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VMware-Alternativen finden: Diese Optionen bietet der Markt

Noch immer sind IT-Entscheider verunsichert, ob sie nach den zahlreichen Veränderungen am VMware-Angebot durch Broadcom einen Wechsel wagen sollten. Wir geben hierfür Tipps.

Auch mehr als zwei Jahre nach der Übernahme von VMware durch Broadcom, sind viele Unternehmen immer noch verunsichert, ob sie an ihrer vSphere-Virtualisierungslösung festhalten oder eine sinnvolle Alternative finden und implementieren sollten.

Seit November 2023 ist VMware Teil des Broadcom-Portfolio und seitdem hat das Unternehmen zahlreiche Änderungen vorgenommen, die Bestandkunden irritierte. So werden seit Anfang 2024 keine Dauerlizenzen mehr angeboten, sondern ein reines Abonnement, was zu höheren Kosten führen kann.

Darüber hinaus müssen seit April 2025 für jede VMware-Produktinstanz mindestens 72 Kerne lizensiert werden, selbst wenn die CPU weniger Kerne hat. Kunden müssen nun jeden Core lizensieren. Darüber hinaus wurde vSphere Essentials aus dem Produktangebot genommen, was die Einsteigerversion der Virtualisierungssoftware war. Auch eine kostenlose Hypervisor-Option ist nicht mehr verfügbar.

Hinzu kommt, dass Bestandskunden mit einer unbefristeten Lizenz Gefahr laufen, keine Sicherheits-Patches zu erhalten. Zumindest sahen sich viele Kunden Mitte 2025 diesem Problem gegenüber.

Aufgrund dieser Änderungen und den möglichen Kostensteigerungen, erwägen zahlreiche Firmen einen Wechsel von VMware zu einer vergleichbaren Lösung. Diese Entscheidung ist keine einfache, da sich in der Regel eine voll virtualisierte Serverumgebung nicht unbedingt 1:1 in eine andere Hypervisor-Infrastruktur überführen lässt.

Ebenso lohnt sich durchaus der Blick auf das bestehende VMware-Angebot und eine umfassende Kalkulation, um zu entscheiden, ob ein Wechsel wirklich die gewünschten Vorteile bringt. Darüber hinaus sollten VMware-Anwender ihren Support-Vertrag überprüfen und eventuell externe Berater nach der besten Option befragen.

Vor- und Nachteile eines Wechsels von VMware

Bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird, sollten IT-Verantwortliche mögliche Vor- und Nachteile abwägen, denn eine Migration ist generell kein leichtes Unterfangen. Vorteile und Herausforderungen können je nach der bestehenden Umgebung, den Workloads und Prozessen variieren. Zu den möglichen Vorteilen gehören die folgenden.

Vorteile

Kostenreduktion

Die geänderten Lizenzbedingungen von VMware führen häufig zu sehr hohen Kosten. Laut einem Bericht der European Cloud Association CISPE berichteten Anbieter von Kostensprüngen im Bereich von 800 bis 1.200 Prozent bei bestimmten Kunden. Alternative Lösungen wie die von Proxmox bieten beispielsweise eine kostenlose Basisversion, mit der interessierte Anwender die ersten Schritte in eine neue Umgebung testen und Lizenzkosten im ersten Schritt vermeiden können. Mit der richtigen Kalkulation einer möglichen neuen Virtualisierungsoftware könnten auch die Gesamtbetriebskosten (TCO) über einen längeren Zeitraum niedriger ausfallen.

Flexibilität

Durch Nutzung von offenen oder weniger proprietären Hypervisoren verringert sich die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter und dessen Lizenzpolitik. Besonders bei kleineren und mittleren Unternehmen kann so vermieden werden, dass sie für überdimensionierte Mindestkernzahlen oder nicht benötigte Komponenten bezahlen müssen.

Architekturoptionen

Einige Alternativen bieten neben klassischer VM-Virtualisierung auch Containerisierung oder eine Kombination aus VMs und Container-Workloads, was mehr Flexibilität für moderne Applikationslandschaften erlaubt. Dadurch lassen sich Workloads ressourceneffizienter betreiben, interessant für Unternehmen, die nicht unbedingt Hochleistungs-VMs brauchen.

