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Hybrid-Cloud-Speicher: SAN-Strategien neu gestalten

Die wachsenden Datenmengen zwingen Unternehmen, Speicherstrategien neu auszurichten. Hybrid-Cloud-Storage verbindet lokale SAN-Stabilität mit der Flexibilität der Cloud.

Die Datenmengen in Unternehmen wachsen weiterhin in einem beispiellosen Tempo, wodurch IT-Teams ihre Speicherinfrastruktur, Sicherheitskonzepte und Investitionsstrategien überdenken müssen. Branchenbeobachter sagten vorher, dass Storage Area Networks (SANs) bald obsolet sein würden. Das blieb aus, und die grundlegende Architektur bleibt auch im Wandel relevant. Mit der zunehmenden Datenverlagerung in die Cloud hat sich das SAN-Management an neue Technologien und Methoden angepasst, wobei Sicherheit, Schulungen und Partnerschaften mit Herstellern stärker in den Fokus rücken. Dies betrifft SAN-Administratoren ebenso wie IT-Leitungen, die über Strategie, Budget und Risikomanagement entscheiden.

Traditionelles SAN-Management im Wandel

Das herkömmliche Management eines lokalen SAN erfordert eine detaillierte Betreuung, da Design und Infrastruktur vor Ort unterstützt und umfassend dokumentiert werden müssen. Reporting ist bei SANs besonders wichtig, um Betriebssicherheit und Leistung zu gewährleisten. Unternehmen müssen Speicherkonfigurationen, Host-Anbindungen und Netzwerkkomponenten strikt überwachen, Aktualisierungen zeitnah umsetzen und eine stabile Verwaltung kritischer Unternehmens-Workloads sicherstellen. Die Verwaltung von Fibre-Channel-Switches, SAN-Zoning, Protokollierung, Überwachungsintervallen sowie Alarmen und Benachrichtigungen gehört ebenfalls dazu. Eine effiziente Organisation von LUNs, Speichersystemen und Hosts ist entscheidend.

Abbildung 1: Der Aufbau eines Storage Area Network in der grafischen Darstellung.
Abbildung 1: Der Aufbau eines Storage Area Network in der grafischen Darstellung.

Der Weg zum hybriden Speichermodell

Früher wurde der Cloud-only-Ansatz für Speicher oft diskutiert, doch Unternehmen stießen auf Probleme insbesondere in den Bereichen Datensicherheit und Kostenkontrolle. Public-Cloud-Speicher kosten hohe Budgets und haben viele Unternehmen zu hybriden Speichermodellen bewegt. Weitere Treiber sind schnelle Bereitstellung, Agilität, Skalierbarkeit, personelle Veränderungen, geringere Kapitalausgaben und Zuverlässigkeit. Viele Server lassen sich aus Kosten- und Compliance-Gründen nicht vollständig in die Cloud migrieren. Trotz dieser Herausforderungen überwiegen für viele Unternehmen die Vorteile von Cloud-Speichern hinsichtlich der Skalierbarkeit und Flexibilität für Anwendungen.

Vorteile von Hybrid-Cloud-Speicher für SANs

Hybrid-Cloud-Storage kombiniert lokale SAN-Zuverlässigkeit mit Cloud-basierter Flexibilität und Skalierbarkeit und bietet damit:

  • Optimiertes Kostenmanagement durch Kombination von Capex-intensivem SAN-Betrieb mit nutzungsabhängigen Cloud-Modellen. 
  • Verbesserte Leistung: Latenzempfindliche Workloads bleiben lokal, während Cloud-Skalierung für weniger zeitkritische Aufgaben sorgt. 
  • Vereinfachte Compliance und Datenschutz durch lokale Speicherung sensibler Daten und Cloud-Audits für andere Workloads. 
  • Schnelle Bereitstellung und Skalierbarkeit zur Unterstützung von Echtzeitanalysen und IoT-Anwendungen. 
  • Erhöhte Resilienz durch integrierte Backup- und Wiederherstellungslösungen zwischen Rechenzentrum und Cloud. 

SAN-Management in hybriden Umgebungen

Der hybride Ansatz verändert die SAN-Welt erheblich und führt zu mehr Skalierbarkeit, Zugänglichkeit und Flexibilität. Wichtige Handlungsfelder sind unter anderem die folgenden.

Kostenkontrolle

Steigende Kosten und anhaltende Herausforderungen beim Cloud-Kostenmanagement haben viele Unternehmen dazu veranlasst, das hybride Speichermodell einzuführen.

Bei der lokalen SAN-Verwaltung geht es bei der Kostenkontrolle in erster Linie um die Verwaltung von Hardware-Lebenszyklen, Serviceverträgen und Investitionsausgaben. Die Kosten für den Hardware-Support steigen oft nach drei bis fünf Jahren an. Deshalb können das Lebenszyklusmanagement und die richtige Planung von Hardware-Ersatzbeschaffungen dazu beitragen, diese Ausgaben unter Kontrolle zu halten.

Sobald Unternehmen Cloud-Ressourcen hinzufügen, müssen sie sich stärker auf die Abrechnung und Kostenverwaltung sowie auf die Ressourcennutzung, Speicheroptimierung, Sicherheit und Vertragsverwaltung konzentrieren. Es kann leicht passieren, dass einem Cloud-Gerät zu viele Ressourcen zugewiesen werden, was zu erhöhten Kosten führen kann. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass die Server richtig dimensioniert sind und die monatlichen Kosten überwacht werden. Die Nachverfolgung der Kosten und die Prognose der Nutzung können jedoch eine Herausforderung darstellen. Regelmäßige Überprüfungen der Ressourcennutzung und die Abstimmung der Anforderungen eines Unternehmens auf die zugewiesenen Ressourcen sind der Schlüssel zu Kosteneinsparungen.

