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UC-Nachhaltigkeit: Handlungsbedarf für IT-Führungskräfte

Unified Communications kann Unternehmen helfen, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Cloud-basierte UC reduziert Hardware und Reisen. Doch auch die Infrastruktur spielt ein Rolle.

Green IT zielt darauf ab, die Umweltauswirkungen von IT-Prozessen während ihres gesamten Lebenszyklus zu reduzieren, ohne geschäftliche und technische Ziele zu beeinträchtigen. Das Konzept untersucht, wie IT-Geräte auf umweltverträgliche Weise entwickelt, hergestellt, eingesetzt und schließlich entsorgt werden können.

Unified Communications (UC) – insbesondere UC as a Service (UCaaS) – ist von Natur aus eine nachhaltige Technologie. Sie ermöglicht es Unternehmen, von einem hardwareorientierten Modell zu einem Modell überzugehen, das auf gehosteter Software basiert.

Nachhaltige Unified Communications und ihre Rolle

IT-Führungskräfte bewerten UC-Plattformen anhand einer Vielzahl von Faktoren, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen. Dabei spielen Kollaborationsfunktionen, Integration, Sicherheit und Preis eine Rolle. Ein weniger bekannter, aber dennoch wichtiger Faktor ist jedoch die Nachhaltigkeit, die IT-Führungskräfte berücksichtigen sollten. Schauen wir uns einmal an, warum das so ist.

  1. Erreichen von Nachhaltigkeitszielen: Umweltvorschriften, der Markenruf und der Druck seitens der Investoren haben Nachhaltigkeit zu einer strategischen Priorität in der langfristigen Betriebsplanung gemacht. IT-Führungskräfte ergreifen bereits konkrete Maßnahmen zur Implementierung von UC, um Umwelt-, Sozial- und Governance-Ziele (Environmental, Social und Governance, ESG) zu unterstützen. Diese Maßnahmen können den Ruf des Unternehmens stärken und Kunden sowie junge Talente anziehen.
  2. Hardwarekonsolidierung: Der gesamte Hardware-Lebenszyklus – von der Herstellung bis zur Entsorgung – führt zur Freisetzung von CO₂. UC ersetzt die Hardware-Flut – zusammen mit kostspieligen Kupferverkabelungen und Kabeln – durch Cloud-native Anwendungen, fördert die Nachhaltigkeit und reduziert die Investitionskosten. Ein seltenerer Hardware-Austauschzyklus führt zu einer geringeren Nachfrage und reduziert somit die Emissionen in der Lieferkette und verbessert die Bestandsverwaltung.
  3. Geringe Umweltbelastung: Nachhaltige UC ermöglichen hochwertige Online-Konferenzen, ohne dass speziell ausgestattete Räume mit stromintensiven Beleuchtungs- und Lautsprechersystemen eingerichtet werden müssen.
  4. Papierloser Betrieb und weniger Elektroschrott: Unternehmen erzeugen große Mengen an Dokumenten. UC unterstützt die Online-Zusammenarbeit und die gemeinsame Nutzung von Dateien, wodurch die Entstehung von Papierabfall reduziert und die Abhängigkeit von Hardware wie USB-Sticks und CDs verringert wird. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, diesen Elektroschrott zu kaufen und zu entsorgen.

Auswirkungen von UC auf den Energieverbrauch

UC kann Unternehmen dabei unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Dabei müssen jedoch auch die Auswirkungen auf die Umwelt berücksichtigt werden. Zu den zu bewertenden Faktoren gehören:

