen wurden in einem seperaten Data Warehouse zusammengefasst. Analyse-Werkzeuge kamen wiederum zum „Slice and Dice“ innerhalb des Data-Mining-Prozesses zum Einsatz, um neue Zusammenhänge zu erkennen.

Data Warehouses kombinieren mehrere Datenquellen

Daten werden in einem seperaten Data Warehouse aus zwei Gründen repliziert: die Tools binden viele Systemressourcen, so dass die Auslagerung in das Data Warehouse die ERP-Infrastruktur entlastet. Zudem ermöglicht das seperate Datenlager die Kombination mehrerer Datenquellen (seperater Datenbanken), ohne dass man sich Sorgen über die Schnittstellen der einzelnen Systeme oder mögliche Störungen zwischen diesen machen muss. Der Nachteil ist, dass die Daten aus dem Data Warehouse nur so aktuell wie der letzte Download – also keine Echtzeit-Daten – sind.

Seit der Jahrtausendwende begannen ERP-Anbieter damit, Business Intelligence (BI) –Module als Erweiterung für ihre Produktsuiten anzubieten. Auch als Executive Information Systeme (EIS) oder Executive Dashboards bekannt, waren diese Module umgewandelte Data-Mining- und Reporting-Tools mit vordefinierten Datenvisualisierungen (Dashboard-Indikatoren, Graphen, Farb-Ampeln und Diagramme) für die Zusammenfassung der darunterliegenden Daten. 

Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um Live-Daten aus den aktiven ERP-Tabellen. Die Unternehmen können mit den zur Verfügung gestellten Tools Indikatoren anpassen und neue erstellen.

Die BI-Tools stellen den Anwendern mehr und bessere Informationen bereit und erweitern die aktive Nutzerbasis der Systeme bis in die Chefetage. Ohne BI-Dashboards würden sich nur wenige Führungskräfte im ERP-System anmelden und stattdessen einen Mitarbeiter beauftragen, die gewünschten Daten aus dem System zu ziehen.

Demokratisierung von Analytics durch BI-Tools

BI-Tools sind in der Regel sehr technisch, so dass nur wenige Führungskräfte oder Abteilungsmitarbeiter versuchen, neue Ansichten und Analysen zu erstellen. Aus dieser Perspektive sind BI-Dashboards wie die alten, vordefinierten Berichte im ERP-System. Wenn ein Nutzer eine Ansicht benötigt, wendet er sich an die IT.

Die heutigen Analytic-Tools sind BI-Tools, die für Nicht-Programmier nutzbar gemacht wurden. Das ist auch die Richtung in die sich Analytics-Anbieter derzeit bewegen: demokratisierte (oder besser: konsumierbare) BI-Tools innerhalb von ERP-Systemen, die versprechen, die riesige Ansammlung der Daten in den Anwendungen besser verwerten zu können.

Data Warehousing und Data Mining sind weiterhin nützliche und valide Instrumente, die nicht von ERP-Analytics verdrängt werden, so lange ERP nicht das einizige „System of Records“ im Unternehmen ist. Data Warehouses haben immer noch den Vorteil, Daten von verschiedenen Systemen zu kombinieren. Außerdem bieten sie leistungsfähigere Analysetools als Analytics-Module in ERP-Systemen.

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Artikel wurde zuletzt im November 2014 aktualisiert

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