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Extreme Umweltgefahren und ihre Auswirkungen auf IT und Daten
Mit häufiger auftretenden Unwettern, müssen Sie die Risiken für Daten innerhalb und außer-halb Ihrer Standorte verstehen und Schritte ergreifen, um Ausfälle und Verluste zu verhindern.
Jede Organisation ist potenziellen Bedrohungen ausgesetzt, wobei Natur- und Umweltereignisse zu den bedeutendsten zählen.
Extreme Wetterereignisse treten weltweit auf, unterscheiden sich jedoch je nach Region in Art, Häufigkeit und Intensität. Solche Ereignisse können Daten sowie die davon abhängigen Systeme beeinträchtigen. Da Organisationen Daten sowohl vor Ort (On-Premises) als auch in entfernten Rechenzentren beziehungsweise bei Cloud Providern speichern, ist es entscheidend, regionale Wettermuster und die damit verbundenen Risiken zu verstehen – sowohl für lokale Daten als auch für extern gespeicherte Informationen.
Vorbereitungen auf extremes Wetter müssen lange vor dem eigentlichen Ereignis beginnen. Dazu gehören regelmäßige Risikoanalysen, um Bedrohungen und Schwachstellen zu identifizieren.
Organisationen in Regionen mit häufigen schweren Wetterereignissen müssen besonders sorgfältig planen, vor allem im Hinblick auf Backup- und Wiederherstellungsstrategien. IT-Verantwortliche sollten regelmäßige Tests durchführen und sicherstellen, dass ausreichende und sichere Backup-Lösungen vorhanden sind, um die Auswirkungen eines Wetterereignisses zu begrenzen.
Schwere Wetterereignisse und ihre regionalen Schwerpunkte
Verschiedene extreme Gefahren treten meist regional begrenzt auf. Einige entstehen überwiegend über großen Gewässern wie Ozeanen, andere eher über Land, und manche können nahezu überall auftreten. Zu den häufigsten Ereignissen gehören:
- Hurrikane, Zyklone und Taifune
- Monsune
- Erdbeben
- Tornados und schwere Stürme
- Waldbrände und extreme Hitze
- Schwere Winterwetterereignisse
- Sonnenflares, geomagnetische Stürme und koronale Massenauswürfe
Hurrikane, Zyklone und Taifune
Diese schweren Stürme sind durch sehr hohe Windgeschwindigkeiten, starken Regen, Sturmfluten und Überschwemmungen gekennzeichnet. Sie treten häufig in der Nähe großer Gewässer auf, insbesondere im Atlantik, Pazifik und Indischen Ozean.
Hurrikane entstehen typischerweise im Nordatlantik und im östlichen Pazifik. Die Hurrikansaison variiert je nach Region: Im Atlantik dauert sie von Juni bis November, im Pazifik von Mai bis November.
Zyklone treten im Indischen Ozean auf, wobei sich die Saisons der nördlichen und südlichen Becken unterscheiden. Im Nordindischen Ozean dauert die Saison meist von April bis Dezember, im südwestlichen Indischen Ozean von November bis Mai. Taifune im westlichen Pazifik können ganzjährig auftreten, mit der höchsten Aktivität zwischen Juli und Dezember.
Diese Stürme können kritische Infrastrukturen wie Strom-, Wasser- und Kommunikationssysteme beschädigen und dadurch IT-Systeme und Daten gefährden, sofern diese nicht ausreichend geschützt sind.
Monsune
Ein Monsun ist eine saisonale Windverlagerung, die in tropischen und subtropischen Regionen aufgrund unterschiedlicher Erwärmung von Land und Meer feuchte oder trockene Bedingungen erzeugt.
Im Gegensatz zu Hurrikanen, Zyklonen und Taifunen, die innerhalb bestimmter Monate auftreten, folgen Monsune einem Sommer-/Winter-Zyklus. Die Sommer sind häufig niederschlagsreich, die Winter eher trocken. Die Regenzeit kann jedoch Daten und Systeme ähnlich stark beeinträchtigen wie Hurrikane. Hauptgefahren sind starke Winde und heftige Regenfälle, die Schäden an Daten und kritischen Systemen verursachen können.
