Von Paketverlust zu Produktivität: Die neue Ära der Video-KPIs
KI hat Videokonferenzen revolutioniert. Der Erfolg lässt sich nicht mehr anhand von Jitter oder Latenz beurteilen. IT-Führungskräfte müssen die Effektivität von Meetings messen.
Früher war es einfach, den Erfolg von Videokonferenzen zu messen. Kam die Verbindung zustande und blieb sie bestehen? Das war eigentlich alles, was wir wissen wollten. Heute hat KI die Messlatte höher gelegt. Qualität und Zuverlässigkeit sind mittlerweile das absolute Minimum.
Unser Maßstab für Erfolg ändert sich – zum Teil, weil sich die Meetings selbst geändert haben. Wir treffen uns nicht mehr nur per Video, um zu diskutieren und die Arbeit zu planen, sondern um gemeinsam zu arbeiten und Aufgaben zu erledigen.
Da sich Video von einfachen Status-Chats zu anspruchsvollen, KI-gestützten Arbeitssitzungen weiterentwickelt hat, müssen auch die Metriken angepasst werden, mit denen wir dessen Wert beurteilen. Um den ROI von Collaboration-Technologien zu verstehen, müssen IT-Verantwortliche über technische Anrufstatistiken hinausgehen und beginnen, menschliche Ergebnisse zu messen.
Traditionelle Video-KPIs und ihre Grenzen
Seien wir ehrlich: Die alten Kennzahlen zur Messung der Videoleistung spiegelten nicht unbedingt den Erfolg des Meetings wider. Es handelte sich um leicht zu ermittelnde Kennzahlen. Tatsächlich sammelten die Videokonferenzplattformen die relevanten Daten selbst und präsentierten sie auf übersichtlichen Dashboards.
Wir haben Daten wie Paketverlust, Jitter und Latenz auf Basis einzelner Anrufe betrachtet. Das war zwar hervorragend für die Fehlerbehebung im Netzwerk, lieferte aber keinen Hinweis darauf, ob während des Meetings tatsächlich Arbeit geleistet wurde.
Wir haben auch die Gesamtzahl der Anrufe und die Gesamtminuten für unser Unternehmen erfasst. Es gab sogar Daten zur Raumnutzung, die auf Systembuchungen und Personenerkennung basierten. All dies sind nützliche Informationen in Bezug auf die Systemleistung und -nutzung. Aber keine dieser Daten kann Aufschluss darüber geben, ob die Meetings zu Ergebnissen geführt haben. Grundlegende Nutzungsdaten sind zwar hilfreich, zeigen aber nicht den tatsächlichen ROI der heutigen Technologie.
Die Einschränkung ist hier klar. Diese Kennzahlen messen Hardware und Software, nicht die Menschen. Der tatsächliche ROI eines Meetings basiert auf der Leistung der Menschen. Die Technologie ist lediglich ein Hilfsmittel. Ein Meeting kann eine einwandfreie Audio- und Videoqualität haben und dennoch fehlschlagen, wenn die Erfahrung nicht produktiv ist.
Wichtige Fortschritte bei Videokonferenzen
Herkömmliche Video-KPIs sind mittlerweile überholt, da die Technologie endlich alle unsere Erwartungen in puncto Zuverlässigkeit und Qualität erfüllt. Heute funktioniert ein typischer Anruf einfach und sieht gut aus, wenn nicht sogar großartig.
Die heutigen Netzwerke sind wesentlich leistungsfähiger und die Protokolle viel toleranter. Ein typisches Beispiel: Wir müssen nicht mehr bei jedem Anruf besessen den Paketverlust überwachen. Paketverlust ist heutzutage kein großes Problem mehr und die Systeme können verlorene Pakete viel effektiver verarbeiten. Mit anderen Worten: Die Probleme, die wir überwacht haben, existieren nicht mehr.
Probleme bei Videokonferenzen heute
Doch trotz der überlegenen Leistung heutiger Videosysteme leiden Meetings immer noch unter Problemen, die ihren Erfolg beeinträchtigen. Die Gleichwertigkeit bei Meetings ist nach wie vor ein Problem. Remote-Teilnehmer sehen auf Zoom oder Microsoft Teams großartig aus, jeder wie ein Nachrichtensprecher, der vollständig im Bildausschnitt zu sehen ist. Wenn Sie jedoch im Besprechungsraum sitzen, teilen Sie sich den Bildausschnitt mit allen anderen. Sie erscheinen klein und sind als Kommunikator und Präsentator weniger effektiv.