Cloud-Kosten lassen sich durch die Beachtung von Details im Vertragsmanagement eindämmen. Die Nutzung von Reserved Instances – Rabatte, die auf der Verpflichtung des Kunden zu einer bestimmten Nutzungsmenge basieren – bei Anbietern wie Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure kann die Ausgaben senken. Automatisierungsfunktionen können ebenfalls Geld sparen, sowohl in Bezug auf die Ressourcennutzung als auch auf die Arbeitszeit der Mitarbeiter.

Sicherheit und Compliance

Die Verwaltung der Sicherheit und Datenkonformität in einer hybriden Umgebung umfasst mehrere wichtige Faktoren. Unternehmen müssen ihre Sicherheitsziele verstehen, was jeder Cloud- und Vor-Ort-Anbieter offeriert, einschließlich der Standardangebote und der Leistungen, für die zusätzliche Kosten anfallen. Im Hinblick auf die Datenkonformität ist es für das Unternehmen ebenfalls wichtig zu verstehen, wo die Verantwortlichkeiten liegen und was jeder Cloud-Anbieter sowie das lokale IT-Team leisten können. Für die Cloud sind spezifische Sicherheitsmaßnahmen erforderlich, wie beispielsweise die Multifaktor-Authentifizierung (MFA)

Ressourcenmanagement

Die Ressourcenverwaltung in hybriden Umgebungen ist wichtig, um Kosten zu sparen. Sowohl Cloud- als auch das SAN-Management erfordern ein umfassendes Verständnis der erworbenen Dienste und Tools, um eine effektive Planung, Entwicklung, Bereitstellung, den Betrieb, die Stilllegung, die Zugriffsverwaltung und die Überwachung der Infrastrukturressourcen zu gewährleisten.

Cloud-Dienste können die Verwaltbarkeit der Infrastruktur reduzieren. So kann beispielsweise der direkte Zugriff auf Serverkonsolen und die direkte Kontrolle über die auf der gemeinsam genutzten Infrastruktur ausgeführten Prozesse eingeschränkt sein. Unternehmen müssen den Grad der erforderlichen Kontrolle berücksichtigen und die notwendigen Tools und Dienste identifizieren.

Lokales SAN und Hybrid-Cloud-Modelle im Vergleich

Während lokale SANs mehr Kontrolle über Kapitalausgaben bieten, können hybride Modelle schnell in Betriebskosten durch Ressourcenverbrauch ausufern. Lokale Modelle erfordern häufig doppelte Hardware zur Ausfallsicherheit an mehreren Standorten, während hybride Ansätze schnelle Disaster-Recovery-Funktionalitäten in der Cloud nutzen. Auch bei der Datensicherung gibt es Unterschiede: Lokale SANs behalten die vollständige Kontrolle über den Datenzugriff, bei Hybrid-Cloud-Modellen muss man dem Anbieter stärker vertrauen, insbesondere in Sachen Compliance. Ein genaues Verständnis der Unternehmensanforderungen hilft zu entscheiden, welches Modell für welche Anwendungen passt.

Automatisierung

Der Aufwand für Beschaffung, Test, Implementierung und Abschaltung ungenutzter Ressourcen ist bei Cloud und On-Premises hoch. Automatisierung erleichtert diese Prozesse und optimiert Sicherheit, Governance, Workload-Management, Tests und Backups. In der Cloud ermöglichen Vorlagen für automatisierte Bereitstellungen und geplante Abschaltungen, Ressourcen effizient zu nutzen. Fortgeschrittene agentenbasierte KI-Tools übernehmen automatische Skalierung von Workloads über SANs und Clouds hinweg. Für Automation stehen Tools wie AWS CloudFormation, Google Deployment Manager, Azure Automation, Chef, Puppet oder Ansible zur Verfügung.

Infrastruktur und Virtualisierung

Vor der Infrastruktur-Bereitstellung müssen Virtualisierungs-Technologie, Load Balancing, Anwendungsinfrastruktur, lokale Integration sowie Management- und Application-Frameworks definiert werden. Die Passgenauigkeit der Cloud-Lösung zum bestehenden IT-Umfeld ist entscheidend. Wer stark in Microsoft investiert hat, wird eher Azure wählen; bei Amazon- oder Google-lastigen Umgebungen erleichtern deren Cloud-Angebote die Speicherintegration. Preis-Leistungs-Verhältnis, Hybrid-Arrays oder All-Flash-Systeme, Datenreduzierung, Verschlüsselung, Netzwerkdesign sowie Reporting sind wichtige Kriterien.

Neue Themen: KI-Integration und Edge Computing

Künstliche Intelligenz (KI) verändert das hybride SAN-Management durch gezielte Verteilung von KI-Workloads: Rechenintensives Training läuft lokal auf Hochleistungs-SANs, die elastische Cloud skaliert Inferenz-basierte Aufgaben. Dies optimiert Performance, Kosten und Einhaltung von Compliance. Edge Computing übernimmt zeitkritische Vorgänge an verteilten Standorten, synchronisiert danach Daten mit zentralen SAN- oder Cloud-Systemen. Hyperkonvergente Infrastruktur und Orchestrierungslösungen ermöglichen nahtlose Integration, sorgen für Ausfallsicherheit und unterstützen Echtzeitanalysen in dynamischen Märkten.

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