Definition

Remotedesktopservices (Remote Desktop Services, RDS)

Remotedesktopservices (Remote Desktop Services, RDS) ist ein Oberbegriff für Funktionen von Microsoft Windows Server, mit denen Benutzer aus der Ferne auf Windows-Desktops und -Anwendungen zugreifen.

Benutzer können über Microsofts Remote Desktop Protocol (RDP) von verschiedenen Arten von Client-Anwendungen und -Geräten aus auf Desktops und Anwendungen zugreifen. Dafür muss auf den Clienten kein Windows lauten, sondern nur die Remote App.

Komponenten der Remotedesktopservices

Die IT kann Remotedesktopservices mit mehreren Instanzen von Windows Server implementieren, die verschiedene Rollen ausführen.

Die primäre Workload-Rolle, die Windows Desktops und -Anwendungen hostet, ist der Remotedesktop-Sitzungshost (RDSH). RDSH bietet sitzungsbasierte Freigabefunktionen, die es mehreren Benutzern ermöglichen, gleichzeitig auf Desktops und Anwendungen auf einer einzigen Instanz von Windows Server zuzugreifen.

Zu den in Windows Server implementierten Infrastrukturrollen für Remotedesktopservices gehören RD-Verbindungsbroker, RD-Gateway, RD-Lizenzierungsserver und RD-Webzugriff.

Microsoft stellt Remotedesktop-Clients für Microsoft Windows, Apple macOS, Apple iOS, Google Android und HTML5-fähige Browser bereit.

Aufbau einer Infrastruktur mit RDS
Abbildung 1: Microsoft Remote Desktop Services verbindet einen Client mit Desktops im Rechenzentrum.

Entwicklung der Remotedesktopservices

Konkurrenzprodukte wie Citrix Virtual Apps und VMware Horizon Apps verwenden die RDSH-Serverrolle. Andere Produkte stellen ihre eigenen Broker, Anzeigeprotokolle, Clients und Verwaltungsinfrastruktur bereit.

Remotedesktopservices unterstützen virtualisierte Grafikprozessoren (Graphics Processing Unit, GPUs), um grafikintensive Anwendungen zu ermöglichen.

Die IT kann Remotedesktopservices lokal, in Public Clouds zusätzlich zu Infrastructure as a Service (IaaS) oder in Hybrid-Bereitstellungen installieren.

Moderne Remote-Desktop-Infrastruktur

Im Jahr 2017 kündigte Microsoft eine Vorschau auf neue Azure-basierte Infrastrukturoptionen für Remote Desktop Services unter Remote Desktop Modern Infrastructure (RDMI) an. Das Unternehmen stellt Infrastrukturrollen für RD-Verbindungsbroker, RD-Web und RD-Gateway als Azure-Web-App-Dienste anstelle einzelner Server bereit. RDMI verwendet Microsoft Azure Active Directory (Azure AD) für die Authentifizierung, und Workloads – wie RDSH-Server – müssen in Azure ausgeführt werden. RDMI ist eine einfachere Möglichkeit, mehrinstanzenfähige RDS-Bereitstellungen zu ermöglichen.

Anschließend, im Jahr 2018, kündigte Microsoft an, RDMI für ein neues Cloud-basiertes Desktop- und Anwendungsangebot namens Windows Virtual Desktop (WVD) – inzwischen bekannt als Azure Virtual Desktop – zu verwenden. Die WVD-Steuerungsebene ist für Microsoft 365 E3-, E5- und F1-Kunden sowie für Windows E3- und E5-Kunden kostenlos. Kunden zahlen für Azure-Hosting für Workloads, die RDSH-Server, Virtual Desktop Infrastructure (VDI)-Desktops basierend auf Windows 10 oder eine neue Option basierend auf einer Mehrbenutzerversion von Windows 10 umfassen können.

Remotedesktopservices auf Windows Server 2019 und 2022

Remotedesktopservices sind in Windows Server 2019 verfügbar und auch in Windows Server 2022, einige Funktionen sind jedoch eingeschränkt. Windows Server Desktop Experience und RDSH enthalten keine neueren Funktionen wie Microsoft Cortana, den Microsoft Store und die Xbox-App und -Dienste. Darüber hinaus wird RDSH 2019 Office 365 Pro Plus nicht unterstützen und stattdessen nur Office 2019 unbefristet verwenden.

Diese Definition wurde zuletzt im November 2021 aktualisiert

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