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Warum Wi-Fi 7 für KI in Unternehmen so wichtig ist

Wi-Fi 7 kombiniert 6-GHz-Kanäle bis 320 MHz mit Multi Link Operation. Für Echtzeit-Anwendungen und KI am Edge kann das WLAN-Engpässe reduzieren, je nach Clients, Umfeld und Planung.

Wi-Fi 7, der neueste Wireless-Standard, bietet eine höhere Leistung für die Echtzeitverarbeitung.

Im Vergleich zu Wi-Fi 6 verdoppelt Wi-Fi 7 die Bandbreite für einen massiven Datendurchsatz und reduziert Latenzen erheblich. In der EU ist jedoch zu beachten, dass das verfügbare 6-GHz-Frequenzspektrum begrenzt ist, so dass effektiv nur ein einziger dieser ultrabreiten 320-MHz-Kanäle genutzt werden kann. Wi-Fi 7 führt außerdem die Multi Link Operation (MLO) ein. Dadurch können Geräte Daten über mehrere Funkbänder gleichzeitig senden und empfangen, wodurch Beeinträchtigungen durch Netzwerkverkehr oder externe Störungen massiv reduziert werden.

Die Netzwerkleistung ist ein entscheidender Faktor für die Nutzung von KI-Anwendungen und -Systemen. Während das Training großer Sprachmodelle (LLM) auf Tausenden von GPUs meist in verkabelten Rechenzentren stattfindet, ist Wi-Fi 7 entscheidend für die schnelle Bereitstellung dieser Modelle beim Endanwender (Inferenz) und für Edge-KI-Szenarien. Wi-Fi 7 kann dazu beitragen, netzwerkbezogene Engpässe am Netzwerkrand (Edge) zu reduzieren. Das ist besonders bei cloudbasierten KI-Implementierungen nützlich, dem gängigsten Ansatz für die Implementierung von KI in Unternehmen.

In diesem Artikel wird untersucht, inwiefern sich die Funktionen von Wi-Fi 7 für die KI-Implementierung in Unternehmen eignen, von Leistungsverbesserungen bis hin zu erhöhter Zuverlässigkeit und Sicherheit.

MLO steigert die KI-Leistung

Durch die Verwendung von MLO in Wi-Fi 7 können Geräte mehrere Frequenzbänder gleichzeitig nutzen. Dadurch wird das überlastete Spektrum entlastet. Wenn mehrere Frequenzbänder verfügbar sind, kann das Netzwerk Daten nahtlos und ohne Unterbrechungen senden.

Hochgeschwindigkeitsverbindungen sind für KI von entscheidender Bedeutung. Effiziente Edge-Implementierungen hängen von den nahezu sofortigen MLO-Reaktionen und den minimalen Signalstörungen bei Funknetzwerken ab. Wi-Fi 7 unterstützt die freie, gleichzeitige Datenübertragung über die 2,4-, 5- und 6-Gigahertz-Bänder, sodass das Netzwerk weniger Unterbrechungen erfährt und die Latenz reduziert wird.

Da die meisten Geräte nicht mit Wi-Fi 7 kompatibel sind, ist das 6-GHz-Band nahezu konkurrenzfrei und wird in der Regel nur von Wi-Fi-6- und Wi-Fi-7-Geräten sowie Hochgeschwindigkeitsanwendungen wie beispielsweise KI-gestützten Applikationen genutzt.

Die Anwendungsfälle für Wi-Fi 7 nehmen in Branchen, die KI einsetzen, weiter zu: Beispiele dafür sind die Finanzbranche, die Fertigungsindustrie sowie die Pharma- und Gesundheitsbranche. MLO ermöglicht hohe Geschwindigkeiten, reduziert die Latenz und stellt die Frequenzbänder bereit, die für den Betrieb von KI-Anwendungen in diesen Bereichen erforderlich sind.

Größere Multi-User-Kapazität für KI

Wi-Fi 7 bietet außerdem verbesserte Multi-User-Multiple-Input-Multiple-Output-Funktionen (MU-MIMO) für KI-fähige Geräte. MU-MIMO ermöglicht es WLAN-Routern, verschiedene Multiplexing-Streams innerhalb einer einzigen Frequenz für die gleichzeitige Datenübertragung zu nutzen.

