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Microsoft Teams vs. Google Workspace: Was passt besser?
Unternehmen sollten ihre Anforderungen sorgfältig abwägen, bevor sie sich eine passende Collaboration-Plattform entscheiden. Microsoft Teams und Google Workspace im Vergleich.
Microsoft Teams und Google Workspace bieten beide eine Reihe integrierter Funktionen für Kommunikation und Zusammenarbeit. Obwohl sie viele Gemeinsamkeiten aufweisen, gibt es doch deutliche Unterschiede, die IT-Verantwortliche bei der Auswahl der richtigen Plattform für ihr Unternehmen berücksichtigen sollten. Sehen wir uns Microsoft Teams und Google Workspace einmal genauer an.
Microsoft Teams
Microsoft Teams ist in der Regel Teil eines Microsoft-365-Abonnements und bietet Team-Chat-Funktionen mit Unterstützung für Einzelgespräche und kanalbasierte Unterhaltungen. Teams ermöglicht auch Videokonferenzen. Mit zusätzlichen Lizenzen können Kunden weitere Funktionen hinzufügen, darunter KI-basierte Zusammenfassungen von Besprechungen und Chats, erweiterte Anrufwarteschlangen, interaktive Sprachantwort und -analyse, Sicherheitsfunktionen sowie Unterstützung für raumbasierte Videokonferenzsysteme.
Google Workspace
Google Workspace bietet wie Microsoft 365 eine integrierte Suite von Funktionen, darunter E-Mail, Kalender und Office-Produktivitätsfunktionen zum Beispiel für die Dokumentenerstellung, das Erstellen von Präsentationen, das Anfertigen von Tabellenkalkulationen und die Dateiverwaltung. Workspace bietet außerdem integrierte Chat- und Meeting-Funktionen, Zusatzlizenzen zur Unterstützung von raumbasierten Videokonferenzsystemen sowie erweiterte Sicherheitsfunktionen.
Einführung von Collaboration-Plattformen
Microsoft hat nach wie vor den größten Marktanteil im Bereich der Office-Produktivitätslösungen. Laut der jährlichen Studie Workplace Collaboration MetriCast von Metrigy, für die fast 800 Unternehmen befragt wurden, nutzen mehr als 58 Prozent 365/Teams, während nur 29 Prozent Google verwenden. Auch bei bestimmten Collaboration-Funktionen zum Beispiel für Telefonie, Meetings und Messaging hat Microsoft die Nase vorn.
Microsoft Teams vs. Google Workspace: Die wichtigsten Unterschiede
Der Hauptunterschied zwischen Teams und Workspace besteht darin, wie sie generative KI und KI-Assistenten (oder Copiloten) bündeln. Teams-Kunden müssen zusätzliche Lizenzen erwerben, um auf KI-Funktionen zugreifen zu können. Dazu gehören Microsoft 365 Copilot und Microsoft Teams Premium. Ersteres erweitert die KI-Funktionen von Microsoft auf alle Microsoft 365-Anwendungen, zum Beispiel Office, Outlook und Kalender.
Google stellt seine Gemini-KI-Plattform dagegen in allen Business-Tarifen zur Verfügung. Der Starter-Tarif beschränkt den Zugriff der Nutzer allerdings auf die Gemini-App und Gemini innerhalb von Gmail. Das KI-Paket von Google umfasst Tools zur Erstellung von Inhalten für Text, Video und Präsentationen sowie NotebookLM. Mit diesem können Nutzer Ressourcen in einem Arbeitsbereich zusammenstellen, den sie dann abfragen oder aus dem sie Inhalte erstellen können, darunter Zusammenfassungen und sogar Podcasts.
Die Plattformen unterscheiden sich auch in der Art und Weise, wie die Apps unterstützt werden. Microsoft bietet sowohl Online- als auch Desktop-Versionen aller seiner Apps an. Die Office-Produktivitätssuite von Google Workspace, einschließlich Docs, Slides und Sheets, ist nur in der Cloud verfügbar und kann optional offline bearbeitet werden.