Erdbeben
Erdbeben entstehen durch plötzliche Verschiebungen der tektonischen Erdplatten entlang von Verwerfungen. Die meisten sind so schwach, dass sie kaum wahrgenommen werden, doch starke Erdbeben können ganze Städte und Regionen erschüttern.
Erdbeben können weltweit auftreten, konzentrieren sich jedoch auf bestimmte Zonen mit großen Störungssystemen. Der sogenannte Pazifische Feuerring ist die aktivste seismische und vulkanische Zone der Erde. Die San-Andreas-Verwerfung in Kalifornien beispielsweise zählt zu den aktivsten Verwerfungen der Welt.
Starke Erdbeben und ihre Nachbeben können erhebliche Schäden an kritischer Infrastruktur verursachen, darunter Stromnetze, Kommunikations- und Verkehrsnetze sowie Büro- und Wohngebäude. Zusätzlich können Tsunamis schwere Überschwemmungen auslösen und die Infrastruktur weiter beschädigen. Daten und Systeme in betroffenen Gebäuden gehen dabei häufig verloren oder werden stark beschädigt.
Tornados und schwere Stürme
Tornados treten am häufigsten im Zentrum der USA auf, können jedoch bei geeigneten Bedingungen auch in anderen Regionen entstehen. Schwere Gewitter sind oft Auslöser von Tornados. In den zentralen USA dauert die Tornadosaison in der Regel von März bis August.
Die Schäden durch Tornados können verheerend sein. Sie können kritische Infrastruktur, IT-Systeme und Daten zerstören, indem sie Bürogebäude und Wohngebiete dem Erdboden gleichmachen. Begleitende schwere Gewitter verursachen zusätzlich Schäden durch Blitzeinschläge, starke Winde, Hagel und heftige Regenfälle.
Auch Deutschland beziehungsweise Europa ist nicht vor solchen Wetterphänomenen gefeit.
Waldbrände und extreme Hitze
In den letzten Jahren haben Waldbrände weltweit stark zugenommen. Sie können zwar ganzjährig auftreten, erreichen jedoch meist während der heißesten und trockensten Jahreszeiten ihren Höhepunkt. Entsprechend sind diese Klimazonen besonders gefährdet.
Großflächige Waldbrände können Land, kritische Infrastruktur, Gebäude und Wohnhäuser zerstören. Rauch beeinträchtigt die Luftqualität und kann elektronische Geräte schädigen. Extreme Hitze bringt zudem die Kühlsysteme von Rechenzentren an ihre Belastungsgrenzen.
Schwere Winterwetterereignisse
Fast alle Regionen der Welt sind besonders von extremem Winterwetter betroffen, darunter Frost, Schneestürme und Eisregen.
Blizzards und Eisstürme gehen mit starken Winden und starkem Schneefall einher, die kritische Infrastruktur, IT-Systeme und Daten beschädigen können. Schneeansammlungen erschweren zudem den Zugang zu und die Reparatur beschädigter Systeme oder können zum Einstürzen von Dächern führen. Frost kann Kühlsysteme in Rechenzentren beschädigen, den Kühlmittelkreislauf stören und Rohrleitungen zum Bersten bringen.
Sonnenflares, Sonnenstürme und koronale Massenauswürfe
Bei Sonnenflares, Sonnenstürmen und koronalen Massenauswürfen schleudert die Sonne elektromagnetische Strahlung in Richtung Erde. Ist die freigesetzte Energie stark genug, kann dies schwerwiegende Auswirkungen haben, darunter:
- Störungen klimatischer Muster
- Schäden an kritischer Infrastruktur wie Stromversorgung, Kommunikation und Internet
- Beeinträchtigungen elektronischer Systeme, einschließlich Computern, Fahrzeugen, Flugzeugen, Schiffen und Satelliten
Die Auswirkungen solcher solaren Ereignisse sind nicht auf eine bestimmte Region beschränkt; sowohl die nördliche als auch die südliche Hemisphäre sind betroffen.
Sicherheitsrisiken nach einem Wetterereignis
Nach einem schweren Wetterereignis muss die IT-Leitung sicherstellen, dass die Wiederherstellung von Systemen und Daten so schnell wie möglich erfolgt, um Geschäftsunterbrechungen zu minimieren. Die Geschwindigkeit der Wiederherstellung hängt von Art und Schwere des Ereignisses ab.
