Den Patch-Assistenten der Oracle E-Business Suite einsetzen

Unternehmen sollten die aktuellsten Patches für die E-Business Suite (EBS) R12 von Oracle installieren. Dabei hilft der Oracle ESB Patch Assistent.

Anmerkung der Redaktion: Dies ist Teil 1 einer zweiteiligen Serien zum Oracle E-Business Suite (EBS) Patch-Assistenten. Teil 2 dieser Serie erscheint am 14. Januar.

Die Oracle E-Business Suite (EBS) R12 umfasst Funktionen wie Enterprise Resource Planning (ERP), Customer Relationship Management (CRM) und Lieferkettenplanung (Supply Chain Management, SCM). Damit Unternehmen die Software erfolgreich und sicher einsetzen können, sollten sie Patches installieren und in ihrem System effizient verwalten. Dabei hilft Ihnen der Oracle ESB Patch Wizard.

Probleme lösen

Auch Oracle EBS ist wie alle anderen Anwendungen nicht perfekt. Bei Problemen wenden sich viele Anwender im ersten Schritt an den My Oracle Support, um dort eine Lösung für das entsprechende Problem zu finden. Findet sich keine Lösung, stellen sie einen Service Request.

Oft lösen sich die Probleme mit Oracle EBS durch das Aufspielen eines Patches, der eine oder mehrere Komponenten der Software aktualisiert. Hier stellt sich dann die Frage, ob das Unternehmen den vorgeschlagenen Patch installiert und damit das Update umsetzt. Der Oracle Support würde hier wohl Anweisungen für das Durchsuchen des Headers der Datei nach bestimmten Mustern geben, um die neue Version zu dokumentieren.

Immer auf dem neuesten Stand

Unternehmen sollten grundsätzlich darauf achten, dass sie die aktuellsten Patches für ihre Oracle EBS-Umgebung installieren, um deren Funktionen zu aktualisieren und zu optimieren. Aber es ist nicht immer klar ersichtlich, welche Patches am aktuellsten sind. Die entsprechenden Benachrichtigungen finden sich in der Regel auf My Oracle Support. Angesichts der vielen Informationen fällt der Überblick aber schwer. Außerdem müssen die Anwender berücksichtigen, dass einzelne Patches auch ihre individuellen Anpassungen überschreiben und außer Gefecht setzen können.

Was ist der Patch-Assistent?

Der Oracle EBS Patch-Assistent (Patch Wizard) vereinfacht die Aktualisierung und Überwachung der Patches. Das Tool ist über den Oracle Applications Manager (OAM) sowie die Systemadministrator-Konsole über Oracle Applications Manager/Patchen und Dienstprogramme erhältlich. Der Patch-Assistent besteht aus fünf Komponenten: Vorhandene Patches, Datei-Historie, im Register markierte Dateien, Timing Reports und den Patch-Assistenten selbst.

Vorhandene Patches

Die Komponente Vorhandene Patches ermöglicht die Suche nach vorhandenen Patches, die Oracle innerhalb eines bestimmten Zeitraums (maximal 60 Tage) bereitgestellt hat. In einem Drilldown-Menü stellt Oracle zu jedem einzelnen Patch weitere Informationen zur Verfügung. Platzhalter werden hier allerdings nicht unterstützt.

Im Menü dieser Komponenten gibt es die Option Erweiterte Suche für die Suche nach konkreten Produkten oder Ebenen (Tier). Die Produktliste stammt aber nicht von FND_APPLICATION, sondern von AD_PM_PRODUCT_INFO mit product_family_flag <> 'Y'.

Datei-Historie

Die Funktion Datei-Historie ermöglicht den Blick auf die Versionsgeschichte jeder Datei sowie den Patch, der diese Version installierte. Dies ist sehr nützlich, wenn der Oracle Support den Anwender auffordert, den Header zu durchsuchen und kein Zugriff auf das Betriebssystem beziehungsweise die DBA möglich ist. Die Datei-Historie funktioniert sogar, wenn Oracle das Verzeichnis ändert, in dem eine Datei gespeichert ist.

Auf dem Startbildschirm ist die Suche nach dem Namen des Patches, der ersten Verfügbarkeit des Patches und nach einem bestimmten Datumsbereich möglich.

Wenn der My Oracle Support (MOS) in einer Mitteilung auf eine bestimmte Datei-Version hinweist, gilt immer dieser Patch, selbst wenn die neueste Version dieser Datei eine höhere Versionsnummer besitzt und dieser Patch nicht auf dem Bildschirm gelistet ist. Dies kommt vor, wenn ein Patch nachträglich veröffentlicht wird und entweder eine höhere Version oder beide Versionen des Patches enthält. Grundsätzlich wird nur die neueste beziehungsweise höchste Version eines einzelnen oder kombinierten Patches bereitgestellt, auch wenn die zugrunde liegenden Tabellen alle Versionen auflisten.

Im Register markierte Dateien

Markierte Dateien sind Oracle-Dateien, die entweder individuell angepasst wurden oder die das Unternehmen bewusst gekennzeichnet hat, um sie bei einem Update besser überprüfen zu können. Wird eine markierte Datei im Rahmen einer Patch-Analyse untersucht, zeigt Oracle an, ob der markierte Patch die bestehende Version aktualisiert. Dies ist der neue Weg, benutzerdefinierte Dateien zu tracken, seit mit dem Release R12 die Datei Applcust.txt verschwunden ist.

Im Menü dieser Komponente öffnet sich ein Suchbildschirm mit einer Liste aller derzeit markierten Dateien. Um eine neue Datei hinzuzufügen, klicken Sie auf die Schaltfläche Hinzufügen. Jetzt können Sie nach Produkt, Dateinamen oder Verzeichnis suchen, zum Beispiel nach Bedingungen wie „ist“, „beginnt mit“ und „enthält“. 

Lässt sich eine dringend benötigte Datei nicht finden, kann sie Teil einer anderen Datei sein. Ein Beispiel: Der Workflow POAPPRV für die Genehmigung von Einkäufen ist Teil der Datei POXWFPOA.wft. Im Suchergebnis wählen Sie die entsprechende Datei, die sie markieren wollen, und klicken auf die Schaltfläche Hinzufügen.

Im nächsten Schritt geben Sie einen Kommentar ein, damit Sie und andere Mitarbeiter auch später noch wissen, warum Sie die Datei registriert haben. Dieser Kommentar wird nach dem Start des Patch-Assistenten nicht im Drilldown-Menü angezeigt. Klicken Sie auf die Schaltfläche Übernehmen und bestätigen Sie mit Ok.

Viele Dateien (mehr als 100.000) werden mehr als einmal aufgelistet, weil sie in der AD_FILES Tabelle mehrfach angelegt sind. Hintergrund: Die Datei wird für jede Anwendung angelegt, für die sie registriert wurde. 

Ein weiterer Grund für diese Redundanz: Durch ein nachfolgendes Release der Software oder einen Patch kann sich der Speicherort beziehungsweise das Verzeichnis der Datei ändern. Antwort auf mögliche Fragen gibt die Mitteilung 1.616.392,1 des MOS.

Im zweiten Teil dieser Artikelserie am 14. Januar finden Sie Informationen zum Finden und Zusammenführen von empfohlenen Patches.

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