Ein weiterer Unterschied besteht in der Art und Weise, wie die Apps integriert sind. Teams verfügt über eine Vielzahl integrierter Apps von Hunderten von Partnern und ermöglicht es App-Entwicklern, über die Azure-API benutzerdefinierte Verbindungen herzustellen oder die Graph-API zur Automatisierung von Workflows zu nutzen. Google verfügt zwar über eigene Anwendungsentwicklungskapazitäten, kann jedoch nicht mit der vorgefertigten Integrationsbibliothek von Teams mithalten.
Schließlich bietet Teams eine stärker integrierte Umgebung mit Funktionen zum Beispiel für Anrufe, Besprechungen, Nachrichtenübermittlung und Integrationen von Drittanbietern, die alle innerhalb der Teams-App verfügbar sind. Die Integrationen von Workspace konzentrieren sich dagegen eher auf die Gmail-Benutzeroberfläche. In Teams sind Integrationen von Drittanbietern in der Regel umfangreicher, ebenso wie die Auswahl an integrierter Hardware für Besprechungen.
Sowohl Microsoft Teams als auch Google Workspace lassen sich mittels Zusatzlizenzen – „Teams Phone” bzw. „Google Voice” – um klassische PSTN-Telefonie erweitern. In Microsoft 365 E5 ist die Phone-System-Funktion bereits enthalten, während sie bei E1/E3 als Add-on lizenziert wird. Calling Plans kommen, falls genutzt, zusätzlich hinzu.
Vergleich der Anrufoptionen
Beide Plattformen binden das öffentliche Telefonnetz an, unterscheiden sich jedoch in der Tarifierung: Bei Google Voice sind die meisten Anrufe innerhalb Europas zu europäischen Voice-Nummern im Lizenzpreis enthalten, ausgenommen sind unter anderem Premium- und Sonderrufnummern. Microsoft Teams Anrufpläne arbeiten dagegen mit Minutenkontingenten oder separaten Inlands-/International-Paketen.
In der DACH-Region nutzen viele Unternehmen bei Teams Direct Routing oder Operator Connect, um bestehende Carrier-Verträge (zum Beispiel von der Deutschen Telekom oder Swisscom) und vorhandene SBCs weiter zu nutzen. A1 in Österreich nutzt hierfür Direct Routing.
Zudem existiert ein breites Partner-Ökosystem: UCaaS-Anbieter wie 8x8, RingCentral, Cisco oder Zoom integrieren ihre Telefonie nahtlos in die Teams-Oberfläche, teils mit nativem Dialpad via Direct Routing. Teams bietet darüber hinaus eine große Auswahl zertifizierter Hardware, während Google Voice nur eine überschaubare Zahl kompatibler Tischtelefone unterstützt.
Die richtige Plattform auswählen
Die Entscheidung zwischen Microsoft Teams und Google Workspace hängt von den IT-Anforderungen Ihres Unternehmens ab. Unternehmen, die stark in das Microsoft-365-Ökosystem investiert haben und hauptsächlich das Desktop-Betriebssystem Windows verwenden, finden es womöglich einfacher, Teams mit ihren bestehenden Verwaltungs- und Governance-Ansätzen zu implementieren und zu verwalten. Andere Unternehmen bevorzugen vielleicht die einfachere Betriebsumgebung von Google und die darin enthaltenen KI-Funktionen.
Erwähnenswert ist, dass viele Unternehmen sowohl Workspace als auch Teams nutzen: Workspace wird für E-Mails und Kalender verwendet, Teams für Chats und die Microsoft-365-Office-Suite mit den Anwendungen Word, PowerPoint, Excel, SharePoint und OneDrive. Auch hier gilt: Lassen Sie sich bei Ihrer Entscheidung von den spezifischen Anforderungen leiten.