Strategische Optionen

Ein Hypervisor-Wechsel kann mit einer größeren IT-Strategie verknüpft werden: etwa eine Umstellung auf Cloud-native Technologien, Private oder Hybrid Cloud, Container-Workloads oder neu gestaltete Infrastrukturen Für viele Unternehmen bietet dies eine Gelegenheit, ihre Infrastruktur zu modernisieren und langfristig unabhängiger von einzelnen Anbietern zu werden.

Diese potenziellen Erfolge klingen zwar gut, stehen aber auch einigen Herausforderungen gegenüber. Darüber hinaus lassen sie sich nur erreichen, wenn eine saubere Umsetzung und Migration erfolgt. Zu den möglichen Risiken gehören zum Beispiel die nachfolgend aufgezählten.

Nachteile

Migrationsaufwand

Laut einer Gartner-Studie können Aufwand und Kosten eines Umstiegs sehr hoch ausfallen. So ermittelte das Forschungsunternehmen, dass der Wechsel bis zu 3.000 US-Dollar pro virtueller Maschine (VM) kosten kann. Pro Terabyte Speicherplatz fallen zusätzliche 50 bis 150 US-Dollar an. Darüber hinaus wird der Zeitaufwand für eine vollständige Migration von einer Plattform zu einer anderen mit zwischen 18 und 48 Monaten beziffert. Das bedeutet, dass Mitarbeiter in den Bereichen Systemarchitektur, Sicherheit, Datenbanken und Beschaffung viel Zeit in dieses Projekt stecken müssen und andere Aufgaben eventuell vernachlässigt werden.

Bei Live-Migrationen und komplexen Produktionsumgebungen kann der Aufwand noch höher sein, inklusive Aufwand für Planung, Testen, mögliche Downtimes oder Anpassung von Storage, Netzwerk und Backup.

Funktionslücken

Einige der alternativen Produkte offerieren nicht den gleichen Funktionsumfang wie VMware vSphere, insbesondere für komplexe Umgebungen mit spezifischen Anforderungen an Netzwerk, Storage, Hochverfügbarkeit, Management, vMotion, Disaster Recovery und Containern. Das bedeutet dann, dass nicht alle Aufgaben so umgesetzt werden können wie bisher. Hier ist eine umfangreiche Analyse empfohlen, um festzustellen, ob das Unternehmen hier Kompromisse eingehen kann.

Fachwissen

Es gibt verschiedene Virtualisierungslösungen, die ein umfassendes Fachwissen im Open-Source- oder Linux-Bereich erfordern. Die Umstellung kann also mit Schulungen, Neuorganisation, Anpassung der Betriebsprozesse, Dokumentation und zusätzlichem Managementaufwand einhergehen.

Kompatibilitätsprobleme

Insbesondere bei produktiven Umgebungen besteht die Gefahr, dass nicht alle bestehenden VMs, Betriebssysteme und Anwendungen in der neuen Virtualisierungsumgebung reibungslos laufen. Inkompatibilitäten etwa bei Storage- oder Netzwerk-Treibern oder Gastbetriebssystemen sind realistisch. Deshalb muss der Wechsel sorgfältige geplant, getestet und gegebenenfalls angepasst werden. Im besten Falle sollte ein temporärer Parallelbetrieb oder hybride Umgebungen erwogen werden, bis alles stabil läuft.

Support

Mit einem neuen Produkt gehen natürlich auch neue Support-Bedingungen einher. Open-Source-Alternativen kommen oft mit Community-Support oder kostenpflichtigen Subskriptionen, bieten aber nicht immer denselben Umfang an professionellem Support, Integrationen oder Enterprise-Service wie VMware. Wer auf umfangreiche Drittanbieter-Ökosysteme, Tools und Integrationen aufgebaut hat, muss prüfen, ob diese auch mit der neuen Plattform vereinbar sind.

