Definition

Desktop-Virtualisierung

Mitarbeiter: Colin Steele und Jack Madden

Der Begriff Desktop-Virtualisierung bezeichnet das Konzept, die logische Instanz eines Betriebssystems vom Client zu isolieren, der darauf zugreift. Es gibt mehrere Konzepte zur Umsetzung der Desktop-Virtualisierung, die in zwei Kategorien eingeteilt werden können - je nachdem, ob die Instanz des Betriebssystems lokal oder remote ausgeführt wird.

Wichtig für das Verständnis des Konzepts ist außerdem der Hinweis, dass nicht alle Formen der Desktop-Virtualisierung die Nutzung von virtuellen Maschinen (VMs) einbeziehen.

Arten der Desktop-Virtualisierung

Host-basierte Formen der Desktop-Virtualisierung verlangen, dass die Interaktion der Anwender mit ihren virtuellen Desktops per Remote Display Protocol (RDP) über das Netzwerk erfolgt. Da die Verarbeitung in einem Rechenzentrum stattfindet, können die Client-Geräte herkömmliche PCs sein. Möglich sind aber ebenso Thin Clients, Zero Clients, Smartphones oder Tablets. Beispiele für die Host-basierte Desktop­-Virtualisierung sind:

Host-basierte virtuelle Maschinen: Jeder Anwender verbindet sich mit einer dedizierten VM, die in einem Rechenzentrum gehostet wird. Dabei kann der Anwender sich konzeptionell jeweils mit derselben VM verbinden, womit eine Personalisierung erfolgt (auch bekannt als persistenter Desktop), oder der Anwender erhält bei jeder Anmeldung eine neue virtuelle Maschine (bekannt als nicht-persistenter Desktop).

Shared Hosted: Anwender verbinden sich mit einem gemeinsam genutzten Desktop, der auf einem Server läuft. Die Microsoft Remote Desktop Services (ehemals Terminal Services) verwenden diesen Client-Server-Ansatz. Anwender können konzeptionell ebenso die Verbindung zu einzelnen Anwendungen auf dem Server aufnehmen, diese Technologie ist ein Beispiel für die Anwendungsvirtualisierung.

Host-basierte physische Maschinen: Das Betriebssystem läuft direkt auf der physischen Hardware eines anderen Gerätes.

VDI versus RDSH
Abbildung 1: VDI liefert vollständige Desktop-Betriebssysteme für Endgeräte, während Remote Desktop Session Host den Benutzern den Zugriff auf freigegebene Anwendungen und Desktops ermöglicht.

Die Virtualisierung von Clients setzt die Bearbeitung auf lokaler Hardware voraus. Deshalb ist die Nutzung von Thin Clients, Zero Clients und Mobilgeräten nicht möglich. Diese Arten der Desktop-Virtualisierung sind:

Streaming von Betriebssystemen: Das Betriebssystem läuft auf lokaler Hardware, bootet aber von einem Remote-Laufwerk im Netzwerk. Dieses Vorgehen ist hilfreich bei einer Gruppe von Desktops, die dasselbe Image verwenden sollen. Betriebssystem Image Streaming, auch bekannt als Remote Desktop-Virtualisierung, bedarf einer dauerhaften Netzwerkverbindung.

Client-basierte virtuelle Maschinen: Eine VM läuft auf einem voll ausgestatteten PC mit installiertem Hypervisor. Client-basierte virtuelle Maschinen können über regelmäßige Synchronisierung mit dem Disk Image auf einem Server verwaltet werden, es bedarf für ihre Funktionalität jedoch keiner konstanten Netzwerkverbindung.

Desktop-Virtualisierung versus VDI

Die Begriffe Desktop-Virtualisierung und virtuelle Desktop-Infrastruktur (VDI) werden oft synonym verwendet, unterscheiden sich aber. Zwar ist VDI eine Art der Desktop-Virtualisierung, aber nicht alle Desktop-Virtualisierungen nutzen VDI.

VDI bezieht sich auf die Nutzung Host-basierter VMs zur Auslieferung virtueller Desktops. Dieses Vorgehen setzte sich bereits 2006 als Alternative zu Terminal Services und dem Client-Server-Ansatz von Citrix zur Desktop-Virtualisierung durch. Andere Arten der Desktop-Virtualisierung sind hingegen keine Beispiele für VDI, etwa Shared Hosted Model, Host-basierte physische Maschinen und sämtliche Arten der Client-Virtualisierung.

Marktführer für virtuelle Desktops

Mit der Zunahme von Infrastrukturen für virtuelle Desktops schloss VMware, von denen der Begriff stammt, mit Citrix und Microsoft zur Gruppe der Marktführer auf. Weitere Anbieter von Desktop-Virtualisierung konzentrieren sich vor allem auf den Bereich der Client-Virtualisierung und der Remote Desktop-Virtualisierung.

Darüber werben viele Fremdhersteller in den Bereichen Verwaltung, Sicherheit und Usability virtueller Desktops für ihre Produkte. Diese Angebote reichen von Überwachung und Anwendungsverwaltung über die Verwaltung von Benutzerumgebungen bis hin zur Bandbreitenoptimierung.

Diese Definition wurde zuletzt im Dezember 2019 aktualisiert

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