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Wi-Fi 6/6E/7 vs. 5G: Unterschiede und Einsatzszenarien
Unternehmen nutzen Wi-Fi 6E/7 und 5G für Funknetzwerke. Sie unterscheiden sich nicht nur bei Geschwindigkeit und Leistung, sondern auch bei Kosten, Abdeckung und Anwendungsfällen.
Mobilfunk- und Drahtlostechnologien entwickeln sich ständig weiter. Jede neue Version bietet verbesserte Funktionen und neue Anwendungsmöglichkeiten. Wi-Fi 7 und 5G, die neuesten Generationen ihrer jeweiligen Funktechnologie, bilden da keine Ausnahme.
Neben einem neuen Namen bieten die drahtlose Spezifikation Wi-Fi 7 mehrere Verbesserungen, darunter höhere Geschwindigkeiten, größere Kapazitäten, IoT-Funktionen und Multi-User-Unterstützung. Auch 5G-Mobilfunk bietet eine lange Liste von Verbesserungen, darunter eine deutlich geringere Latenz sowie Netzwerkgeschwindigkeiten und Datenraten, die den bisherigen Standard 4G weit übertreffen.
Wi-Fi 7 und 5G sind unterschiedliche Technologien, aber sie ergänzen sich in vielerlei Hinsicht.
Was ist Wi-Fi 7?
Neben anderen Funktionen bieten Wi-Fi 7 auch bekannt als IEEE 802.11be und der Vorgänger Wi-Fi 6/6E (IEEE 802.11ax), im Vergleich zu früheren Standards eine deutlich verbesserte Leistung und eine effizientere Abdeckung. Es unterstützt Funktionen wie Orthogonal Frequency Division Multiple Access (OFDMA) und Multi-User Multiple Input, Multiple Output. Dank dieser Verbesserungen können Wi-Fi 6 und Wi-Fi 7 eine deutlich größere Anzahl von Benutzern als frühere Generationen unterstützen und gleichzeitig die Kapazität und Zuverlässigkeit verbessern.
Was ist 5G?
5G ist die fünfte Generation der Mobilfunktechnologie. Sie übertrifft 4G LTE durch höhere Netzwerkgeschwindigkeiten und eine größere Zuverlässigkeit. 5G nutzt höhere Frequenzen zur Signalübertragung, wodurch Daten schneller transferiert werden können und Echtzeitkommunikation besser unterstützt wird.
Sowohl 5G als auch Wi-Fi 6/6E und Wi-fi 7 bieten eine höhere Bandbreite, höhere Geschwindigkeiten und geringere Latenzzeiten als ihre Vorgänger. Sie wurden mit Funktionen und Fähigkeiten entwickelt, die die bisherigen Standards bei weitem übertreffen. Unternehmen können beide Standards nutzen, um Benutzer mit Diensten und Ressourcen zu verbinden. Es ist jedoch wichtig, die Unterschiede zwischen ihnen zu kennen.
Unterschiede zwischen Wi-Fi 6/6E/7 und 5G
Die wichtigsten Unterschiede zwischen den Funktechnologien sind:
- Technologietyp
- Lizenzierung/Spektrum
- Frequenzen und Sendeleistung
- Authentifizierung
- Netzwerksicherheit
- Kostenmodelle
- Einsatzszenarien
- Technologietyp
Wi-Fi ist eine WLAN-Technologie für lokale Bereiche. Access Points (APs) verbinden Endgeräte per Funk in begrenzter Reichweite und binden sie über Switches/Gateways ans LAN an.
5G ist ein Mobilfunkstandard (öffentlich oder privat) mit Makrozellen und Kleinzellen. Die Reichweite und Kapazität hängen stark vom Spektrum und der Zellgröße ab. Neben Public-5G-Netzen gibt es Campus- und Private-5G-Netze mit lokalem Kernnetz.
Lizenzierung/Spektrum
- WLAN: Arbeitet in nicht lizenzierten Bändern. Der Betrieb ist genehmigungsfrei, unterliegt aber Leistungs- und Nutzungsauflagen, die EU-weit harmonisiert sind.
- 5G: Nutzt primär lizenzierte Frequenzen, die durch nationale Regulierer zugeteilt werden. In der EU sind vor allem 700 MHz, 3,4 bis 3,8 GHz (Band n78) und 26 GHz (24,25 bis 27,5 GHz) relevant. Für Private 5G existieren in einigen Ländern lokale Zuteilungen (zum Beispiel in Deutschland 3,7 bis 3,8 GHz). 5G kann zusätzlich geteilte beziehungsweise nicht lizenzierte Bänder nutzen (NR-U). Für die Koexistenz mit WLAN ist in der EU Listen Before Talk (LBT) erforderlich.
