Definition

Desktop as a Service (DaaS)

Desktop as a Service (DaaS) ist ein Cloud-Computing-Angebot, bei dem eine Drittpartei das Back-End einer virtuellen Desktop-Infrastruktur (VDI) hostet.

Fortsetzung des Inhalts unten

Bei DaaS werden Desktop-Betriebssysteme in virtuellen Maschinen (VM) auf Servern im Rechenzentrum eines Cloud-Anbieters ausgeführt. Die gesamte erforderliche Support-Infrastruktur, einschließlich Speicher- und Netzwerkressourcen, befindet sich ebenfalls in der Cloud. Wie bei einer VDI vor Ort streamt ein DaaS-Anbieter virtuelle Desktops über ein Netzwerk zu den Endgeräten eines Kunden, wo Endbenutzer über eine Client-Software oder einen Webbrowser darauf zugreifen können.

Wie funktioniert Desktop as a Service?

Die DaaS-Architektur ist mandantenfähig, und Unternehmen erwerben den Service in einem Abonnementmodell – in der Regel basierend auf der Anzahl der pro Monat genutzten virtuellen Desktop-Instanzen.

Beim Desktop-as-a-Service-Bereitstellungsmodell verwaltet der Cloud-Anbieter im Backend Datenspeicher, Backup, Sicherheit und Upgrades. Während der Anbieter die gesamten Kosten für die Backend-Infrastruktur und die Wartung übernimmt, verwalten die Kunden in der Regel ihre eigenen Images, Anwendungen und deren Sicherheit. Es gibt jedoch auch Anbieter, bei denen diese Desktop-Management-Dienste Teil des Abonnements sind.

In der Regel werden die persönlichen Daten des Endbenutzers beim An- und Abmelden auf und von seinem virtuellen Desktop kopiert, und der Zugriff auf den Desktop ist geräte-, standort- und netzwerkunabhängig.

VDI versus DaaS

Desktop as a Service bietet alle Vorteile einer virtuellen Desktop-Infrastruktur, einschließlich Support für Remote-Mitarbeiter, verbesserte Sicherheit und einfachere Desktop-Verwaltung.

Darüber hinaus soll DaaS zusätzliche Kostenvorteile bieten. Die Implementierung von VDI On-Premises erfordert eine erhebliche Vorabinvestition in die Rechen-, Speicher- und Netzwerkinfrastruktur. Konvergente und Hyperkonvergente Infrastruktur (Hyper-Converged Infrastructure, HCI), die auf das Hosten von VDI spezialisiert ist hat in letzter Zeit die Kosten für die Hardware etwas senken können.

Bei DaaS entfallen hingegen diese Vorabkosten. Kunden zahlen nur für die virtuellen Desktops, die sie monatlich nutzen. Im Laufe der Zeit können sich diese Abonnementkosten jedoch summieren und letztendlich höher sein als die Kapitalkosten für die Bereitstellung von VDI On-Premises.

Je nach DaaS-Anbieter können außerdem die Verwaltungsoptionen weniger genau und weitreichend sein, als in der selbst gehosteten VDI.

Anwendungsfälle für Desktop as a Service

Es gibt eine Reihe potenzieller Anwendungsfälle für Desktop as a Service. So sind sie besonders attraktiv für Unternehmen, für die Datensicherheit eine große Rolle spielt. Bei richtiger Konfiguration kann DaaS viele der mit physischen Geräten verbundenen Sicherheitsrisiken mindern, zum Beispiel solche, die aus der Verwendung von Wechselmedien entstehen.

Desktop as a Service ist außerdem eine wichtige Stützte für die Business-Continuity-Strategie. Desktop as a Service ermöglicht es Mitarbeitern, aus der Ferne und von einem Gerät ihrer Wahl auf vollständig bereitgestellte Desktop-Umgebungen im Unternehmen zuzugreifen. Das bedeutet, dass die Benutzer ihre Arbeit ungehindert weiterführen können, auch wenn sie nicht ins Büro gehen können. Da die virtuellen Desktops in der Cloud gehostet werden und von überall her zugänglich sind, ist es denkbar, dass sie es den Benutzern ermöglichen, nach fast jeder Katastrophe weiter zu arbeiten, solange es ihnen gut geht und sie Strom und eine Internetverbindung zur Verfügung haben.