Eine erhöhte Anzahl räumlicher Datenströme (Spatial Streams) steigert die Gesamtdatenkapazität innerhalb bestehender Frequenzen, um KI-Anwendungen in Echtzeit und die gesamte Edge-Konnektivität zu optimieren. Reduzierte Latenzen und ein höherer Netzwerkdurchsatz sind ideal für intelligente städtische Infrastrukturen, industrielles IoT (IIoT) und intelligente Fertigung.

Unternehmen im industriellen Sektor setzen zunehmend KI-Anwendungen ein, um ihre Betriebsabläufe zu optimieren und die Qualitätskontrolle zu verbessern. In diesen Szenarien bedeutet die breit gefächerte Nutzung die gleichzeitige Datenübertragung, die für die Robotik, das KI-gesteuerte Asset Management und die zahlreichen Maschinensensoren, die Daten übertragen, von entscheidender Bedeutung ist. Dies sind die Leistungsniveaus und -typen, die heute die Industrie 4.0 vorantreiben.

Strategien zur Implementierung von Wi-Fi 7

Um KI-Workloads und -Anwendungen mit Wi-Fi 7 angemessen zu unterstützen, müssen Netzwerkverantwortliche die folgenden Strategien berücksichtigen:

  • Netzwerkdesigns neu bewerten.
  • Planung der Kapazitätsanforderungen.
  • Integration in die bestehende Netzwerkinfrastruktur.

Neubewertung des Netzwerkdesigns.

Mit Site Surveys kann ein umfassendes Verständnis der aktuellen Netzwerkumgebung gewonnen und potenzielle Probleme vor der Implementierung aufgedeckt werden. Standortmanager sollten bereit sein, die physische Anordnung und mögliche Hindernisse zu analysieren, die WLAN-Signale stören könnten.

Ein vollständiger Site Survey kann dabei helfen, die optimale Platzierung von Access Points (AP) zu bestimmen. Dabei werden auch andere potenzielle Quellen für Signalstörungen identifiziert, wie zusätzliche drahtlose Netzwerke, Geräte und elektronische Geräte.

Planung des Kapazitätsbedarfs

Die Kapazitätsplanung ist ein wichtiger Maßstab. Zwar eignet sich Wi-Fi 7 für Umgebungen mit hoher Dichte, aber die Kenntnis der Benutzeranzahl hilft dabei, Engpässe und Latenzen bei der Bereitstellung von Diensten zu vermeiden und die Anzahl der Geräte zu bestimmen, die gleichzeitig mit dem Netzwerk verbunden werden können.

Die AP-Dichte ist eine wichtige Kennzahl, um zu ermitteln, wie viele Access Points ein Unternehmen benötigt und wo diese am besten platziert werden sollten. So kann man der Zunahme der verbundenen Geräte gerecht werden. Durch die Bewertung der Arten von Anwendungen, die im Netzwerk ausgeführt werden sollen, sowie ihrer Bandbreitenanforderungen können Administratoren die Netzwerkbereitschaft im Voraus bestimmen.

Wi-Fi 7 ist aufgrund seiner höheren Geschwindigkeiten und geringeren Latenzen zwar für anspruchsvolle Anwendungen geeignet, jedoch benötigen Netzwerkadministratoren fortgeschrittene Kenntnisse, um MLO und 320-Megahertz-Kanäle ordnungsgemäß bereitzustellen.

Integration in die bestehende Netzwerkinfrastruktur

Obwohl Wi-Fi 7 für den Einsatz in modernen Netzwerkinfrastrukturen ausgelegt ist, sollten Netzwerkverantwortliche prüfen, ob ihre aktuelle Hardware die Funktionen von Wi-Fi 7 unterstützt. IT-Teams sollten beispielsweise sicherstellen, dass die derzeitigen Switches die höheren Datenraten und Kapazitäten von Wi-Fi 7 bewältigen können und gegebenenfalls ein Upgrade auf kompatible Hardware vorbereiten.

Außerdem sollten Netzwerkteams die Datenübertragungsrate im Uplink der Access Points prüfen, um Engpässe zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Bandbreite zum kabelgebundenen Netzwerk für den erhöhten Datenverkehr von Wi-Fi-7-Geräten ausreicht.

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