Frequenzen und Sendeleistung
- Wi-Fi 6 (802.11ax): 2,4 GHz und 5 GHz.
- Wi-Fi 6E (802.11ax): nutzt zusätzlich das 6-GHz-Band. In der EU ist derzeit das untere 6-GHz-Band (5,945–6,425 GHz) für den Innenbereich (LPI) mit einer EIRP (Effective Isotropic Radiated Power) von maximal 200 mW und für den Bereich der sehr geringen Leistung (VLP) mit einer EIRP von maximal 25 mW freigegeben. Einen Standard-Power/AFC-Modus wie in den USA gibt es in der EU nicht.
- Wi-Fi 7 (802.11be): 2,4/5/6 GHz, breitere Kanäle bis 320 MHz, 4096-QAM, Multi-Link Operation (MLO) für geringere Latenzen und höhere Robustheit (in der EU derzeit wie oben, primär Indoor/LPI).
- 5G (NR) FR1: circa 410 bis 7125 MHz. EU-Schwerpunkte 700/800/900/1800/2100/2600/3500 MHz, gute Flächenversorgung (Low-/Mid-Band).
- 5G (NR) FR2: circa 24,25 bis 52,6 GHz (Millimeterwelle). In der EU vor allem 26 GHz, hohe Datenraten, kurze Reichweite, Indoor-/Hotspot-Charakter.
Authentifizierung
- WLAN: WPA3-Personal (SAE), WPA3-Enterprise (802.1X/EAP); in Enterprise-Netzen werden Zertifikate/EAP-Methoden (zum Beispie EAP-TLS) verwendet. Passpoint/Hotspot 2.0 erleichtert das Roaming.
- 5G: SIM/eSIM mit 5G-AKA (SUPI/SUCI-Schutz); in Private-5G-Netzen üblicherweise ebenfalls SIM-basierte Authentifizierung, teils ergänzt um Gerätezertifikate/Access-Policies.
Netzwerksicherheit
- WLAN: Segmentierung (VLAN), WPA3/802.1X, NAC/Policy-Enforcement am Edge, Traffic-Schutz vor allem auf Link-Ebene und im LAN.
- 5G: Ende-zu-Ende-Sicherheitsarchitektur im Mobilfunkkern, User-Plane-Schutz, Network Slicing mit isolierten Service-Instanzen und QoS-Steuerung; in Private 5G eng mit OT-/IT-Policies verknüpft.
Kostenmodelle
- WLAN: CAPEX für APs/Switches/Controller (oder Cloud-Controller), keine Spektrumsgebühren, OPEX für Betrieb/Support.
- 5G: Bei öffentlichem 5G fallen Nutzungsentgelte/Verträge an, bei Private 5G entstehen Kosten für die Funkzuteilung, die Funk- und Core-Infrastruktur sowie die Integration. Endgeräteseitig fallen oft höhere Modemkosten als bei WLAN an.
Einsatzszenarien
- WLAN: Büros, Campus-LAN, dichte Indoor-Netze, BYOD. Wi-Fi 7 punktet mit MLO (Multi-Link Operation), 320-MHz-Kanälen und niedriger Latenz für AR/VR, Kollaboration und hochdichte Umgebungen.
- 5G: Wird in weitläufigen Arealen, bei Mobilität über Zellgrenzen sowie in industriellen Umgebungen mit deterministischerer QoS eingesetzt. Campus- und Private-5G kommen in OT/IIoT-Umgebungen zum Einsatz, während Millimeterwelle eine Ergänzung für Hotspots darstellt.
Wi-Fi 6/6E/7 und 5G ergänzen sich, anstatt miteinander zu konkurrieren
Trotz ihrer Unterschiede ergänzen sich WLAN und 5G gut. Unternehmen können beide Technologien gemeinsam nutzen, anstatt darüber nachzudenken, welcher besser ist. Noch wichtiger ist, dass sich Nutzer wahrscheinlich weniger für die verwendete Technologie interessieren, wenn ihre Verbindung zuverlässig ist.
Die Interoperabilität zwischen WLAN- und 5G-Netzwerken ermöglicht Anwendern eine nahtlose Konnektivität beim Wechsel zwischen den Netzwerken. Dies ist unter anderem auf die steigende Anzahl von Geräten zurückzuführen, die beide Technologien unterstützen.
Zusammen bilden Wi-Fi 6, Wi-Fi 6E, Wi-Fi 7 und 5G die Grundlage für Innovationen im Bereich IoT, Edge Computing und anderen wichtigen Unternehmensabläufen. In Kombination bieten sie Mitarbeitern sowohl unterwegs, im Home-Office als auch im Büro höhere Geschwindigkeiten, bessere Zuverlässigkeit und die nötige Flexibilität, um ihre Arbeit effektiv zu erledigen.