Vor- und Nachteile von Desktop as a Service

Der bedeutendste Vorteil von DaaS und ähnlichen Desktop-Virtualisierungstechnologien besteht darin, dass virtuelle Desktops von überall her zugänglich sind. Das bedeutet, dass Organisationen, die DaaS abonnieren, den Mitarbeitern an entfernten Standorten ihre gewohnte Nutzungserfahrung ermöglichen können.

Ein weiterer potenzieller Vorteil von DaaS besteht darin, dass Anbieter von Cloud-Diensten es vergleichsweise einfach machen, virtuelle Desktops zu skalieren. Da die virtuellen Desktops auf einer Cloud-Infrastruktur gehostet werden, müssen sich Unternehmen nicht um die Anschaffung und Bereitstellung zusätzlicher physischer Hardware kümmern, die bei der Skalierung von VDI On-Premises erforderlich ist.

Genauso wie Cloud-Anbieter eine einfache Skalierung nach oben ermöglichen, ist auch die Skalierung nach unten in der Regel problemlos möglich. In einigen Branchen werden zum Beispiel zu Stoßzeiten zusätzliche Arbeiter eingestellt, denen ein Unternehmen mit DaaS problemlos Cloud-basierte virtuelle Desktops zur Verfügung stellen kann. Sobald die Saison vorbei ist, kann das Unternehmen diese virtuellen Desktops ebenso einfach wieder aus dem Verkehr ziehen, so dass diese keine weiteren Kosten verursachen.

Ein weiterer Vorteil von Desktop as a Service besteht darin, dass die Benutzer mit einem Gerät ihrer Wahl arbeiten können. Ein Benutzer kann sich dafür entscheiden, von einem PC, einem Mac oder einem mobilen Gerät aus zu arbeiten, sofern es über die erforderliche Bildschirmauflösung und Client-Software verfügt. Die Desktop-Umgebung des Benutzers ist unabhängig vom verwendeten Endgerät immer identisch.

Desktop as a Service kann Software-Lizenzkosten reduzieren. Dies gilt insbesondere für Benutzer, die von mehreren Geräten aus arbeiten. In diesen Fällen kann eine Organisation eine Anwendung auf einem einzigen virtuellen Desktop installieren und dabei eine einzige Lizenz verbrauchen, anstatt die Anwendung auf jedem einzelnen Gerät des Benutzers zu installieren, was mehrere Lizenzen erfordern würde.

Desktop as a Service kann jedoch die Lizenzkosten für das Betriebssystem potenziell erhöhen. Dies geschieht in der Regel, wenn Benutzer von firmeneigenen Desktops oder Laptops aus auf virtuelle Desktops zugreifen. In einer solchen Situation würde das physische Gerät eines Benutzers ein Betriebssystem und der virtuelle Desktop eine zweite Betriebssystemlizenz erfordern. Die meisten Anbieter von Cloud-Diensten bündeln jedoch die Kosten für die Betriebssystemlizenz mit den Kosten für den virtuellen Desktop.

Der größte Nachteil von DaaS ist, dass die virtuellen Desktops nur über das Internet zugänglich ist, da sie in der Cloud gehostet werden. Sollte der Mitarbeiter oder das Unternehmen aus irgendeinem Grund vom Internet getrennt werden, oder es kommt zu einem Ausfall beim Cloud-Anbieter, haben die Mitarbeiter keinen Zugang mehr zu den Desktops. In ähnlicher Weise kann eine schlechte Internetverbindung beim Benutzer dessen Produktivität stark einschränken.

Wichtige DaaS-Anbieter

Es gibt zahlreiche Anbieter, die Desktop als Service anbieten. Zwei der bekanntesten DaaS-Anbieter sind Citrix Managed Desktops und VMware Horizon Cloud.

Amazon beginnt jedoch, sich mit Amazon Web Services (AWS) Workspaces ebenfalls als wichtiger DaaS-Anbieter zu etablieren, ebenso wie Microsoft mit Windows Virtual Desktop.

Diese Definition wurde zuletzt im Oktober 2020 aktualisiert

Erfahren Sie mehr über Data-Center-Infrastruktur

ComputerWeekly.de
Close