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Open-Source-Tools für eine einfachere OpenStack-Installation

Die Installation von OpenStack mit all den unterschiedlichen Komponenten wird schnell komplex. Diese vier Tools machen das Deployment einfacher.

Wer schon einmal OpenStack installiert hat oder die Installation geplant hat, der wird sicher schnell gemerkt haben, wie kompliziert der Installationsprozess sein kann. Da steht natürlich die Frage im Raum, warum die OpenStack-Installation so komplex ist und ob es hierfür nicht einfachere Ansätze gibt.

Eine einfache Antwort gibt es auf diese Frage zwar nicht, immerhin aber einige Open-Source-Tools, wie zum Beispiel Fuel oder Ansible-Playbooks, mit denen sich die Installation vereinfachen lässt.

OpenStack-Kommandozeile

Um eines gleich einmal klar zu stellen: OpenStack ist ein Cloud-Betriebssystem, und als solches keine virtuelle Maschine. Vielmehr läuft OpenStack auf virtuellen Maschinen. Zudem ist OpenStack in Python geschrieben.

Wenn die einzelnen Komponenten installiert werden, installiert OpenStack gleichzeitig auch ein Kommandozeilen-Tool, mit dem sich die Umgebung verwalten lässt. Das Problem dabei: Jede Komponente, und es gibt mehrere Dutzend davon, kommt mit einem eigenen Kommandozeilen-Tool daher, das jeweils eigene Namen und Parameter aufweist.

So würde man beispielsweise Keystone nutzen, um Anwender und Benutzerrollen im Identity Service anzulegen. Dann könnte man mit Glance VM-Images laden, die anschließend mit Nova bereitgestellt werden. Nach und nach wird die Anzahl der installierten OpenStack-Komponenten und ihre Kommandozeilen-Tools unweigerlich unüberschaubar.

Damit ist die Kommandozeile für die Installation und Bereitstellung von OpenStack nur bedingt zu empfehlen.

OpenStack DevStack

OpenStack DevStack eignet sich vor allem für alle OpenStack-Anwender, die gerne entwickeln und debuggen. DevStack ist über OpenStack erhältlich und selbst die OpenStack Foundation nutzt DevStack angeblich für bestimmte Tests.

Ursprünglich bot DevStack lediglich einige grundlegende Funktionen, inzwischen ist das Tool aber weitaus komplexer mit verschiedensten Konfigurationsoptionen. So ist es mit DevStack beispielsweise möglich, nicht mehr nur eine einfache Testumgebung bereitzustellen, sondern umfangreiche Systeme mit mehreren Knoten. Gemäß der offiziellen DevStack-Dokumentation ist DevStack aber kein offizieller OpenStack-Installer und soll das wohl auch nie werden.

Fuel

Fuel wurde von Mirantis im Rahmen der OpenStack-Community entwickelt und ist ein Tool mit grafischer Benutzeroberfläche, mit dem sich OpenStack installieren und verwalten lässt. Um Fuel nutzen zu können, muss zunächst Mirantis OpenStack heruntergeladen werden, um anschließend ein bootbares ISO-Image zu erstellen.

Fuel leitet den Nutzer anschließend durch den Installationsprozess und installiert einen Webserver mit webbasierter Oberfläche, von der aus sich die logische Anordnung von OpenStack in Fuel Master, Controller, Storage und den einzelnen Compute-Nodes arrangieren lässt.

Über OpenStack-APIs installiert Fuel unterschiedliche OpenStack-Komponenten wie beispielsweise Nova, Neutron oder auch Cinder. Dies wird ganz einfach durch die Zuweisung von OpenStack-Rollen an einzelne VMs erledigt. Fuel führt dann Bare-Metal-Installationen durch, indem zunächst QEMU CPU-Virtualisierung und anschließend CentOS oder Ubuntu genutzt werden. Auf dieser Basis werden dann Cloud-Komponenten von OpenStack sowie auch beispielsweise RabbitMQ installiert.

Wer Fuel einfach einmal ausprobieren will, dem steht eine kostenlose Demo von Mirantis zur Verfügung, bei der man sich über die Anmeldedaten admin/admin anmelden kann.

Ansible

Ansible ist eine Container-Technologie, die Docker oder Chef ähnelt. Das Ziel von Ansible ist es, das Erstellen von Cloud-Infrastruktur zu vereinfachen, indem Software, Storage, Netzwerke und virtuelle Maschinen zusammen mit Konfigurationsdateien abgelegt werden, mit denen sich die Infrastruktur abstrahieren oder die Architektur modellieren lässt.

Weitere Artikel zu OpenStack:

Anleitung: OpenStack auf Ubuntu installieren.

Die Neuerungen in OpenStack Mitaka im Überblick.

So lässt sich die Deployment-Komplexität von OpenStack reduzieren.

Für Ansible selbst ist auch keine eigene Programmierung nötig, da die Konfigurationen in YAML geschrieben werden, was HTML oder JSON ähnelt. Ansible ist Open-Source-Software und wird durch eine große Community unterstützt, wodurch Unternehmen von den Beiträgen anderer Nutzer profitieren können.

Alternative Ansätze der OpenStack-Installation

Abseits dieser Tools gibt es aber natürlich noch weitere Möglichkeiten, die OpenStack-Installation einfacher zu gestalten:

  • Public-Cloud-Provider bieten einen sehr einfachen Weg zu OpenStack, bei dem die Infrastruktur bereits besteht und sich Anwender einfach über eine Web-Oberfläche anmelden können.
  • Hardware-Appliances dagegen werden fertig konfiguriert angeliefert und müssen in der eigenen Infrastruktur lediglich noch in Betrieb genommen und mit vorhandener Hardware verbunden werden.
  • Anbieter-spezifische Distributionen, beispielsweise VMware Integrated OpenStack (VIO) oder Red Hats RHEL OpenStack Platform, bieten eigene Installer-Tools, die auf Einfachheit getrimmt und natürlich offiziell supportet sind.

Eines der wohl bekanntesten Tools zum OpenStack-Deployment ist TripleO (OpenStack on OpenStack), das aber aufgrund der hohen Komplexität kaum zur Vereinfachung der OpenStack-Installation beitragen kann. Die oben genannten Ansätze können aber alle dabei helfen, die Installation einer OpenStack-Private-Cloud zu vereinfachen, am meisten Potenzial steckt dabei wohl in Fuel oder Ansible.

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Artikel wurde zuletzt im August 2016 aktualisiert

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