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Diese Storage-Fachbegriffe sollten Sie kennen
Von Cloud bis Objektspeicher: Die Datenspeicherung entwickelt sich rasant weiter. Unser Glossar liefert kurze Erklärungen zu den wichtigsten Begriffen und Technologien im Überblick.
Die Datenmengen in Unternehmen wachsen seit Jahren exponentiell. Mit Trends wie Cloud Computing, Virtualisierung, künstliche Intelligenz (KI) und Internet of Things (IoT) steigt nicht nur der Bedarf an leistungsfähigen Speicherlösungen, sondern auch die Komplexität der Technologien. Wer in diesem Umfeld den Überblick behalten will, stößt schnell auf eine Vielzahl an Fachbegriffen, Abkürzungen und Technologien, die oft synonym verwendet oder verwechselt werden.
Um hier Orientierung zu geben, haben wir eine Auswahl zentraler Begriffe aus der Datenspeicherung zusammengestellt – von klassischen Konzepten wie Festplatten und Bandlaufwerken bis hin zu neueren Technologien wie Objektspeicher oder softwaredefiniertem Storage (SDS). Diese Übersicht bietet eine kurze Einführung und verweist für tiefergehende Definitionen und Zusammenhänge auf das umfangreiche Technologieglossar von Informa TechTarget.
1. Archiv. Ein Archiv ist eine Sammlung von Daten, die zur langfristigen Aufbewahrung in ein Repository verschoben wurden. Unternehmen speichern diese Daten getrennt vom Tier-1-Storage, häufig aus rechtlichen oder Compliance-Gründen.
2. Blockspeicher. Bei der Blockspeichertechnologie (Block Storage) werden Daten in festen Einheiten, sogenannten Blöcken, gespeichert, von denen jeder eine eindeutige Adresse hat, die die Metadaten für diesen Block repräsentiert.
3. Blockchain-Speicher. Blockchain-Speicher speichert Daten, indem er ungenutzten Festplattenspeicherplatz verbundener Benutzer nutzt. Er gilt als Alternative zum zentralisierten Cloud-Speicher.
4. Cloud Network-Attached Storage. Cloud-NAS ähnelt einem lokalen NAS, hostet jedoch alle Speichergeräte in einem Cloud-Dienst.
5. Cloud-Speicher. Cloud-Speicher (Cloud Storage) ist ein Abonnement-Dienstmodell, bei dem Daten auf Remote-Speichersysteme übertragen und dort gespeichert werden, die von Cloud-Anbietern oder Managed Service Providern (MSP) bereitgestellt werden. Der Anbieter ist für die Wartung, Verwaltung und Bereitstellung an die Benutzer über ein Netzwerk verantwortlich.
6. Cloud Service Provider. Ein Cloud Service Provider (CSP) nutzt Cloud-Technologie, in der Regel mit einem Abonnementmodell, um Kunden eine Vielzahl von Speicherplattformen anzubieten.
7. Datendeduplizierung. Datendeduplizierung schont Datenspeicherressourcen, indem sie überflüssige Kopien von Daten identifiziert und löscht. Das Ergebnis ist eine einzige, nicht duplizierte Kopie der Daten.
8. Festplatten-Array. Ein Festplatten-Array, auch Speicher-Array genannt, ist ein Datenspeichersystem, das Unternehmen für blockbasierte, dateibasierte oder objektspeicherbasierte Speicherung nutzen können.
9. Verteiltes Dateisystem. Ein verteiltes Dateisystem (Distributed File System) ermöglicht den Zugriff auf Dateispeicherressourcen von mehreren Hosts über ein Computernetzwerk, als würde der Benutzer auf einen lokalen Speicher zugreifen.
10. Dateisystem. Ein Dateisystem ist ein logisches und physisches System zum Organisieren, Verwalten und Zugreifen auf Dateien und Verzeichnisse. Unternehmen speichern Dateien auf HDDs, SSDs oder anderen Medien.
11. Flash-Speicher. Flash-Speicher ist jede Art von Laufwerk, Repository oder System, das Flash-Speicher zum Schreiben und Speichern von Daten über einen längeren Zeitraum verwendet. Flash-Speicher ist nichtflüchtig, da er keine Stromversorgung benötigt, um die gespeicherten Daten zu erhalten.
12. Festplattenlaufwerk. Eine Festplatte (Hard Disk Drive, HDD) verwendet rotierende Magnetplatten zum Speichern von Daten, darunter Betriebssysteme, Softwareprogramme und andere Dateien.
13. Hybrid-Cloud-Speicher. Hybrid-Cloud-Speicher nutzt Public-Cloud-Ressourcen, um sowohl lokale als auch Remote-Speicheranforderungen zu unterstützen.
