Definition

App-Virtualisierung (Anwendungs-Virtualisierung)

Unter App-Virtualisierung oder Anwendungs-Virtualisierung versteht man die Trennung der Installation einer Anwendung vom Client-Computer, der auf sie zugreift. Damit ist die Nutzung der Anwendung ohne Installation auf dem Client-System möglich. Die Anwendungs-Virtualisierung kann auf zwei Arten erfolgen: remote und per Streaming.

Remote-Anwendungen laufen auf einem Server. Endbenutzer sehen und interagieren mit ihren Anwendungen über ein Netzwerk per Remote-Display-Protokoll. Die Remote-Anwendungen lassen sich mithilfe von sogenannten nahtlosen Fenstern ("seamless") vollständig in den Desktop des Users integrieren. Dadurch sehen sie genauso aus wie lokale Anwendungen und verhalten sich auch so. Die Server-basierten Instanzen des Betriebssystems, die Remote-Anwendungen ausführen, können mit anderen Nutzern geteilt werden (Terminaldienste-Desktop). Alternativ kann die Anwendung auf ihrer eigenen Betriebssysteminstanz auf dem Server laufen (VDI-Desktop). Damit eine Remote-Anwendung funktioniert, muss eine permanente Netzwerkverbindung bestehen.

Bei Streaming-Anwendungen wird die virtualisierte Anwendung auf dem lokalen Rechner des Benutzers ausgeführt. Wird eine Anwendung angefordert, werden bei Bedarf Komponenten auf den lokalen Computer heruntergeladen. Für den Start reichen bestimmte Teile einer Anwendung. Der Rest kann gegebenenfalls im Hintergrund heruntergeladen werden. Nach dem kompletten Download kann eine gestreamte Anwendung ohne Netzwerkverbindung auskommen. Verschiedene Isolierungsmodelle und -stufen stellen sicher, dass gestreamte Anwendungen keine Konflikte mit anderen Anwendungen verursachen und sich beim Beenden wieder sauber entfernen lassen.

Beide Formen der Anwendungs-Virtualisierung ziehen Vorteile aus der zentralisierten Verwaltung. So lassen sich Anwendungen in einem Rutsch für die gesamte Umgebung installieren, patchen und aktualisieren, anstatt dies für jeden Computer einzeln vorzunehmen. Auch die Lizenzverwaltung wird vielfach erleichtert, wenn nicht die User die Anwendungen selbst installieren dürfen, sondern die IT-Abteilung sie bereitstellt.

Bekannte Technologien und Anbieter zur App-Virtualisierung sind zum Beispiel VMware Horizon, Microsoft App-V und Citrix XenApp. Sowohl bei der Desktop- als auch bei der App-Virtualisierung spielen verschiedene Protokolle (zum Beispiel HDX, RemoteFX, PCoIP und RDS)  und virtuelle GPUs eine große Rolle.

Diese Definition wurde zuletzt im September 2014 aktualisiert

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