Wann sich ein Wechsel lohnt – oder auch nicht

Ob sich ein Wechsel von VMware lohnt, hängt stark von der individuellen Ausgangssituation ab. Besonders attraktiv ist ein Umstieg für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die durch die neuen Broadcom-Lizenzmodelle unverhältnismäßig hohe Kosten tragen müssten. Wer künftig mehr Preisstabilität und eine geringere Abhängigkeit von einem einzelnen Hersteller anstrebt, profitiert ebenfalls von alternativen Virtualisierungslösungen, vor allem, wenn ohnehin eine Modernisierung der Infrastruktur ansteht oder der Einsatz flexibler Technologien wie Container und Open-Source-Hypervisoren geplant ist. Unternehmen, die bereit sind, in Fachwissen, Pilotphasen und eine strukturierte Migration zu investieren, können den Wechsel zudem nutzen, um ihre IT strategisch neu auszurichten.

Gleichzeitig ist ein Umstieg nicht in jedem Fall sinnvoll. Organisationen, deren Workloads stark von VMware-Spezialfunktionen abhängen oder komplexe virtualisierte Netzwerk- und Storage-Installationen nutzen, müssen genau prüfen, ob eine Alternative diese Anforderungen zuverlässig abdecken kann. Auch fehlende interne Expertise kann zum Bremsklotz werden: Ohne entsprechendes Linux- oder Plattformwissen steigt der Aufwand für Betrieb, Support und Schulung deutlich. In großen, hoch integrierten VMware-Umgebungen kann außerdem der Migrationsaufwand, inklusive möglicher Ausfallzeiten und zahlreicher Anpassungen, die zu erwartenden Einsparungen übersteigen. In solchen Fällen kann es wirtschaftlich sinnvoller sein, die bestehende VMware-Infrastruktur zunächst weiter zu nutzen und nur punktuell zu ergänzen oder schrittweise zu modernisieren.

Alternative Lösungen

Unternehmen, die einen Wechsel erwägen, stehen verschiedene alternative Produkte zur Auswahl. Dabei stehen natürlich die Anforderungen der Firma im Vordergrund, wie Budget, Größe der Umgebung, Betriebssysteme, Cloud- und Containerstrategie. Im Folgenden sind fünf Virtualisierungsprodukte beschrieben, die allerdings nicht die einzigen Alternativen sind und nur als Beispiele dienen.

Proxmox VE

Proxmox VE basiert auf Debian Linux und kombiniert klassische Virtualisierung mittels KVM/QEMU mit Container-Virtualisierung mittels Linux-Container (LXC). Die Plattform bietet eine webbasierte Managementoberfläche, unterstützt Clustering, Live-Migration, und Hochverfügbarkeit. Für die Speicheranbindung stehen umfangreiche Storage-Optionen zur Verfügung, zum Beispiel ZFS, Ceph/RBD, iSCSI oder NFS. Darüber hinaus offeriert die Lösung Netzwerk-Funktionen wie Bridged Networking und Open vSwitch, REST-APIs sowie Snapshot- und Backup-Mechanismen. Das Backup von VMs im laufenden Betrieb (KVM Live Backup) kann für alle Speichertypen einschließlich VM-Images auf NFS, iSCSI LUN, oder Ceph RBD eingerichtet werden. Zudem ist die Integration des Proxmox Backup Servers möglich, der Live- und Single-File-Restore gewährleistet.

Vorteile

  • Da dies eine Open-Source- Lösung ist, ist eine Einstiegsversion kostenlos verfügbar, die zunächst keine VM- oder CPU-Lizenzen erfordert.
  • Der Funktionsumfang ist recht hoch, von Clustering über Hochverfügbarkeit bis hin zu flexiblen Storage-Optionen und einer zentralen Web-Benutzeroberfläche.
  • Unabhängig von proprietären Lizenzmodellen.

Einschränkungen

  • Für den Betrieb ist Linux-Fachwissen erforderlich.
  • Funktionen für die Bereiche Automatisierung, tiefergehende Integration und ein Ökosystem für bestimmte Tools fehlen, was die Lösung für größere Unternehmen uninteressant macht.
  • Der Support erfolgt überwiegend über die Community, erweiterter Support ist kostenpflichtig.

Proxmox VE eignet sich für kleine und mittelständische Unternehmen, bei denen Kosten und Flexibilität zählen, aber auch für Testumgebungen oder heterogene Workload-Umgebungen (VMs und Container) mit Linux und Windows.