  1. Energiebearf: Ältere UC-Hardware trägt maßgeblich zu den CO₂-Emissionen in diesem Bereich bei. Allerdings führen auch stundenlange virtuelle Konferenzen, eine übermäßige Nutzung der Cloud, ineffiziente Algorithmen, unstrukturierte Speicherung und verschiedene Softwarevorgänge, die über das Netzwerk übertragen werden, zu einem versteckten Energieverbrauch.
  2. Kosten für Rechenzentren: Die meisten Cloud-basierten UC-Plattformen sind für Dienste wie Telefonie, Messaging, Dateifreigabe und Konferenzen auf Rechenzentren angewiesen. Diese benötigen große Mengen an Strom, um die Prozesse auszuführen und Daten zu speichern.
  3. Energie- und wasserintensive Arbeitslasten: Das Aufkommen KI-gestützter Collaboration-Tools und maschinell lernender Software innerhalb von UC-Plattformen führt zu höheren GPU-Arbeitslasten in Rechenzentren und damit zu einem höheren Energieverbrauch. Die Cloud-Anbieter versuchen, erneuerbare Energiequellen zu nutzen, um die Kosten zu senken.
  4. Netzwerkanforderungen: Datenintensive UC-Dienste wie Videokonferenzen und ständig aktive Cloud-Kommunikation erhöhen den Bandbreitenbedarf und den Energieverbrauch des Netzwerks.
  5. Energiebedarf der Endbenutzergeräte: UC-Geräte wie Webcams, Headsets, HD-Displays, Konferenzraum-Anschlüsse sowie Virtual- und Augmented-Reality-Geräte benötigen Strom und belasten die Server erheblich.

Umsetzbare Maßnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit in der UC

In den letzten zehn Jahren haben IT-Führungskräfte wichtige Entscheidungen getroffen, um die Ziele der Netto-Null-Kohlenstoffemissionen zu erreichen. Viele Nationen und multinationale Unternehmen arbeiten mit einer gemeinsamen Frist bis 2030 auf Netto-Null-Ziele hin. So kann UC dabei helfen:

  1. Entscheiden Sie sich für umweltfreundliche Praktiken: Die Wahl umweltfreundlicher UC- und UCaaS-Anbieter ist ein guter erster Schritt. Einige UC-Anbieter vermarkten sich gezielt mit ihrer umweltfreundlichen Agenda. Eine weitere gängige Strategie ist die Investition in energiesparende, klimaneutrale und recycelbare Produkte.
  2. Führen Sie strukturierte Arbeitsrichtlinien ein: Implementieren Sie Richtlinien für Remote- und Hybridarbeit sowie Bring Your Own Device (BYOD). Dadurch können Emissionen durch tägliche Pendelfahrten und Elektroschrott reduziert werden. Außerdem wird die Nutzung von Büroflächen reduziert und der Energieverbrauch für Heizung, Lüftung und Klimatisierung sinkt.
  3. Reduzieren Sie Geschäftsreisen: Laut einer internationalen Studie verursachen Reisen zu Präsenzkonferenzen einen hohen CO2-Fußabdruck von bis zu vier bis fünf Tonnen pro Person. Auch Unterkunft und Logistik tragen dazu bei. Virtuelle Veranstaltungen und Konferenzen können jedoch die Notwendigkeit von Reisen reduzieren.
  4. Konzentrieren Sie sich auf die digitale Transformation: Nachhaltigkeit ist eng mit der digitalen Transformation verbunden. Aus Sicht der UC-Anbieter tragen Neukunden stärker zu den Nachhaltigkeitszielen bei. IT-Führungskräfte müssen zu verwalteten, skalierbaren und Cloud-basierten UC-Strategien übergehen, sei es vollständig verwaltet oder hybrid. Vermeiden Sie fragmentierte Over-the-Top-UC-Plattformen, da diese die Komplexität und Kosten erhöhen. Ein vollständig verwaltetes Cloud-Modell kann IT-Teams von vorausschauender Wartung, Updates und Upgrades entlasten.
  5. Transparente Berichterstattung: IT-Führungskräfte, die für den Betrieb verantwortlich sind, müssen die möglichen Auswirkungen ihrer Kommunikationssysteme auf die Umwelt sowie ihre Pläne zur Reduzierung dieses Fußabdrucks hervorheben. Eine transparente Berichterstattung umfasst Stromrechnungen, die Anzahl virtueller Meetings, Hardware-Emissionen, CO₂-Emissionen der Lieferkette aus gekaufter Hardware sowie Datensicherheitspraktiken. Die Berichte müssen sich auf die Reduzierung der schwerwiegendsten Treibhausgasemissionen konzentrieren, die als Scope 2 und Scope 3 bekannt sind.

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