Acht Vorteile des vSphere Web Client gegenüber dem Desktop Client

Der vSphere Web Client genießt unter Administratoren keinen guten Ruf. Dabei bietet er gegenüber dem Desktop Client durchaus Vorteile.

Seit der Veröffentlichung von vSphere in Version 5.1 zwingt VMware Administratoren dazu, statt dem beliebten Desktop Client den Web Client als hauptsächliches Verwaltungsinstrument zu verzichten. Damit will VMware ganz offensichtlich den vSphere Web Client als zentrales Verwaltungstool etablieren. 

Ab vSphere 5.5 sind daher auch viele Einstellungen im Desktop Client nicht mehr verfügbar. Damit haben Administratoren nicht mehr die Wahl, welchen Client sie für die Verwaltung nutzen können, sondern müssen zwangsläufig auf den Web Client setzen. Das wird sich laut VMware in zukünftigen Versionen auch nicht mehr ändern.

Zum Beispiel ist Enhanced vMotion, also vMotion von einem Host zu einem anderen auch mit lokalem Storage, nur per Web Client steuerbar. Auch wenn Sie virtuelle Maschinen (VM) von Hardware-Version 9 auf 10 aktualisieren, können Sie diese Aufgabe nicht mehr mit dem Windows Client erledigen, sondern müssen den Web Client benutzen. Der Windows Client verliert so im Vergleich zum Web Client und anderen Verwaltungstools von VMware immer mehr an Funktionsumfang.

Trotzdem gibt es  eine Menge positives über den neuen vSphere Web Client zu berichten. Hier sind acht Gründe dafür, dass der Übergang vom Desktop Client auf den Web Client nicht unbedingt schlecht sein muss. Sobald Sie sich mit dem Web Client auseinandergesetzt haben, werden Sie diesen schnell zu schätzen lernen.

1. Web Client erlaubt das Speichern und spätere Fortsetzen der Arbeit

Abbildung 1: vSphere Web Client in vSphere 5.5 ermöglicht es Administratoren, den Assistenten zu schließen und später zurückzukehren. Der Assistent führt seine Arbeit da fort, wo Sie aufgehört haben

Der vSphere Web Client löst ein großes Ärgernis des Windows-Clients. Wenn Sie eine virtuelle Maschine erstellen, eine Vorlage bereitstellen oder eine andere Aufgabe durchführen, in der Sie durch mehrere Fenster hindurch Eingaben von Informationen vornehmen müssen, ist die Arbeit mit dem Windows Client eher kompliziert. 

Wenn Sie auf die letzte Seite kommen, müssen Sie häufig Informationen von einem anderen Objekt abfragen, die Storage-Kapazität erhöhen oder Einstellungen für Netzwerke vornehmen. Das bedeutet im Desktop Client, dass Sie häufig den entsprechenden Assistenten schließen müssen. Dann erst können Sie sich um die notwendigen Aufgaben kümmern, um dann die Konfigurationsarbeit wieder von vorne zu beginnen. Im Gegensatz zum Desktop Client können Sie mit dem vSphere Web Client Ihre Arbeit speichern und später fortsetzen. Spätestens an dieser Stelle werden Sie lieber mit dem Web Client arbeiten wollen und den Windows Client nicht mehr verwenden.

Abbildung 2: Wenn Sie Konfigurationsänderungen vornehmen und danach wieder den Assistenten zum Erstellen neuer VMs starten sehen Sie, dass sich dieser die bereits vorher eingestellten Daten merkt und an der gespeicherten Stelle weiter macht

In Abbildung 1 sehen Sie den Assistenten zur Erstellung einer neuen virtuellen Maschine. Bevor Sie die Konfiguration abschließen können, müssen Sie eine neue Portgruppe auf dem Server erstellen. In vSphere Web Client für vSphere 5.5 können Sie den Assistenten minimieren und die Vernetzung auf dem Host konfigurieren, bevor Sie mit der Erstellung der VM fortfahren. 

Wie in Abbildung 2 dargestellt, können Sie dann mit dem Assistenten zur Erstellung der neuen VM fortfahren. Die Daten im Assistenten sind aber nicht statisch, sondern die von Ihnen vorgenommenen Änderungen und neuen Bereiche, wie ein neues Speichersystem oder ein neues Netzwerk, werden dynamisch im Assistenten angezeigt. Sie können also nicht nur im Hintergrund Einstellungen ändern, sondern diese im Assistenten auch sofort weiter nutzen.