Microsoft Hyper-V

Hyper-V ist der Hypervisor von Microsoft, der sowohl in Windows Server als Rolle als auch als eigenständige Servervariante verfügbar ist. Er ermöglicht das Virtualisieren von Windows- und Linux-VMs und lässt sich nahtlos in das Microsoft-Ökosystem (Active Directory, Azure, System Center) integrieren.

Auch diese Lösung bietet einen hohen Funktionsumfang, beispielsweise mit Failover-Clustering, Netzwerkisolation, Verschlüsselung und Live-Migration. Für den Speicher sind verschiedene Möglichkeiten umsetzbar: Direkte Speicherplätze (SDS), disaggregierte Speicherarchitekturen, lokaler Speicher oder SAN-Optionen mit Fibre Channel oder iSCSI. Für das Disaster Recovery steht Azure Site Recovery bereit. Darüber hinaus bietet die Lösung hohe Skalierbarkeit von DRAM über GPU-Partitionierung bis hin zu persistentem Speicher.

Erweiterte Verwaltungsfunktionen, Automatisierung sowie Deduplizierung und Komprimierung runden das Funktionsportfolio weiter ab.

Vorteile

  • Einfache Integration in Microsoft-Umgebungen, vertraute Verwaltungsoberfläche und -funktionen für Windows-Administratoren.
  • Gut nutzbar in hybriden Architekturen mit Azure
  • Kostenoptimierung durch Reduktionsfunktionen

Einschränkungen

  • In Enterprise-Umgebungen mit heterogenen Architekturen kann die Bereitstellung und Verwaltung von Hyper-V eine Herausforderung darstellen, insbesondere wenn im Unternehmen unterschiedliche Windows-Versionen und Speicherlösungen eingesetzt werden.
  • Starke Bindung ans Windows-Ökosystem
  • Trotz zahlreicher Funktionen nicht das gleiche Angebot wie VMware
  • Eingeschränkter Support von Gastsystemen wie bestimmte Linux-Distributionen

Vor allem Unternehmen mit starker Microsoft-Integration profitieren vom Einsatz von Hyper-V. Auch in Azure-Hybrid-Cloud-Szenarien oder wenn vorhandene Lizenzierungen und Tools genutzt werden sollen, lohnt sich der Einsatz. Größere Unternehmen mit komplexen Architekturen sollten jedoch genau prüfen, ob der Funktionsumfang alle Anforderungen bedienen kann.

Nutanix AHV

Nutanix AHV ist ein Bare-Metal-Hypervisor (Typ 1), der auf KVM basiert und tief in die hyperkonvergente Infrastruktur (HCI) des Herstellers integriert ist. AHV ist Teil der Nutanix Enterprise Cloud und wird über die zentrale Managementplattform Nutanix Prism gesteuert. Funktionen umfassen Live-Migration, Hochverfügbarkeit, automatisiertes Lifecycle-Management, Mikrosegmentierung, Storage- und Netzwerkmanagement, Snapshots und Cloning sowie Cloud- und Hybrid-Cloud-Funktionen.

Zu den weiteren Funktionen gehören unter anderem das Acropolis Dynamic Scheduling (ADS) für die Minimierung von I/O-Flaschenhälsen, Sicherheits-Features, Software-defined Networking, Hochverfügbarkeit und Skalierbarkeit der Architektur

Vorteile

  • Keine zusätzlichen Lizenzkosten für den Hypervisor, da AHV im Nutanix-Stack enthalten ist.
  • Zentrale Verwaltung über Nutanix Prism mit konsolidierter Steuerung für Virtualisierung, Netzwerk, Storage und Automatisierung.
  • Skalierbar und ausgelegt für hybride Umgebungen sowie für Cloud- und lokale Landschaften.

Einschränkungen

  • Außerhalb des Nutanix-Stacks ist der Nutzen stark eingeschränkt.
  • Für Legacy-Umgebungen und spezifische Anforderungen, die VMware erfüllt, wahrscheinlich nicht alle Funktionen verfügbar.
  • Weniger verbreitet als VMware, was ein kleineres Ökosystem zur Folge hat.
  • Eingeschränkte Hardware-Unterstützung.

