Definition

Jitter

Mitarbeiter: John Burke

Jitter ist jede Abweichung oder Verschiebung der Signalimpulse in einem hochfrequenten digitalen Signal. Die Bezeichnung Jitter (deutsch: Flackern, Fluktuation, Schwankung) lässt bereits erahnen, dass es hier zu Unregelmäßigkeiten beim Signal kommen kann. Die Abweichung kann sich auf die Amplitude, die Phasenzeit oder die Breite des Signalimpulses beziehen.

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Zu den Ursachen von Jitter gehören elektromagnetische Interferenz (EMI) und Übersprechen (Crosstalk) mit anderen Signalen. Jitter kann dazu führen, dass ein Anzeigemonitor flimmert, die Fähigkeit des Prozessors in einem Desktop oder Server beeinträchtigt wird, Klicks oder andere unerwünschte Effekte in Audiosignalen hervorrufen und zu einem Verlust von übertragenen Daten zwischen Netzwerkgeräten führen. Die Stärke des zulässigen Jitters hängt stark von der Anwendung ab.

Jitter in IP-Netzwerken ist die Variation der Latenzzeit bei einem Paketfluss zwischen zwei Systemen, wenn einige Pakete länger brauchen, um von einem System zum anderen zu gelangen. Jitter entsteht durch Netzwerküberlastung, Timing-Drift und Routenänderungen.

Jitter ist besonders problematisch bei Echtzeitkommunikation wie IP-Telefonie (VoIP) und Videokonferenzen. Er ist auch ein ernstes Problem für gehostete Desktops und virtuelle Desktop-Infrastrukturen (VDI). Jitter kann zu Audio- und Video-Artefakten (unbeabsichtigte Abweichung oder Inkonsistenz) führen, die die Qualität der Kommunikation verschlechtern.

Ein Jitter-Puffer (oder De-Jitter Buffer) kann die Auswirkungen von Jitter mildern, entweder im Netzwerk auf einem Router oder Switch oder auf einem Computer. Die Anwendung, die die Netzwerkpakete verarbeitet, empfängt diese im Wesentlichen aus dem Puffer statt direkt. Sie werden mit einer regelmäßigen Rate aus dem Puffer herausgeführt, wodurch die Schwankungen im Timing der in den Puffer fließenden Pakete ausgeglichen werden. Bei VoIP wird beispielsweise der Sprachverkehr auf der Empfangsseite gepuffert, um Jitter auszugleichen. Tatsächlich wird das Gespräch so lange gespeichert, bis genug von der Übertragung im Speicher ist, um für den Empfänger abgespielt zu werden. TCP/IP liefert Pakete, die auf mehreren Routing-Algorithmen basieren. Damit VoIP richtig funktioniert, muss nicht nur den Pfaden, die die Pakete nehmen, sondern auch der Kapazität und dem Zustand des Netzwerks besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Andere Techniken zur Minderung von Jitter, bei denen mehrere Verkehrspfade zur Verfügung stehen, bestehen darin, den Verkehr selektiv über die stabilsten Pfade zu leiten oder immer den Pfad zu wählen, der der angestrebten Paketzustellrate am nächsten kommen kann.

Diese Definition wurde zuletzt im August 2020 aktualisiert

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