2. Schnelle Navigation zwischen verwandten Objekten

Abbildung 3: Im überarbeiteten vSphere Web Client können Sie das Inventar durchsuchen und Datenspeicher, Netzwerke, virtuelle Maschinen und andere Gegenstände, die zu einem Host gehören, nutzen.

Der neue vSphere Web Client kann Ihr Inventar effektiver durchsuchen und Datenspeicher, Netzwerke, virtuelle Maschinen und andere Gegenstände, die zu einem Host gehören, schnell und effizient anzeigen (siehe Abbildung 3). Wenn Sie auf eine virtuelle Maschine zugreifen, werden die entsprechenden Objekte auch auf der Übersichtsseite der virtuellen Maschine angezeigt. Klicken Sie einfach auf den Namen des Netzwerks oder des Datenspeichers. Der Web Client zeigt anschließend die Details für das Objekt an. Die neuen Funktionen der überarbeiteten Inventardaten im Client zeigen auch Datenzentren und andere Objekte in der Hierarchie an.

3. Einfaches Filtern virtueller Maschinen

Abbildung 4: Administratoren können im Web Client virtuellen Maschinen in einer Liste anzeigen und diese nach Status oder Konfiguration filtern

Die Liste für virtuelle Maschinen für einen Host oder ein Data Center wurde optimiert, um Daten leistungsfähiger zur Verfügung zu stellen. Administratoren können virtuelle Maschinen auf Basis des Status oder der  Konfiguration filtern. In Abbildung 4 wird ein Filter gesetzt, über die beiden Schaltflächen links des Fensters können Sie Filter noch feiner anpassen.

Abbildung 5: So ändern Sie die Spalte für die Anzeige angepasster Filter im Web Client an

Administratoren können virtuelle Maschinen auch auf Basis ihrer Hardware-Kompatibilitätsebene filtern. Auch die Spalten für die Anzeige der Informationen für Filter lassen sich ein- und ausblenden. In Abbildung 5 sehen Sie die Möglichkeiten, mit denen Sie Spalten der Anzeige anpassen können. Sie können also einfach Filter erstellen, diese abspeichern und entsprechend aufrufen. Im Web Client legen Sie dann noch fest, welche Spalten angezeigt werden sollen. Auf diese Weise erhalten Sie immer einen guten Überblick zu den von Ihnen gewünschten Daten.

4. Gespeicherte Suchanfragen bieten Zeitersparnis

Abbildung 6: Beschleunigen Sie Ihre Arbeit, indem Sie häufig verwendete Suchanfragen abspeichern und wiederverwenden

Wenn Sie eine Liste von Objekten in der Umgebung häufig aufrufen und durchsuchen, wie zum Beispiel eine Gruppe von virtuellen Maschinen, können Sie diesen Prozess beschleunigen, indem sie eine gespeicherten Suche verwenden. In Abbildung 6 sehen Sie das Speichern-Symbol rechts neben dem Suchfeld. Hierüber können Sie auch komplizierte Abfragen speichern und jederzeit weiter verwenden. Suchen Sie erneut nach bestimmten Objekten, müssen Sie nur noch diese Suche aufrufen.

5. Organisieren Sie Ihr Inventar mit Tags

Abbildung 7: Tagging ermöglicht es Administratoren, bestimmte Server und Objekt auf Basis eigener Daten und Tags zu suchen und zu finden. Jeder Administrator kann seine eigenen Tags nutzen, um virtuelle Maschinen zu organisieren

Sowohl der vSphere Windows Client als auch der Web Client können Objekte wie virtuelle Maschinen in Ordnern sortieren. Auf diese Weise können Sie eine Hierarchie mit verwandten Objekten organisieren. Der Nachteil dieses Ansatzes ist allerdings, dass ein Objekt wie eine VM in nur einem Ordner Mitglied sein kann.

Was ist aber, wenn Sie Maschinen auf Basis Ihrer Rolle verwalten wollen, zum Beispiel Web-Server oder Mail-Server, aber jemand anderes möchte die Server auf Basis des Betriebssystems organisieren? Mit Tags haben Sie über den Web Client die Möglichkeit, beide Varianten zu nutzen. In Abbildung 7 sehen Sie, wie Sie Tags im Web Client von vSphere verwalten können. Der Umgang ist recht unkompliziert, bietet aber enorm viele Möglichkeiten.