AHV eignet sich besonders für Unternehmen, die eine hyperkonvergente Infrastruktur suchen, also eine Kombination aus Compute, Storage, Netzwerk und Virtualisierung aus einer Hand. Ideal auch für Umgebungen mit gemischten Workloads, Private Cloud oder Hybrid Cloud, Remote- und Zweigstellen, Desktop-Virtualisierung oder Cloud-native Erweiterungen

Red Hat OpenShift Virtualization

OopenShift Virtualization ist eine Funktion innerhalb von Red Hat OpenShift und basiert auf KubeVirt sowie dem KVM-Hypervisor. Mit der Lösung lassen sich virtuelle Maschinen (VM) in einer Kubernetes-Umgebung parallel zu Containern betreiben. Der Hersteller verspricht vereinfachte Migrationen und bietet dafür spezielle Migrations-Toolkits für die Virtualisierung. Zu den Funktionen gehören beispielsweise das Management von an VMs angeschlossenen Netzwerkschnittstellen-Controllern und Storage-Disks, die Nutzung von Command Line Interfaces (CLI) oder UI-Tools für das Erstellen und Verwalten von Linux- und Windows-VMs sowie Automatisierung. Zudem lässt sich die Lösung im Bereich Storage, Backup, Disaster Recovery, Netzwerk und Cloud-Implementierung durch Partnerangebote erweitern. Partner für Speicher sind zum Beispiel Dell, NetApp, IBM oder Hitachi. Backup und Recovery kann mit Tools von Rubrik, Veeam oder Cohesity optimiert werden. Wer eine Cloud-Integration umsetzen möchte, kann Red Hat OpenShift mit AWS, IBM Cloud, Microsoft Azure, Oracle Cloud oder Google Cloud nutzen.

Vorteile

Einheitliche Plattform für VMs und Container. Die Verwaltung, Orchestrierung und Lifecycle-Management erfolgt über Kubernetes, was sich für Cloud-native Strategien und Modernisierungsprojekte eignet.

Keine separaten Lizenzkosten für die Virtualisierung, wenn OpenShift bereits im Einsatz ist. Das kann eine potentielle Kosteneinsparung im Vergleich zu klassischen Hypervisoren bedeuten.

Unterstützt hybride und Multi-Cloud-Bereitstellungen, erleichtert DevOps, CI/CD, Automatisierung und Modernisierung von Anwendungen.

Einschränkungen

  • Erfordert Kubernetes- und Container-Kompetenz. Dadurch kann ein Umstieg beziehungsweise der Betrieb für traditionelle Virtualisierungs-Teams eine Herausforderung sein.
  • Die Migration bestehender VMs und deren Storage und Netzwerk in eine Container-Kubernetes-Umgebung kann komplex sein. Nicht alle traditionellen Funktionen eines klassischen Hypervisors sind zwangsläufig voll abgebildet.
  • Für sehr klassische VM-lastige, heterogene oder Legacy-Umgebungen mit vielen VMs kann der Overhead und die Komplexität überwiegend sein.

Die Lösung ist interessant für Unternehmen und Teams, die sich in Richtung Containerisierung, Microservices, DevOps oder Hybrid Cloud entwickeln, beispielsweise wenn neue Anwendungen containerbasiert entstehen, aber Legacy-Anwendungen in VMs weiterlaufen müssen. Für gemischte Umgebungen, die VMs und Container betreiben, eignet sich dieser Virtualisierungsansatz.

Citrix Hypervisor

Der Citrix Hypervisor basiert auf dem Xen Project und ist ein Bare-Metal-Hypervisor (Typ1) und bietet Unterstützung für Virtual Machines, Live-Migration, Hochverfügbarkeit , GPU-Virtualisierung, Snapshots sowie ein Management über zentrale Tools. Der Anbieter verspricht zudem eine Reduzierung der Anzahl zu verwaltender separater Disk-Images, einfache Integration in bestehende Storage- und Netzwerkinfrastrukturen sowie eine erhöhte Portabilität von VM-Images.