14. Network-Attached Storage. Network-Attached Storage, kurz NAS, nutzt LAN-Technologie, um Benutzer mit mehreren Speichergeräten zu verbinden, die sich vor Ort, außerhalb des Standorts oder in Cloud-Diensten befinden. Benutzer interagieren mit NAS, als wäre es eine einzige Speicherressource.
15. Non-Volatile Memory. Non-Volatile Memory (NVM), auch nichtflüchtiger Speicher genannt, wird typischerweise in SSDs verwendet und benötigt keine kontinuierliche Stromversorgung, um Daten zu speichern.
16. Objektspeicher. Objektspeicher (Object Storage), auch als objektbasierter Speicher bezeichnet, ist ein Ansatz zur Adressierung und Bearbeitung von Datenspeichern als diskrete Einheiten, sogenannte Objekte. Objektspeicher hält die Datenblöcke, aus denen eine Datei besteht, zusammen und fügt dieser Datei alle zugehörigen Metadaten hinzu.
17. Produktivspeicher. Produktivspeicher (auch Tier-1-Speicher) sind die gesammelten Methoden und Technologien, mit denen aktiv genutzte digitale Informationen erfasst und gespeichert werden. Benutzer, Anwendungen und andere Hardwaresysteme greifen häufig auf Primärspeicherdaten zu, die für den Betrieb eines Unternehmens von entscheidender Bedeutung sind. Diese Art Storage wird manchmal auch Primärspeicher genannt, was inkorrekt ist, das sich Primärspeicher auf Haupt- oder Arbeitsspeicher (Main Memory) bezieht.
18. Public-Cloud-Speicher. Public-Cloud-Speicher, auch Online-Speicher genannt, ist ein Servicemodell, das Datenspeicherung auf Pay-per-Use-Basis anbietet. Es handelt sich um ein primäres Serviceangebot der großen Cloud-Unternehmen wie AWS, Google Cloud und Microsoft Azure.
19. Redundant Array of Independent Disks (RAID). Die RAID-Speichertechnologie verwendet Hardware und Software, um Festplatten oder SSDs in einem Computer oder Speicher-Array so zu verwalten, dass sie als logische Einheit funktionieren. Es stehen verschiedene RAID-Konfigurationen zur Verfügung, um den Anforderungen der Benutzer hinsichtlich Kapazität und Zuverlässigkeit gerecht zu werden.
20. Random Access Memory (RAM). RAM (auch Arbeitsspeicher), der in der Regel als Hauptspeicher eines Computers verwendet wird, unterstützt das Betriebssystem, Softwareprogramme und andere Daten, die verarbeitet werden.
21. Serial Advanced Technology Attachment (SATA). SATA legt fest, wie Daten zwischen der Hauptplatine eines Computers und Speicher-Arrays übertragen werden. Das Protokoll unterstützt HDDs und SSDs.
22. Softwaredefinierter Speicher (Software-defined Storage, SDS). Softwaredefinierter Speicher ist ein Softwareprogramm, das Datenspeicherressourcen und -funktionen verwaltet und keine Abhängigkeiten von der zugrunde liegenden physischen Speicherhardware hat. Die Technologie wird meist mit Softwareprodukten in Verbindung gebracht, die für den Betrieb auf handelsüblicher Serverhardware mit Intel x86-Prozessoren entwickelt wurden.
23. Solid-State Drive (SSD). Eine SSD ist ein Gerätetyp, der Daten elektronisch speichert und keine beweglichen Teile hat. SSDs ersetzen häufig herkömmliche HDDs in Computern, da sie die gleichen Grundfunktionen erfüllen, aber im Vergleich deutlich schneller sind.
24. Storage Area Network (SAN). Ein SAN verbindet lokale, externe und Cloud-Speicherressourcen über ein dediziertes Hochgeschwindigkeitsnetzwerk. Der Benutzer sieht nur eine einzige Speicherressource, unabhängig vom Standort der Speicher-Arrays.
25. Bandlaufwerk (Tape Drive). Ein Bandlaufwerk speichert Computerdaten auf Magnetband. Unternehmen verwenden Bänder heute meist für Backup- und Archivierungszwecke.
Die Welt der Datenspeicherung entwickelt sich kontinuierlich weiter. Neue Technologien entstehen, bestehende Konzepte verändern sich, und die Zahl der Begriffe wächst stetig. Ein gutes Verständnis der Grundlagen erleichtert es, Trends einzuordnen, Investitionsentscheidungen zu treffen und die passenden Speicherlösungen für das eigene Unternehmen auszuwählen. Die hier aufgeführten Fachbegriffe sind nur ein kleiner Teil der IT-Terminologie und Administratoren tun gut daran, hier stetig auf dem aktuellen Stand zu bleiben.