In manchen Fällen kann die Absicherung von Websites, Rechenzentren und Netzwerkinfrastrukturen länger dauern als erwartet. Dazu zählen Arbeitsstationen, spezialisierte Systeme und andere geschäftskritische Ressourcen. In solchen Situationen ist es besonders wichtig, Datennetze und deren Perimeter vor Cyberangriffen zu schützen, die während der allgemeinen Krisensituation auftreten können.
Der Zugriff auf Cloud-Ressourcen, die zentrale Infrastrukturelemente sichern, kann Organisationen vor Ransomware-, DDoS- oder anderen bösartigen Angriffen schützen. Diese Ressourcen sollten so früh wie möglich aktiviert werden, um das Risiko von Cyberangriffen zu reduzieren.
Schutz der Datenintegrität nach einem Wetterereignis
Der Schutz der Datenintegrität ist ebenfalls von zentraler Bedeutung. Blitzeinschläge können Systeme und Daten beschädigen. Gebäude ohne ausreichenden Blitzschutz setzen On-Premises-Systeme dem Risiko von Überspannungen aus. Rechenzentren und ihre Systeme müssen ordnungsgemäß geerdet sein. Blitzableiter sollten installiert und Stromschutzgeräte wie Überspannungsschutz und Netzfilter eingesetzt werden. Stromverteilungseinheiten sollten so ausgelegt sein, dass sie Spannungsspitzen abfangen und Server, Speichersysteme sowie Netzwerkgeräte schützen.
Zusätzlich sollte die Datenintegrität durch regelmäßige Backups kritischer Daten und Systeme an einem alternativen Standort – etwa in der Cloud oder in einem Backup-Rechenzentrum – gesichert werden. Dabei ist sicherzustellen, dass die definierten Wiederherstellungspunktziele (Recovery Point Objectives, RPOs) für geschäftskritische Daten eingehalten werden.
Regionale Risikoschwerpunkte in Europa
In Europa unterscheiden sich Naturgefahren deutlich von anderen Weltregionen. Während tropische Wirbelstürme keine Rolle spielen, sind andere Umwelt- und Wetterereignisse für Organisationen besonders relevant:
Starkregen und Hochwasser
Flusshochwasser (zum Beispiel an Rhein, Elbe, Donau) sowie plötzliche Starkregenereignisse stellen ein erhebliches Risiko dar. Überflutete Kellerräume, Trafostationen oder Rechenzentrumsstandorte können zu längeren IT-Ausfällen führen.
Stürme und Orkane
Winterstürme und Orkane (beispielsweise „Kyrill“oder „Sabine“) verursachen regelmäßig Stromausfälle, Schäden an Kommunikationsnetzen und Einschränkungen bei der Erreichbarkeit von Standorten.
Hitzewellen und Dürreperioden
Zunehmende Sommerhitze belastet die Kühlung von Rechenzentren, insbesondere bei älteren Gebäuden oder On-Premises-Infrastrukturen. Gleichzeitig steigt das Risiko von Waldbränden auch in Mitteleuropa.
Schneelast und Glatteis
Starke Schneefälle können Dächer, Antennenanlagen und Stromleitungen beschädigen sowie die Wartung und Notfallversorgung erschweren.
Moderate seismische Risiken
Zwar ist Deutschland kein Hochrisikogebiet für Erdbeben, jedoch bestehen lokale Gefährdungen, etwa im Oberrheingraben oder in der Kölner Bucht, die bei der Standortwahl berücksichtigt werden sollten.
Generell müssen Unternehmen aber auch die anderen Wetterrisiken berücksichtigen, wenn Sie auf Cloud Provider verrtauen, die Rechenzentren weltweit betreiben und eventuell in Risikogebieten angesiedelt sind.
Auf einen Blick: Natur- und Wetterrisiken für IT und Daten
Extreme Wetter- und Umweltereignisse können IT-Systeme, Daten und kritische Infrastrukturen erheblich beeinträchtigen. Regionale Risiken, frühzeitige Risikoanalysen sowie getestete Backup- und Wiederherstellungsstrategien sind entscheidend, um Ausfallzeiten, Datenverluste und Sicherheitsvorfälle zu minimieren.