Für die so genannten Speicher-Repositories bietet die Lösung integrierten Support für SATA-, SCSI-, NVMe- und SAS-Laufwerke, die lokal verbunden sind, sowie für iSCSI-, NFS-, SAS-, SMB- und Fibre-Channel-Laufwerke, die remote verbunden sind. Darüber hinaus stehen Rolling Pool Upgrade für unterbrechungsfreie Aktualisierung von VM-Pools, Workload Balancing und der Hypervisor Conversion Manager für die Migration zur Verfügung.

Vorteile

  • Unterstützung für GPU-Virtualisierung und VDI/ Desktop-Virtualisierung sowie grafikintensive Workloads.
  • Live-Migration, Hochverfügbarkeit und klassische Virtualisierungsfunktionen vorhanden.
  • Kosteneffizient im Vergleich zu VMware und je nach Edition lizenzfrei bei vielen Funktionen.
  • Zentrale Verwaltung und effiziente Ressourcennutzung.

Einschränkungen

  • Höhere Kosten bei VDI-Setups und komplexere Verwaltung.
  • Leistungseinbußen durch Ressourcenteilung
  • Geringerer Funktionsumfang als VMware
  • Das Ökosystem, Integrationen und Drittanbieter-Support sind kleiner als bei VMware.
  • Für groß angelegte heterogene Serverumgebungen oder komplexe Enterprise-Szenarien mit hoher Automatisierung und umfangreichen Tools kann Citrix Hypervisor weniger attraktiv sein.

Vor allem dort, wo VDI, grafik- oder GPU-intensive Anwendungen laufen eignet sich der Citrix Hypervisor, also für Desktop-Virtualisierung, virtuelle Workstations, Engineering/Design-Umgebungen oder Mixed-VDI/Server-Umgebungen. Ebenso kann die Lösung für Unternehmen interessant sein, die eine lizenzkostenfreie oder kostengünstige Alternative zu VMware suchen.

Wie Unternehmen die passende VMware-Alternative finden

Die Auswahl der richtigen VMware-Alternative hängt stark davon ab, welche strategischen und technischen Prioritäten ein Unternehmen verfolgt. Wer in erster Linie Kosten senken und mehr Flexibilität gewinnen möchte, findet mit Proxmox VE eine leistungsfähige, offene und vergleichsweise einfach zu betreibende Virtualisierungsplattform – besonders dann, wenn bereits Linux-Know-how vorhanden ist. Unternehmen, deren Infrastruktur ohnehin stark auf Windows Server, Active Directory oder Azure ausgerichtet ist, profitieren dagegen von Hyper-V, da sich die Lösung nahtlos in bestehende Microsoft-Ökosysteme integriert und wenig Schulungsaufwand erfordert.

Für Organisationen, die neben der Virtualisierung auch einen konsolidierten, skalierbaren Infrastruktur-Stack benötigen, kann Nutanix AHV eine attraktive Option sein. Die hyperkonvergente Nutanix-Plattform verbindet Compute, Storage, Netzwerk und Management und richtet sich besonders an mittelgroße bis große IT-Umgebungen, die private oder hybride Cloud-Modelle bevorzugen. Wenn hingegen eine Modernisierung in Richtung Containerisierung, DevOps oder Cloud-native Anwendungsmuster geplant ist, eröffnet Red Hat OpenShift Virtualization neue Möglichkeiten: Die Lösung vereint klassische VM-Workloads und Container auf einer gemeinsamen Kubernetes-basierten Plattform.

Citrix Hypervisor wiederum ist vor allem in Szenarien interessant, in denen VDI, grafikintensive Workloads oder GPU-Virtualisierung eine zentrale Rolle spielen. Für Architektur-, Design- oder Engineering-Umgebungen kann dies eine kosteneffiziente Alternative zu VMware darstellen. Letztlich sollten Unternehmen vor allem die eigenen Workloads, das vorhandene Fachwissen, den Integrationsbedarf und die langfristige IT-Strategie bewerten, um die passende Plattform zu finden. Jeder der genannten Hypervisoren bietet Stärken, die – abhängig vom Anwendungsfall – ein sinnvoller Ersatz oder eine strategische Ergänzung zur bestehenden VMware-Infrastruktur sein können.

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