Trotz der überlegenen Leistung heutiger Videosysteme leiden Meetings nach wie vor unter Problemen, die ihren Erfolg beeinträchtigen. Ein Problem ist nach wie vor die mangelnde Gleichwertigkeit.
Um dieses Problem zu lösen, stehen jetzt neue Produkte zur Verfügung. Bei Multi-Kamera-Setups kann KI genutzt werden, um zur besten Kamera beziehungsweise zum besten Winkel für den aktuellen Redner zu wechseln. Selbst bei einem Ein-Kamera-Setup kann KI eingesetzt werden, um die Teilnehmer je nach Kontext optimal ins Bild zu setzen. Dieser Ansatz sorgt dafür, dass die Personen im Raum effektiver an der Besprechung teilnehmen können und hilft den Remote-Teilnehmern, sich mehr als Teil der Besprechung zu fühlen.
Ein weiteres Problem ist, dass einige Unternehmen immer noch zögern, KI-basierte Videokonferenz-Tools zu verwenden. Diese Lösungen sind jedoch weit verbreitet, da Videoanbieter darum wetteifern, sich als KI-First zu positionieren. In den letzten Jahren haben Anbieter eine Vielzahl von KI-Funktionen entwickelt, die die Produktivität in Videokonferenzen steigern sollen.
Noch bevor das Meeting beginnt, kann KI beispielsweise E-Mails und Protokolle früherer Meetings scannen, um eine Tagesordnung zu erstellen. Während des Meetings kann KI Statistiken und Details aus Datenbanken einbringen. Und natürlich schätzen wir alle die KI-Zusammenfassungen und die Generierung von Aufgaben nach dem Meeting. Der Einsatz dieser grundlegenden KI-Tools kann die Produktivität von Videokonferenzen erheblich steigern. Wenn Sie sich die Zeit nehmen, um fortschrittliche KI-Tools zu finden und zu implementieren, die speziell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, können Sie einen enormen ROI erzielen.
Neue Video-KPIs, die es zu berücksichtigen gilt
Um mit der modernen Zeit Schritt zu halten, sollten IT-Verantwortliche Folgendes im Blick behalten:
Meeting-Gleichheitswert: Der Prozentsatz der Meetings, in denen einzelne Teilnehmer genauso ansprechend dargestellt werden wie diejenigen, die sich per Fernzugriff einwählen. Dies ist möglicherweise schwieriger zu messen als eine herkömmliche Kennzahl wie der Paketverlust. Es reicht nicht aus, nur aufzulisten, in wie vielen Räumen diese Funktion verfügbar ist. Sie müssen auch die tatsächliche Nutzung und Wirksamkeit messen. Zusätzlich zu den Systemdaten können auch Nutzerumfragen hilfreich sein.
Nutzungsrate der Funktionen: Nutzen die Benutzer die KI-gestützten Funktionen wie Zusammenfassungen, die Erstellung digitaler Whiteboards, agentische Aktionspunkte und Live-Übersetzungen optimal? Diese Tools sind mehr als nur Marketing-Hype. Sie können die Produktivität enorm steigern. Auch hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Systemdaten und Benutzerumfragen.
Stimmungsanalyse: Warum nicht dieses neue KI-Tool nutzen, um die Effektivität von Meetings zu messen? Wir beginnen gerade erst, das Potenzial der Stimmungsanalyse auszuschöpfen. Wenn am Ende eines Meetings alle sichtlich frustriert sind, haben Sie ein Problem. Wenn hingegen alle sichtlich zufrieden sind und ein Gefühl der Erfüllung ausstrahlen, machen Sie etwas richtig. KI kann diese Verhaltensweisen besser und objektiver erkennen und melden.
Bei den heutigen Videokonferenzen müssen Unternehmen von der Überwachung der technischen Leistung zur Überprüfung der Zusammenarbeit übergehen. Mit diesen neuen Video-KPIs können IT- und Videoverantwortliche nachweisen, dass Videokonferenzen (und die damit verbundenen KI-Meeting-Tools) nicht nur eine zu verwaltende Ausgabe sind, sondern ein strategischer Vorteil sind, der das Unternehmen voranbringt.