Zweiter Frühling: Vorhandene PCs als Thin Clients weiternutzen

In vielen Fällen kann man auch bestehende PCs als Thin Clients für VDI weiternutzen. Allerdings gibt es auch hier einige Einschränkungen.

Eine Virtual-Desktop-Infrastruktur (VDI) zu implementieren kann sehr teuer sein, aber eine Möglichkeit zur Kosteneinsparung ergibt sich durch die Nutzung vorhandener PCs als Thin Clients. Wandelt man PCs zu Thin Clients um, fallen die Anfangsinvestitionen für die virtuelle Desktop-Infrastruktur schon einmal geringer aus, trotzdem können so die laufenden Kosten für Ihr VDI-Projekt steigen.

Das rührt daher, dass ein ungenutzter Thin-Client-PC mehr Wartungsaufwand verursacht als ein spezieller Thin oder Zero Client. Die Entscheidung für diese alternative Nutzung von alten PCs hängt maßgeblich davon ab, wie alt die PCs tatsächlich sind und inwieweit ein Unternehmen bereit ist, die laufenden Kosten zu tragen. Bei der Umwandlung eines PCs zu einem Thin Client geht es nicht nur darum, eine Verknüpfung auf dem Desktop anzulegen. Es ist sehr aufwendig, ein gutes Desktop-Image für die VDI-Clients zu erstellen, das auf diesen PCs performant funktioniert, besonders wenn man vorhat, sie wie spezielle Thin Clients für bestimmte Funktionen und Aufgaben zu sperren.

Zudem müssen ein Virenschutzprodukt lizenziert und Updates auf dem Client-Gerät ebenso wie innerhalb des virtuellen Desktops verwaltet werden. Überlegen Sie daher, bevor Sie vorhandene PCs für Ihr VDI-Projekt nutzen, wie alt diese sind, wie viele Sie umwandeln möchten und welche Vorteile Sie dadurch möglicherweise erlangen.

Warum vorhandene PCs als Thin Clients nutzen?

In einer reinen PC-Umgebung benötigen Sie in etwa eine Vollzeitkraft zum Management von hundert PCs. Bei Thin Clients ist das lokale Betriebssystem dagegen nur eine winzige Datei, die bei Bedarf automatisch vom Thin Client heruntergeladen wird, und jeder beliebige Anwender kann diesen Thin Client verwenden. 

Damit müssen IT-Mitarbeiter nicht viel Zeit dafür aufwenden, Anwendungen neu zu installieren oder Computer zu migrieren, sondern können ihre Zeit für produktivere Tätigkeiten verwenden. In VDI-Umgebungen kann man durchaus mit ein oder zwei Mitarbeitern pro tausend Thin Clients auskommen. Ein weiterer Vorteil von Thin Clients liegt in ihrer Langlebigkeit. Thin Clients werden für gewöhnlich alle fünf bis sieben Jahre ausgetauscht, herkömmliche PCs im Regelfall alle drei Jahre.

Welche PCs können weitergenutzt werden?

Wenn Ihre PCs mehr als drei Jahre alt sind, sollten Sie sie nicht mehr als Thin Clients nutzen. Alte PCs haben hohe Ausfallraten und bieten gewöhnlich keine gute Grafikleistung. Wenn Ihre PCs weniger als ein Jahr alt sind, werden sie jedoch gute Clients abgeben, weil sie höchstwahrscheinlich reichlich Arbeitsspeicher und Mehrkernprozessoren haben und noch zuverlässig arbeiten. Wenn Sie Ihr VDI-Projekt mit alten oder aktuellen PCs beginnen, müssen Sie die Kosten evaluieren und ein Ausmusterungsalter für alte PCs festlegen, die Sie anderweitig weiter nutzen wollen.

Ein anderer zu berücksichtigender Faktor ist der Bildschirm. Wenn ein alter PC noch keinen Flachbildschirm hat, sollten Sie vielleicht darüber nachdenken, neue Flachbildschirme zu kaufen. Der Bildschirm ist die Komponente, die Ihre Anwender ständig vor Augen haben, und an ihm beurteilen sie häufig die Qualität ihrer Computerumgebung. 

Wenn Sie bereits Flachbildschirme haben und Ihr Budget es zulässt, sollten Sie große Bildschirme in Erwägung ziehen. Damit lassen sich Anwender sehr schnell glücklich machen, und glückliche Anwender bedeuten meist auch ein erfolgreiches VDI-Projekt.

Sollten Sie nun also alle Ihre PCs als Thin Clients weiter nutzen oder nur spezielle Thin Clients nehmen? Denken Sie daran, dass es komplizierter sein kann, wenn man nur wenige PCs neben vielen speziellen Thin Clients betreibt, als wenn man ausschließlich spezielle Thin Clients hat. Das rührt daher, dass IT-Mitarbeiter in diesem Fall zwei Arten von Clients verstehen müssen, und Ihre Anwender werden den Unterschied bemerken, wodurch Hot-Desking-Strategien spannungsvoller werden können, da die Mitarbeiter so um die leistungsstärksten Clients konkurrieren.

Wenn ein Unternehmen kein Problem in den laufenden Kosten sieht oder Schwierigkeiten mit der Anfangsinvestition für Thin Clients hat, kann es dagegen sinnvoll sein, einige alte PCs in Clients für Ihr VDI-Projekt umzuwandeln.

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