Abbildung 8: Sie können in der Suche auch Tags verwenden, um Server optimal zu organisieren

Wenn Sie im Web Client die Suchfunktion wie in Abbildung 8 verwenden, können Sie alle Objekte anzeigen, denen ein bestimmter Tag zugewiesen ist. Alternativ können Sie auch Filter nutzen, um nur die Objekte mit einem bestimmten Tag anzuzeigen. Sie haben hier also verschiedene Möglichkeiten, die Anzeige im Web Client so steuern, wie Sie diese gerne hätten. Der Web Client ist extrem flexibel, wenn es darum geht, virtuelle Maschinen im Data Center zu organisieren.

6. Das Client Integration Plug-in leistet gute Dienste – wenn Sie es zulassen

Die meisten Verwaltungsaufgaben können ohne Plug-ins durchgeführt werden, aber es gibt ein paar Dinge, bei denen das Client Integration Plug-in benötigt wird. Dieses Plug-in ist für Browser-basierte Anwendung erforderlich, um zum Beispiel von einer lokalen Windows-Installation Aufgaben wie das Hochladen und Herunterladen von Dateien zu einem Datenspeicher durchführen zu können. 

Auch das Bereitstellen von Vorlagen auf Basis des Open Virtualization Format (OVF) wird durch das Client Integration Plug-in deutlich vereinfacht. Nach der Installation des Plug-ins können Sie sich am vSphere Web Client mit Windows-Anmeldeinformationen anmelden.

Während die Konsole der virtuellen Maschinen ohne das Plug-in mit HTML5-kompatiblen Browsern genutzt werden kann, können Sie ohne Plug-in keinen Vollbildmodus nutzen.  Diese Konsole wird im Internet Explorer nicht unterstützt. Um auf eine virtuelle Maschine über den Internet Explorer zuzugreifen, wird das Plug-in benötigt.

7. Nutzen Sie Ihren eigenen Web-Client-Server

Der vSphere Web Client besteht nicht nur aus mehreren Komponenten, die in Ihrem Browser laufen, sondern auch auf der Server-Seite wird ein Teil ausgeführt. Ein VMware-Whitepaper im PDF-Format erklärt Ihnen, wie der vSphere Web Client erweitert werden kann.

Abbildung 9: Sie können den vSphere Web Client in verschiedenen Konfigurationen laufen lassen, um die Belastung auf einem vCenter-Server zu verringern.

Szenario 1 in Abbildung 9 zeigt einen typischen Aufbau, mit der Server-Komponente von vSphere Web Client auf dem vCenter Server. Dies ist die übliche Konfiguration. Dieses Szenario ist Teil der Standard-Installation von vCenter 5.5. 

Außerdem ist dieses Szenario standardmäßig in der vCenter Server Appliance enthalten. Wenn Ihr vCenter-Server allerdings von vielen Administratoren verwendet  wird und eine große Anzahl von Hosts und VMs verwaltet, dann erreichen Sie mit diesem Aufbau nicht die optimale Leistung des vSphere Web Client.

Es kann daher vorteilhaft sein, den vSphere Web Client auf einem separaten Server zu installieren. Dieser muss natürlich über genügend Ressourcen verfügen. Alternativ führen Sie den Server-Teil auf dem eigenen Computer aus, wie in Szenario 2 gezeigt.  Sie benötigen während der Installation Zugriff auf die Single-Sign-On-Anmeldedaten (SSO) auf dem Server, um die SSO-Anmeldeinformationen für diesen Server in Szenario 2 nutzen zu können.

8. Verwenden Sie Single Sign-On für den Zugriff auf Ihre ganze Umgebung

Den verknüpften Modus können Sie verwenden, um sich mit dem vCenter Server zu verbinden. Sie müssen sich dazu nur einmal am vSphere-Client anmelden und können danach auf mehrere Server zugreifen. Diese Technik funktioniert aber nur für maximal zehn Server. Diese Möglichkeit können Sie nicht verwenden, wenn Sie mit der vCenter Linux Appliance arbeiten. Ein viel besserer Ansatz ist es, die SSO-Funktion zu verwenden.

Wenn Sie Ihre vCenter-Server mit dem zentralen SSO-Server verbinden, spielt es keine Rolle, auf welchen vCenter-Server Sie sich mit dem Web Client anmelden. Sie sollten immer in der Lage sein, die gesamte Umgebung zu verwenden.

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